Kia hat in Deutschland die Marke von 100.000 verkauften vollelektrischen Autos überschritten. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Elektro-Absatz der Marke um 87 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, während der Gesamtmarkt im gleichen Zeitraum um 48 Prozent zulegte. Der Anteil reiner Stromer an allen Kia-Neuzulassungen kletterte auf 41,9 Prozent, im Gesamtmarkt lag dieser Wert bei 24,8 Prozent.
Parallel zum Absatzwachstum ist das Modellangebot deutlich gewachsen. Aktuell umfasst die Kia-Palette 15 vollelektrische Modelle und Modellvarianten, die Hälfte davon kam erst seit Ende 2025 hinzu. Vom Einstiegsmodell EV2 über die kompakten SUVs EV3 und EV5 bis zum Flaggschiff EV9 deckt das Angebot unterschiedliche Fahrzeugsegmente ab. Hinzu kommen der Crossover EV6, der Kompaktwagen EV4 mit seiner Fastback-Variante sowie mehrere Sportversionen unter dem Label GT.
Ergänzt wird das Pkw-Angebot seit vergangenem Jahr durch die „Platform Beyond Vehicle“-Strategie für leichte Nutzfahrzeuge. Unter der Bezeichnung PV5 bietet Kia einen Transporter, einen Kleinbus sowie mehrere Sondervarianten an, darunter ein Fahrgestell mit Fahrerhaus und ein rollstuhlgerechtes Modell. Zwei weitere Baureihen dieser Nutzfahrzeugfamilie, PV7 und PV9, sollen 2027 und 2029 folgen.
Die Basis für die aktuelle Entwicklung reicht zurück bis 2014, als Kia mit dem Soul EV sein erstes Elektroauto nach Deutschland brachte. Mit der Neuausrichtung der Marke ab 2021 wurde Elektromobilität zum strategischen Kernbestandteil, verbunden mit einem neuen Logo und dem schrittweisen Wandel vom klassischen Automobilhersteller zu einem Anbieter von Mobilitätslösungen. Seit vergangenem Jahr läuft im slowakischen Werk Zilina die Fertigung des EV4, seit März 2026 zusätzlich die des EV2, unterstützt durch Design- und Entwicklungsarbeit an den europäischen Standorten in Frankfurt und Rüsselsheim.
Batterien halten offenbar länger als gedacht
Eine verbreitete Sorge vieler Erstkäufer:innen betrifft den Kapazitätsverlust von Batterien über die Nutzungsdauer. Eine aktuelle Untersuchung der schwedischen Gebrauchtwagenplattform Carla liefert dazu Zahlen: Ausgewertet wurden 9953 Batterietests, die zwischen 2022 und 2026 mit der Aviloo-Diagnosemethode durchgeführt wurden. Im Markenvergleich erreichte Kia nach 100.000 gefahrenen Kilometern einen durchschnittlichen Ladezustand (State of Health) von 96,8 Prozent und lag damit vor Hyundai mit 95,4 und Mercedes-Benz mit 95,0 Prozent.
Auch in der Einzelmodellwertung platzierte sich Kia zweimal auf dem Treppchen. Der e-Niro, beziehungsweise Niro EV, erreichte mit 97,25 Prozent den ersten Platz, der EV6 kam mit 95,95 Prozent auf Rang drei. Die weiteren untersuchten Marken, darunter BMW, Ford, Volvo, Polestar, Audi, Škoda, Volkswagen, Porsche, Tesla, Renault und Nissan, bewegten sich zwischen 94,5 und 89,3 Prozent. Carla weist allerdings darauf hin, dass die Werte vor allem als markenübergreifender Vergleich zu verstehen seien, da unterschiedliche Batterietypen innerhalb einer Modellreihe zu abweichenden Ergebnissen führen könnten und die Zahlen keine Garantie für die Leistung eines einzelnen Fahrzeugs darstellten.
Nachfrage zeigt sich auch bei Suchanfragen im Netz
Auch abseits der Zulassungszahlen lässt sich die gestiegene Nachfrage nach Kia-Elektroautos ablesen. Eine Analyse der Online-Plattform Carwow zu den meistgesuchten Automarken im ersten Halbjahr 2026 sieht Kia mit einem Anteil von 7,8 Prozent auf Rang vier der Gesamtsuchen. Bei Suchanfragen speziell zu Elektroautos verzeichnete die Marke ein Plus von 404 Prozent und belegte damit mit einem Anteil von 9,9 Prozent den zweiten Platz.
Thomas Djuren, Geschäftsführer von Kia Deutschland, ordnet die Entwicklung mit Blick auf das laufende Jahr ein: In den ersten sieben Monaten 2026 habe die Marke bereits mehr Elektroautos verkauft als im gesamten Jahr 2025. Der Zuwachs gehe auf eine frühzeitige Ausrichtung der Modellentwicklung an Kundenerwartungen zurück, etwa bei Reichweite, Raumangebot und Ausstattungsdetails wie 230-Volt-Steckdosen oder der Zulassung für den Anhängerbetrieb.
Quelle: Kia – Pressemitteilung









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