Lucid Air soll mit bis zu drei Motoren 1800 PS leisten

Lucid Air soll mit bis zu drei Motoren 1800 PS leisten
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Lucid Motors

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Der Brite Peter Rawlinson hat ab 2009 bei Tesla als Chefingenieur entscheidend bei der Konstruktion des Model S mitgearbeitet und damit mit dazu beigetragen, die Automobilwelt auf den Kopf zu stellen. Jetzt, gut elf Jahre später, hat Rawlinson die Doppelrolle als CEO und CTO von Lucid Motors inne. Und will einen weiteren Erfolgsstromer Realität werden lassen. Während sich das Design des Lucid Air, der bereits im Jahr 2016 gezeigt wurde, kaum verändert hat, sei die Technologie unter dem schicken Kleid mittlerweile eine komplett andere, wie Rawlinson in einem Interview mit MotorTrend verriet: Waren bei den damaligen Prototypen noch Induktionsmotoren und Akkus in einer 400-Volt-Architektur verbaut, setze Lucid nun auf Permanentmagnetmotoren mit mehr als 900 Volt und einem eigenen MOSFET-Wechselrichtersystem, das auf dem neuesten Stand der Technik sei.

Lucid habe nun die Möglichkeit, bis zu drei seiner Motoren in der Luxuslimousine Air zu verbauen, so dass Leistungen von 600 PS, 1200 PS oder sogar 1800 PS möglich seien. Auch das autonome Fahren soll der Air beherrschen: Lucid habe „eine großartige Plattform für autonomes Fahren“ und sei bereit, die Technologie auch scharfzustellen, sobald es die Regulatorik erlaubt.

Seit der Saison 2019/2020 liefert Lucid über seine Entwicklungs-Tochter Atieva in einer Zusammenarbeit mit McLaren Applied Technologies und Sony auch die 54 Kilowattstunden fassenden Akkus für die Rennwagen der Formel E. „Was gibt es Schöneres, als die Batterien für die Weltmeisterschaft der Elektromotoren, die Formel E, zu liefern?“, sagte Rawlinson in dem Interview. Es habe „einen sehr harten Wettbewerb“ für dieses prestigeträchtige Geschäft gegen einige ziemlich große Namen gegeben, die zum Teil sogar bereit gewesen seien, die Batterien kostenlos zu liefern.

Atieva/ Lucid, McLaren und Sony hätten „alle überrascht und gewonnen“ und können nun von sich behaupten, „einen 100-prozentigen Zuverlässigkeitsrekord mit allen 24 an der Rennserie beteiligten Autos“ geschafft zu haben, mit einer Batterie, „die hier in diesem Gebäude entworfen, konstruiert, getestet und tatsächlich hergestellt wurde.“ Die DNA des Formel-E-Autos befinde sich auch im Akkupaket des Lucid Air.

Wir befinden uns in einer hektischen Phase“ sagt Rawlinson über die aktuelle Situation bei Lucid. In neun Monaten soll die Produktion des Air beginnen und kurz danach die ersten Auslieferungen. Auch erste Ausstellungsräume habe der Hersteller schon angemietet. Am Erfolg des Air hat der Brite keinen Zweifel: „Wenn wir das (Anm.: gemeint ist die Corona-Pandemie) durchstehen, wird die Welt mehr denn je eine nachhaltige Mobilität brauchen.“ Er glaubt fest daran, an einer Sache mitzuarbeiten, die die Welt zum besseren verändern kann. Mit Tesla hat er das ja schon einmal geschafft.

Quelle: MotorTrend — From Model S To Lucid Air: A Conversation With Peter Rawlinson of Lucid Motors

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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