Interesse für E-Autos und Hybride steigt – Umweltbonus kaum verantwortlich dafür

Interesse für E-Autos und Hybride steigt – Umweltbonus kaum verantwortlich dafür
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfoto-Nummer: 1036264075

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Der Zuspruch für reine Elektroautos steigt unter Deutschlands Autofahrern, dies hat das Umfrageinstitut YouGov im Auftrag des Vergleichportals Check24 ermittelt. Dabei lässt sich festhalten, dass demnach elf Prozent der Autokaufinteressenten ein rein elektrisches Auto in Betracht ziehen und kaufen wollen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Interesse somit um vier Prozentpunkte gestiegen. Mittlerweile ist es demnach so, dass jeder zehnte PKW-Kauf ein E-Auto sein könnte.

Aber auch Hybride steigen im Interesse – YouGov gibt hier nicht an ob reine Hybride oder Plug-In-Hybride. Das Interesse soll auf 13 Prozent gestiegen sein, im August 2019 waren es noch 10 Prozent. Interessant ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen, dass der Zuschuss von Staat und Hersteller, in Form des Umweltbonus beziehungsweise der Innovationsprämie kaum einen Ausschlag gibt. Trotz der Tatsache, dass es bis zu 9.000 Euro beim Kauf qualifizierter E-Autos an Zuschuss gibt. Knapp drei Viertel – 73 Prozent – der Verbraucher sagten, dass die Prämie keinen Einfluss auf ihre Pläne habe.

Zur Erinnerung: Seit dem 08. Juli ist die deutlich erhöhte Kaufprämie für Elektroautos in Kraft getreten. Wohlgemerkt rückwirkend für Autokäufe seit dem 03. Juni dieses Jahres. Die Hersteller selbst werden ihren Anteil nicht verdoppeln. Geführt wird die Steigerung des Anteils der Bundesregierung als sogenannte “Innovationsprämie”. Das bedeutet zum Beispiel, dass bis zu einem Nettolistenpreis des E-Fahrzeugs von bis zu 40.000 Euro die Förderung des Bundes von 3.000 auf 6.000 Euro steigt. Diese Maßnahme ist befristet bis 31.12.2021. Bei der Besteuerung von reinelektrischen Dienstwagen von 0,25% wird zudem die Kaufpreisgrenze von 40.000 Euro auf 60.000 Euro erhöht. Für Plug-in-Hybride sind es bis zu 6.750 Euro Förderung.

Insgesamt bevorzugen nach wie vor knapp 60 Prozent ein Auto mit Benzin- oder Dieselmotor. Woran das liegt, haben die Meinungsforscher nicht ermittelt, doch übliche Einwände gegen Elektroautos sind hohe Preise und niedrige Reichweiten. Bei den Versicherungskosten gibt es laut Check24 keine allgemein gültige Aussage, manche Modelle sind teurer zu versichern als ähnliche Autos mit herkömmlichem Motor, andere günstiger. Aus eigener Erfahrung und nach Austausch mit Versicherungsspezialist Verti konnten wir aufzeigen, dass E-Auto-Versicherungen durchaus auch günstiger als beim Verbrenner sein können.

Quelle: Automobilwoche – Kaufinteresse an reinen Elektroautos und Hybridwagen steigt

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Politik

Hohe Spritpreise: Mit E-Autos raus aus der fossilen Abhängigkeit

Hohe Spritpreise: Mit E-Autos raus aus der fossilen Abhängigkeit

Michael Neißendorfer  —  

Die Spritpreise haben angesichts des Irankriegs zum ersten Mal seit Jahren wieder die Schwelle von 2 Euro übersprungen. Autofahren ginge auch günstiger.

Eon: Warum Stromnetze zum Engpass der Energiewende werden

Eon: Warum Stromnetze zum Engpass der Energiewende werden

Sebastian Henßler  —  

Warum Netze für die Energiewende entscheidend sind, KI den Strombedarf verändert und er Solarförderung infrage stellt, erklärt der Eon-Chef im OMR-Podcast.

Auf dem Weg zur Elektromobilität bremst vor allem die Verunsicherung

Auf dem Weg zur Elektromobilität bremst vor allem die Verunsicherung

Michael Neißendorfer  —  

Die Elektromobilität steht weniger vor einer technischen als vor einer kommunikativen Herausforderung. Sie hat großes Potenzial – aber auch viele Bremser.

Irankrieg: „Erneuerbare Energien sind Sicherheitsenergien“

Irankrieg: „Erneuerbare Energien sind Sicherheitsenergien“

Michael Neißendorfer  —  

„Verbraucher zahlen die Zeche“ für die Abhängigkeit von Öl und Gas, wie der Irankrieg schmerzlich vor Augen führt. Dabei gäbe es schon heute Alternativen.

„Made in EU“-Pläne stellen europäische Autobauer vor schwierige Fragen

„Made in EU“-Pläne stellen europäische Autobauer vor schwierige Fragen

Tobias Stahl  —  

Die EU-Kommission plant, Subventionen für Autobauer an Mindestquoten für europäische Komponenten zu koppeln. EU-Länder bewerten das Vorhaben unterschiedlich.

E-Auto-Förderung wird von EU-Vorschlag nicht beeinflusst

E-Auto-Förderung wird von EU-Vorschlag nicht beeinflusst

Michael Neißendorfer  —  

Der Industrial Accelerator Act der EU steht der deutschen Förderung für Elektroautos nicht im Weg, wie das Bundesumweltministerium klarstellt.

THG-Quote: ZDK fordert Stärkung von E-Mobilität und E-Fuels zugleich

THG-Quote: ZDK fordert Stärkung von E-Mobilität und E-Fuels zugleich

Michael Neißendorfer  —  

Der ZDK begrüßt den Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung der THG-Quote und fordert neben der E-Mobilität einen Fokus auf E-Fuels für die Bestandsflotte.