Hyundai startet in Sachen Software in ein völlig neues Kapitel

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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
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Der südkoreanische Automobilhersteller Hyundai hat auf einer Konferenz in Seoul seine neue Marke für Mobilitätssoftware namens Pleos vorgestellt und Pläne für eine Zusammenarbeit mit globalen Partnern zur Verbesserung der Ökosysteme für fahrzeuginterne Apps enthüllt. Die Auftaktveranstaltung markierte laut Pressemitteilung einen „bedeutenden Schritt in Richtung der Entwicklung der Gruppe zu einem Unternehmen für Mobilitätstechnologie“, indem der Entwicklungsstand von softwaredefinierten Fahrzeugen (SDV) vorgestellt und Pläne für die Schaffung eines Marktes und eines Ökosystems für fahrzeuginterne Apps auf der Grundlage des Infotainmentsystems der nächsten Generation bekannt gegeben wurden.

Während seiner Grundsatzrede kündigte Chang Song, Präsident und Leiter der Abteilung Advanced Vehicle Platform (AVP) von Hyundai Motor und Kia, offiziell Pleos an. „In der sich schnell verändernden Automobilindustrie widmet sich die Hyundai Motor Group seit 2023 der Entwicklung von SDV. Heute wandeln wir uns zu einem Unternehmen, das softwarebasierte Mobilitätserfahrungen anbietet“, sagte Song. Weiter führte er aus: „Unser oberstes Ziel ist es, Cloud Mobility zu erreichen, bei der alle Formen der Mobilität durch Software in der Cloud verbunden sind und sich im Laufe der Zeit kontinuierlich weiterentwickeln. Pleos dient dazu, ein vernetztes Mobilitätserlebnis zu schaffen, das sich vom Fahrzeug über Flotten, Hardware und Software bis hin zur gesamten Mobilitätsinfrastruktur und den Städten erstreckt.“

Was genau sich hinter Pleos verbirgt, ist in der Mitteilung wie folgt beschrieben: „Pleos ist eine Mobilitäts-Softwareplattform, die alle in Bewegung befindlichen Geräte dabei unterstützt, sich autonom zu bewegen und intelligent verwaltet zu werden. Sie verbindet Transport und Infrastruktur, einschließlich Fahrzeuge, um Nutzern, Unternehmen und Städten dabei zu helfen, eine freiere und effizientere Mobilitätsumgebung zu schaffen.“

Grundlage für jede Menge Verbesserungen

Pleos ist demnach eine End-to-End-Softwareplattform, die Hochleistungs-Chips und -Controller, Fahrzeugbetriebssystem, Infotainmentsystem, Cloud-Infrastruktur, Flottenmanagement sowie Lösungen zur Optimierung von Mobilität und Logistik integriert. „Dieser Technologie-Stack ermöglicht eine Reihe intelligenter Mobilitätsfunktionen – wie autonomes Fahren, Fahrzeugvernetzung, Echtzeit-Datenanalyse und optimierte Routenplanung – und bildet so die Grundlage für die Verbesserung des Nutzererlebnisses und die Maximierung der Effizienz städtischer Mobilitätsabläufe“, führt Hyundai aus.

Pleos ist ein zusammengesetztes Wort, das das griechische Wort „Pleo“ („mehr“) und „OS“ für „Betriebssystem“ kombiniert. Es verkörpere das Engagement der Gruppe für die Weiterentwicklung von Technologie, indem es der Bewegung von Menschen und Objekten einen nutzerorientierten Mehrwert verleiht, um mehr Bewegungsfreiheit zu erreichen. Um eine softwarebasierte Mobilitätsumgebung zu schaffen, entwickelt die Gruppe SDV durch Innovationen in der elektrischen und elektronischen (E&E) Architektur sowie durch die Entwicklung des eigenen Fahrzeugbetriebssystems der Hyundai Motor Group und Pleos Connect weiter. Diese Fortschritte ermöglichen es laut Mitteilung Fahrzeugen, als effiziente und flexible Softwareplattformen zu dienen und die Konnektivität zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur zu stärken.

Das von der Hyundai Motor Group selbst entwickelte Fahrzeugsteuerungsbetriebssystem ist für den softwaredefinierten Betrieb ausgelegt und verwendet eine E&E-Architektur, die Hochleistungsfahrzeugcomputer (HPVC) und zonenspezifische Steuerungen kombiniert. Ferner verbessere es die Systemleistung und -stabilität durch eine modulare, standardisierte Architektur und ermögliche kontinuierliche Updates und Funktionserweiterungen durch Entkopplung von Hardware- und Softwareentwicklungen.

