Inkubator-Programm von Volkswagen geht mit fünf Start-ups in die nächste Runde

Inkubator-Programm von Volkswagen geht mit fünf Start-ups in die nächste Runde
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Das Start-up-Programm von Volkswagen ist in ihre fünfte Runde gestartet. Fünf Start-ups werden für ein halbes Jahr mit der Gläsernen Manufaktur und dem Volkswagen-Konzern zusammenarbeiten. Erstmals fand der Start einer neuen Klasse des „Future Mobility Incubator“ virtuell statt. Die Präsenztermine in der Gläsernen Manufaktur werden gerade ausgeplant. Bis Ende November haben die Gründer nun Zeit, ihre Ideen mit Unterstützung bereits feststehender Fachabteilungen in Wolfsburg, Berlin und Dresden voranzutreiben.

Die Start-ups der Class #5 und ihre Konzepte:

DENKweit ist eine Ausgründung der Fraunhofer Gesellschaft mit Sitz in Halle/Saale. Sie verknüpfen innovative Sensorik mit selbst entwickelten, maschinenlernenden Algorithmen zur Datenauswertung. Im automobilen Umfeld können so Batterien für Elektroautos qualitativ bis auf die einzelne Zelle geprüft werden.

VRENDEX aus Chemnitz bildet physische Fahrzeug-Prototypen und Produkte digital ab, etwa um Mitarbeiter zu schulen. Dazu setzt das Unternehmen die Technologien Virtual Reality (VR), Augmented Reality (AR) und 360° ein. Partner bei Volkswagen: Das Volkswagen Bildungsinstitut mit Sitz in Zwickau.

Sustify aus Berlin ist eine webbasierte Lern-App für Fabriken in Asien. Sie hilft dabei, dass globale Lieferketten rechtskonform bleiben. Das Ziel: Arbeiter spielerisch zu sensibilisieren, dass sie festgelegte Sozial- und Umweltstandards für Gesundheits- und Brandschutz kennen, verstehen und einhalten. Das Besondere: Die App richtet sich auch an Analphabeten.

Die Londoner Firma ev.energy möchte das Aufladen von rein elektrischen Fahrzeugen umweltfreundlicher, billiger und einfacher gestalten. Möglich wird das durch eine Software, die den Energiemarkt im Blick hat und so etwa den preislich günstigsten Zeitpunkt für das Laden von Grünstrom findet. Im Rahmen des Future Mobility Incubators ist ein Pilotprojekt mit Elli geplant, einer Tochtergesellschaft von Volkswagen.

Die Nutzung von Smartphones während des Autofahrens ist ein großes Sicherheitsrisiko. Darauf zielt KarChing ab. Das US-Start-up aus Chicago arbeitet mit Versicherungen zusammen und hat vor allem Fahranfänger im Fokus. Umsichtiges, sicheres und Smartphone-freies Fahren wird mittels einer sozialen Plattform monetär belohnt.

„Der Future Mobility Incubator ist ein wichtiges Projekt für Volkswagen, um frische und innovative Ideen im Konzern zu verankern. Wir fördern Innovationen damit auch in global herausfordernden Zeiten.“ — Reinhard de Vries, Geschäftsführer Technik und Logistik bei Volkswagen Sachsen

In bewährter Form erfolgt auch der fünfte Start-up-Durchlauf in Kooperation mit der Landeshauptstadt Dresden. „Das Erfolgsmodell Future Mobility Incubator wird den Fokus von Gründern und Investoren wieder auf den Hightech-Standort Dresden lenken. Die Konzeptideen der neuen Klasse klingen vielversprechend und werden Mobilität und Städte smarter machen. Genau da wollen wir hin“, sagt Dr. Robert Franke, Leiter des Amts für Wirtschaftsförderung. „Wir werden weiter daran arbeiten, erfolgreiche Projekte auch in Dresden anzusiedeln.“

Der Inkubator in Dresden richtet sich gezielt an Start-ups und Gründer aus dem Bereich Mobilität, Industrie & Logistik 4.0 sowie Nachhaltigkeit. Teil des Inkubator-Programms ist eine finanzielle Unterstützung von bis zu 15.000 Euro pro Start-up. Den Inkubator gibt es seit August 2017. Die Gläserne Manufaktur bietet im Rahmen des Start-up-Programms unter anderem folgende Unterstützung: Kontakt zu Experten, Entwicklern und Entscheidern des Volkswagen Konzerns; Projektmanagement; Nähe zur Start-up-Szene sowie finanzielle und personelle Unterstützung durch die Landeshauptstadt Dresden, etwa beim Wunsch nach Ansiedelung.

Quelle: Volkswagen — Pressemitteilung vom 03.06.2020

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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