MAN will kräftig sparen, um noch kräftiger investieren zu können

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Nutzfahrzeughersteller MAN Truck & Bus hat mit „MAN2030+“ ein Programm zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftssicherung der Standorte aufgelegt und sich hierzu mit der Arbeitnehmerseite umfassend verständigt. In einem Eckpunktepapier hat das Unternehmen gemeinsam mit der Mitbestimmung und IG Metall wesentliche Maßnahmen des Vorhabens festgehalten. Mit diesen sollen bei MAN die Kosten bis 2028 um rund 900 Millionen Euro gesenkt und die Performance des Unternehmens nachhaltig verbessert werden, wie es hierzu in einer aktuellen Mitteilung von MAN heißt.

Demnach sollen neben den Einsparungen an den deutschen Standorten von MAN Truck & Bus bis Ende 2030 Investitionen von fast einer Milliarde Euro getätigt werden. Zugleich sollen wesentliche Neuinvestitionen, die für die nächste Fahrzeuggeneration auf Basis des künftigen Baukastensystems Traton Modular System (TMS) notwendig sind, perspektivisch auch in Osteuropa vorgenommen werden. Auch die Ansiedlung und der Aufbau einer weiteren Batterie-Fabrik innerhalb der Gruppe soll in Abhängigkeit vom weiteren Hochlauf der E-Mobilität im Truck- und Busbereich in Osteuropa erfolgen. Den geplanten Investitionen haben alle relevanten Gremien im Rahmen der Investitionsplanung zugestimmt.

„Das Vorhaben sichert die Wettbewerbsfähigkeit von MAN und garantiert unseren Kunden auch weiterhin ein breites Produktportfolio als Full-Liner, was die Basis für den künftigen Erfolg des Unternehmens bildet. So sichern wir die Arbeitsplätze der aktuell bei uns Beschäftigten auch in der Zukunft“, so MAN-CEO und Traton-Vorstandsmitglied Alexander Vlaskamp. „Wir werden nun das langfristig orientierte Programm ,MAN2030+‘ konsequent umsetzen, um damit dem sich verschärfenden Wettbewerb, den sich ändernden Marktbedingungen und den großen regulatorischen Risiken frühzeitig zu begegnen.“

Arbeitsplätze sollen bis mindestens 2035 gesichert sein

Karina Schnur, Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats der MAN Truck & Bus SE, sagte: „Es waren keine einfachen – aber immer respektvolle und konstruktive Gespräche, an deren Ende nun aus Sicht der Mitbestimmung und der IG Metall der bestmögliche Kompromiss für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und das Unternehmen steht. Die Einigung ist ein ganz starkes Signal für die Sicherheit, die Stabilität und auch die Zukunftsperspektiven unserer Beschäftigten. Mit dieser Vereinbarung sichern wir die Arbeitsplätze der bei MAN beschäftigten Kolleginnen und Kollegen mindestens bis Ende 2035. Und das ohne Eingriff in die tariflichen Leistungen. Zudem konnten wir uns zur Erfolgsbeteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Zahlung der übertariflichen Leistungen verständigen – womit wir als MAN auch für künftige Generationen ein attraktives Unternehmen bleiben. Darüber hinaus sichern wir langfristig den Erhalt der deutschen Standorte. Gleichzeitig schaffen wir uns den Freiraum, weiter erheblich in die deutschen Standorte und die Zukunft der MAN zu investieren.“

Um die Investitionen tätigen zu können, sind auch Maßnahmen zur Kostensenkung Teil des Programms „MAN 2030+“. Der überwiegende Teil der geplanten Maßnahmen zur Kostensenkung in Höhe von rund 900 Millionen Euro sind belegschaftsunabhängig und dazu gehören unter anderem Einsparungen bei Material- und Sachgemein-Kosten sowie eine weitere Steigerung der Vertriebs-Performance. Darüber hinaus wurden weitere Maßnahmen definiert, die die Belegschaft unmittelbar betreffen und mitbestimmungspflichtig sind.

In diesem Zusammenhang haben die unterzeichnenden Parteien im Eckpunktepapier zum Vorhaben eine langfristige Beschäftigungssicherung für die Beschäftigten der MAN Truck & Bus SE in Deutschland bis Ende 2035 vereinbart und den Erhalt aller deutschen Produktionsstandorte festgeschrieben. Danach kann sich diese Beschäftigungssicherung in Abhängigkeit bestimmter Faktoren der Unternehmensperformance sogar bis Ende 2040 verlängern. Hierzu werden unter anderem Ergebnis- und Absatzziele im MAN-Kerngeschäft mit Trucks herangezogen. Auch die Traton R&D Germany GmbH, in welche im vergangenen Jahr große Teile der MAN-Entwicklungsbelegschaft gewechselt waren, ist in diese Beschäftigungssicherung inkludiert.

Stellenabbau durch natürliche Fluktuation

In die deutschen Standorte soll zudem bis Ende 2030 fast eine Milliarde Euro investiert werden, um sie zukunftsfest zu machen. Davon soll der Großteil an bayerischen Standorten investiert werden. Um diese und weitere Investitionen in den Feldern der Elektrifizierung, Digitalisierung und Automatisierung der Fahrzeuge abzusichern, soll die Stellenzahl der deutschen Standorte der MAN Truck & Bus SE in den nächsten Jahren entlang der Entwicklung der demografischen Kurve unter Nutzung der natürlichen Fluktuation angepasst werden, sprich: etwa durch Ruhestand und Abgänge aufgrund eines Jobwechsels.

Betriebsbedingte Kündigungen würden dadurch ebenso vermieden wie kostenintensive Abfindungsprogramme, so MAN. Zudem sollen im Rahmen von „MAN2030+“ in Deutschland mit 2300 Stellen über den Zeitraum von zehn Jahren deutlich weniger Stellen entfallen, als Beschäftigte im gleichen Zeitraum in Rente gehen. In München geht es um den demografischen Entfall von rund 1300, in Nürnberg von etwa 400 und in Salzgitter von rund 600 Stellen. Wittlich mit derzeit rund 60 Beschäftigten ist von den Maßnahmen nicht betroffen. An allen Standorten wolle MAN auch weiterhin einstellen, so dass das Unternehmen auch Mitte der 2030er-Jahre mit dann etwa 13.000 Beschäftigen ein großer Arbeitgeber in Deutschland bleibe.

Tarifliche Einschnitte für die Beschäftigten der MAN Truck & Bus SE und der Traton R&D Germany GmbH seien im Programm „MAN2030+“ ausgeschlossen worden. Zudem haben sich Unternehmen und die das Eckpunktepapier unterzeichnenden Parteien darauf verständigt, auch künftig Erfolgsbeteiligungen an alle in Deutschland beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von MAN und der Traton R&D Deutschland auszuschütten. Die MAN Truck & Bus SE hat zudem angekündigt, weiter übertarifliche Lohnbestandteile zu zahlen, um in Deutschland wettbewerbsfähig und ein attraktiver Arbeitgeber zu bleiben.

Die Ausbildung soll im Rahmen des Programms weiter ihre große Bedeutung für MAN behalten. Das Unternehmen hat zugesagt, künftig an einem Großteil der Standorte jährlich neue Azubis bei technischen Ausbildungsplätzen in Höhe von mindestens zwei Prozent der direkten Stammbelegschaft einzustellen. Aktuell beschäftigt MAN in Deutschland rund 1500 Auszubildende.

Quelle: MAN – Pressemitteilung vom 29.12.2025

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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