Ein Infotainment-System der nächsten Generation, das auf dem Android Automotive OS (AAOS) basiert und über einzigartige, anpassbare und benutzerfreundliche Funktionen verfügt, ermöglicht der Mitteilung nach maximale Offenheit und Skalierbarkeit des Android-Entwicklungsökosystems und verbesserte Kompatibilität mit mobilen Apps für eine vertraute Benutzererfahrung. Zudem verfügt es über eine Smartphone-ähnliche Benutzeroberfläche mit Split-View, Multi-Window-Funktionen und „Gleo AI“-Spracherkennung für intelligente Fahrzeugsteuerung. Es bietet ferner eine personalisierte Serviceumgebung auf Basis von „Pleos ID“ – ein einziges, vernetztes Benutzerprofil, das in jedem Pleos Connect-basierten Fahrzeug zugänglich ist. Pleos Connect, so sein Name, soll im zweiten Quartal 2026 in Fahrzeugen eingeführt werden und bis 2030 auf mehr als 20 Millionen Fahrzeuge ausgeweitet werden.

Hyundais Autos werden zu Lernmaschinen

Die offene Entwicklungsplattform Pleos Playground ermögliche es Drittanbietern von mobilen Apps, frei auf Endpunkte der Automobilsoftware zuzugreifen – Fahrzeuge, Cloud, Analysen und Zubehör. Sie stelle das AAOS-Softwareentwicklungskit (SDK) und grundlegende Tools sowie die erweiterten SDKs von Pleos Connect, Design-Guides, APIs, Beispielcodes und Entwicklungsunterstützungstools bereit. Entwickler können ihre Apps über den „App Market“ vertreiben, wo Benutzer Apps wie in der mobilen Umgebung einfach herunterladen und aktualisieren können. AUßerdem unterstützt es „Plug & Play“ für die direkte Verbindung externer Hardware mit dem Fahrzeug ohne zusätzliche Einstellungen.

„Diese offene Entwicklungsplattform kann zur Diversifizierung des Ökosystems der fahrzeuginternen Apps beitragen, indem sie Hindernisse für Entwickler beseitigt, die an der Entwicklung von fahrzeuginternen Apps teilnehmen möchten. Durch diesen offenen Ansatz kann die Gruppe kreative Ideen von Entwicklern weltweit anziehen, effektiver auf Kundenbedürfnisse reagieren und die nächste Welle von Innovationen bei SDV vorantreiben“, erläutert Hyundai die Hintergründe.

Die Gruppe stellte zudem die „Next Urban Mobility Alliance“ (Numa) vor, die darauf abzielt, eine cloudbasierte Mobilitätsvision zu verwirklichen, indem ein öffentlich-privater Partnerschaftsrahmen geschaffen wird, um Bewegungen in einer autonomen Transportumgebung zu verbinden und zu optimieren. Durch die Zusammenarbeit befasse sich Numa mit sozialen Fragen wie Mobilitätsrechten, regionaler Entvölkerung und der Klimakrise, um die Bewegungsfreiheit zu verbessern.

Hyundai kündigte außerdem Pläne zur Umsetzung des autonomen Fahrens der Stufe 2+ (L2+) bis Ende 2027 an. Das System der Stufe 2+ erkennt die Fahrzeugumgebung durch Kameras und Radare und trifft komplexere Entscheidungen auf der Grundlage seiner auf künstlicher Intelligenz basierenden Deep-Learning-Entscheidungsstrukturen. Die Gruppe plant, die Effizienz des KI-Modells durch Gewichtsreduzierung kontinuierlich zu optimieren und gleichzeitig die Effizienz und Leistung des Trainings durch den Einsatz von für Fahrzeuge optimierten neuronalen Verarbeitungseinheiten (NPU) und einer groß angelegten Trainingsinfrastruktur zu verbessern. Durch diese Bemühungen beabsichtigt die Gruppe, ihre Autos zu selbstlernenden und sich kontinuierlich weiterentwickelnden „Lernmaschinen“ zu machen.

Quelle: Hyundai – Pressemitteilung vom 27. März 2025

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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