Leapmotor setzt im D19 den Range-Extender von ZF ein

Leapmotor setzt im D19 den Range-Extender von ZF ein
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Michael Neißendorfer
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Der deutsche Automobilzulieferer ZF hat für seine weiterentwickelte Range-Extender-Technologie eRE+ einen ersten Kundenauftrag gewonnen: Der chinesische Automobilhersteller Leapmotor wird für seinen SUV D19 ab 2026 auch eine Version mit Range-Extender von ZF anbieten. Im Standardbetrieb des Range-Extenders, dem Generatorbetrieb, treibt ein Verbrennungsmotor die E-Maschine an, lädt die Hochvoltbatterie und erhöht so deren Reichweite. Die eRE+ Technologie bietet zusätzlich einen zuschaltbaren Allradantrieb über die Vorderachse und bringt mit einer Antriebsleistung von bis zu 200 kW einen zusätzlichen Boost für Überholmanöver.

„Range-Extender sind aktuell vor allem in den Automobilmärkten China und Nordamerika immer mehr gefragt“, erklärt Sebastian Schmitt, Leiter der ZF-Division Elektrifizierte Antriebstechnologien. Gelten REEVs (Range Extended Electric Vehicles) in China als Variante sogenannter „New Energy Vehicles“, in denen eine kleiner dimensionierte Batterie während der Fahrt verbrennungsmotorisch aufgeladen werden kann, sind sie auch in den USA eine zunehmend beliebte Möglichkeit, mit einem batteriebetriebenen Fahrzeug unabhängig von der Ladeinfrastruktur mobil zu sein.

„Auf diese Nachfrage haben wir uns rechtzeitig eingestellt mit einem flexiblen Angebot von Range-Extender-Technologie und Produktionskapazitäten vor Ort. Diese Strategie hat gefruchtet und zu unserem Neuauftrag für Leapmotor geführt“, sagt Timo Maisel, verantwortlich für die Division Elektrifizierte Antriebstechnologie in Asien.

Für den Leapmotor D19 kommt erstmals die weiterentwickelte Range-Extender-Technologie von ZF unter dem Namen eRE+ zum Einsatz. Basis ist dabei, wie beim eRE, eine E-Maschine mit einem integrierten Inverter, passender Software und Planetengetriebe. Während der eRE als reiner Stromgenerator konzipiert ist, verfügt der eRE+ darüber hinaus über eine intelligente Kupplung und ein Differenzial. So kann er zeitweise auch als Sekundärantrieb agieren. Der dabei eingesetzte Verbrennungsmotor gehört nicht zum Lieferumfang von ZF.

Dank eRE+ können Automobilhersteller eine zuschaltbare Allrad-Funktionalität und einen Boost anbieten, ohne separate Komponenten einbauen oder zusätzlichen Entwicklungsaufwand betreiben zu müssen. Der für den D19 eingesetzte eRE+ leistet 90 kW Generatorleistung und eine Antriebs-Spitzenleistung von 200 kW. Mit der ZF eRE+ Technologie erzielt der Elektro-SUV eine Gesamtreichweite von mehr als 1000 Kilometern.

Range-Extender könnten Verbrenner in der EU verlängern

Der Verbrenner-Motor des Range-Extender läuft stets im verbrauchsgünstigsten Leistungsbereich, was für einen vergleichsweise niedrigen Kraftstoffverbrauch sorgt und dadurch auch etwas niedrigere CO2-Emissionen aufweist, weshalb sie in den neuen Plänen der EU für Verbrenner berücksichtigt werden könnten. „Range-Extender-Technologie schafft eine Brücke zwischen den heutigen Kundenbedürfnissen und der vollelektrischen Zukunft. Sie leistet einen wichtigen Beitrag, CO2-Emissionen signifikant zu reduzieren und verhilft Modellen, die auf reinen Elektro-Plattformen basieren, zu mehr Akzeptanz und Marktdurchdringung“, sagt Mathias Miedreich, Vorstandsvorsitzender von ZF. Konkrete Daten und Zahlen zu möglichen Einsparungen von Kraftstoff und CO2 liefert ZF in seiner Mitteilung nicht.

„Mit unserem Range-Extender können wir die Reichweitenangst bei Endkunden überwinden und gleichzeitig die EU-Klimaziele effektiv unterstützen. Unsere Technologie verbindet somit die Vorteile der Elektromobilität mit der Flexibilität, die Verbraucher erwarten. Eine EU-Zulassung des Range-Extenders über das Jahr 2035 hinaus wäre ein pragmatischer Schritt, der zum realistischeren Blick Brüssels auf den Hochlauf der E-Mobilität passen würde“, sagt Miedreich.

Quelle: ZF – Pressemitteilung vom 09.12.2025

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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