Israel: Ab 2030 keine neuen Benzin- und Dieselmotoren mehr

Israel: Ab 2030 keine neuen Benzin- und Dieselmotoren mehr
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 1083293714

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Nach 2030 soll es in Israel nicht mehr möglich sein neue Benzin- oder dieselbetriebene Fahrzeuge zu kaufen. So die Aussage des Energieministeriums am heutigen Dienstag. Stattdessen sollen spätestens ab dann Elektroautos und E-LKWs beziehungsweise Fahrzeuge mit Erdgas unterwegs sein. Dabei ist ganz klar die größte Herausforderung eine erste „kritische Masse“ von Autos zu schaffen, die die lokale Industrie von Benzin- und Dieselmotoren abbringen wird, sagte Energieminister Yuval Steinitz.

Unterstützt wird das Vorhaben durch die Politik, welche mit der Finanzierung von mehr als 2.000 neuen Ladestationen im ganzen Land einen entsprechenden Impuls setzen möchte. Des Weiteren werde man in Israel „die Besteuerung von Elektroautos auf fast Null senken, so dass sie viel billiger sein werden“. Die Kampagne für Elektrofahrzeuge ist Teil eines umfassenderen Plans, Israel vollständig von Benzin, Diesel und Kohle zu entwöhnen. Israel hat in den letzten Jahren riesige Vorkommen von Erdgas, einem saubereren fossilen Brennstoff, entdeckt und stellt seine Kraftwerke entsprechend um.

Der Plan wurde einen Tag nach einem UN-Bericht über den Klimawandel veröffentlicht, der zu großen Veränderungen in der Art und Weise, wie die Menschheit Energie nutzt, aufrief. Der Wendepunkt wird um 2025 erwartet, wenn nach dem Ziel des Ministeriums in Israel rund 177.000 Elektroautos auf der Straße sein werden. Heute sind es nur ein paar Dutzend. Hat man diesen kritischen Knackpunkt überwunden, wird es aus Sicht des Ministeriums einfacher E-Autos in großer Anzahl auf die Straße zu bringen. 2030 rechnet man mit fast 1,5 Millionen E-Fahrzeugen.

Zu diesem Zeitpunkt wird Israel den Import von neuen Diesel- oder Benzinfahrzeugen nach Israel nicht mehr zulassen. Alle neuen Autos werden dann elektrisch sein. Busse und Lastwagen werden entweder elektrisch oder mit komprimiertem Erdgas betrieben. Steinitz gab zu verstehen, dass man die „Unternehmen zwinge, Elektroautos nach Israel zu bringen, und die Öl- und Benzinunternehmen, auf Ladestationen in ihren Tankstellen oder Tankstellen umzusteigen“. Die Regierung, so sagte er, werde den Plan voraussichtlich bis Ende des Jahres genehmigen.

Nicht nur in Israel auch in Italien gibt es Entscheidungen gegen Diesel-Fahrzeuge: Die Stadt Rom und der Autohersteller Fiat Chrysler wollen künftig keine Diesel-Fahrzeuge mehr. Auch Brüssel sperrt bis 2030 Diesel-Fahrzeuge aus der Stadt aus.

Immer mehr Länder weltweit, neben Israel, bekennen sich dazu in Zukunft Autos mit Verbrennungsmotoren zu verbieten. Auch Dänemark zieht nach und will ab 2030 den Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotoren verbieten. Somit geht man Hand in Hand mit London und den NiederlandeIn Schottland soll das Verbrenner-Verbot ab 2032 greifenSpäter wird es in Island, dort rechnet man ab 2040 mit einem solchen Verbot, gleiches gilt für Großbritannien, wo das Verbot dann auch außerhalb der Hauptstadt zum Tragen kommen soll. Japan beschließt ab 2050 das Aus für den Verbrennungsmotor.

Quelle: Reuters – Israel aims for zero new gasoline, diesel-powered vehicles by 2030

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Batterieabhängigkeit kostet Europa bis 150 Milliarden Euro

Batterieabhängigkeit kostet Europa bis 150 Milliarden Euro

Sebastian Henßler  —  

Eine neue Deloitte-Studie zeigt, dass Europas Automobilindustrie bis 2030 bis zu 150 Milliarden Euro an Wertschöpfung verlieren könnte.

Hankooks Reifen der Zukunft: luftlos, farbig, abbaubar

Hankooks Reifen der Zukunft: luftlos, farbig, abbaubar

Sebastian Henßler  —  

Luftlos, transparent, biologisch abbaubar: Hankooks Konzeptreifen bricht mit allen Konventionen. Was heute schon geht und was fehlt, bis er serienreif ist.

Automobilindustrie vor Tabubruch: Müssen deutsche Werke bald China-Autos bauen?

Automobilindustrie vor Tabubruch: Müssen deutsche Werke bald China-Autos bauen?

Daniel Krenzer  —  

VDA-Präsidentin Hildegard Müller warnt vor gefährdeten Werken in Deutschland. Kooperationen mit chinesischen Herstellern könnten helfen, Jobs zu sichern.

Bosch-Betriebsrat fordert Taskforce für Autoindustrie

Bosch-Betriebsrat fordert Taskforce für Autoindustrie

Sebastian Henßler  —  

Nach den Protesten bei Mercedes-Benz fordert Bosch eine Taskforce. Auch beim Volkswagen-Konzern sollen laut IG Metall Beschäftigtenaktionen folgen.

Krankenstand bei Automobilzulieferern auf Rekordniveau

Krankenstand bei Automobilzulieferern auf Rekordniveau

Daniel Krenzer  —  

Bei Automobilzulieferern steigt der Krankenstand laut AOK auf 8,94 Prozent. Besonders psychische Fehlzeiten nehmen demnach zu.

EU plant Ausweitung des CO2-Preises – Automobilverband kritisiert

EU plant Ausweitung des CO2-Preises – Automobilverband kritisiert

Maria Glaser  —  

Der europäische Verband ACEA hat eine Stellungnahme zur Ausweitung des CO2-Grenzausgleichsmechanismus CBAM der EU veröffentlicht.

Normale Reifen am E-Auto: Ein teurer Kompromiss

Normale Reifen am E-Auto: Ein teurer Kompromiss

Sebastian Henßler  —  

Drei Viertel der E-Fahrer:innen kennen EV-Reifen, aber kaum jemand fühlt sich beim Kauf gut informiert. Drei Mythen über Reifen erklären, warum das so ist.