Hyundai Mobis entwickelt E-Auto-Akku mit integriertem Feuerlöscher

Hyundai Mobis entwickelt E-Auto-Akku mit integriertem Feuerlöscher
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Hyundai Mobis

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Soviel vorweg: Die Brandgefahr von E-Autos ist deutlich geringer als von Verbrenner-Fahrzeugen, wie mehrere Studien und auch Feuerwehrverbände mitgeteilt haben. Allein in Deutschland geraten Jahr für Jahr etwa 15.000 Benziner und Diesel in Brand, mehr als 40 pro Tag, die sich in der Regel mit bewährten Mitteln schnell löschen lassen. Kommt es aber bei einem E-Auto zu einem Akkubrand, hauptsächlich mit schweren Unfällen als Auslöser, lässt sich dieser nur schwerlich und mit viel Zeitaufwand zuverlässig löschen.

Um dem entgegenzuwirken hat Hyundai Mobis eine Technologie entwickelt, die das thermische Durchgehen von Akkus in Elektrofahrzeugen verhindern soll. Sie könne einen Brand durch das Versprühen eines Feuerlöschmittels unmittelbar löschen, sobald eine Batteriezelle Feuer fängt. Dies ist die erste Technologie, die thermisches Durchgehen verhindern kann, indem sie die Wärmeübertragung auf benachbarte Zellen verhindert.

Hyundai Mobis hat das System so konzipiert, dass es das thermische Durchgehen nicht nur durch hitzebeständige Materialien verzögert, sondern von vornherein verhindert. Wichtige Länder wie Europa, China und Indien schreiben vor, dass das thermische Durchgehen nach der ersten Zündung der Batteriezelle mindestens fünf Minuten lang verzögert werden muss. Einige Länder verschärfen ihre Vorschriften, um eine Wärmeübertragung von vornherein zu verhindern. Dementsprechend rechnet sich Hyundai Mobis für seine Feuerlöschfunktion als Sicherheitstechnologie der nächsten Generation auf dem Weltmarkt gute Chancen aus.

Die von Hyundai Mobis entwickelte Batterieeinheit besteht neben den Batteriezellen aus einem Batteriemanagementsystem (BMS) sowie der Löscheinrichtung, bestehend aus Feuerlöschgerät und Batteriegehäuse sowie Softwarelogik zu deren Steuerung. Anhand von Sensoren erfassten Echtzeitdaten analysiert die Steuerung Temperatur und Spannung der Batterie sowie den Druck im Batteriesystem, um Auffälligkeiten zu erkennen. Im Notfall legt sie den Sprühort des Löschmittels fest und steuert das Feuerlöschgerät.

Die Software ist darauf ausgelegt, schnelle und präzise Entscheidungen zu treffen, um auf mögliche physikalische Veränderungen im Batteriesystem zu reagieren. Die Entscheidungslogik von Hyundai Mobis verfüge über mehrere Sicherheitsvorrichtungen und eine redundante Algorithmusstruktur.

Das Batteriesystem ist mit einem Feuerlöschmittel ausgestattet, das die fünffache Kapazität eines 3,3-kg-Haushaltsfeuerlöschers hat. Dieses Mittel zeichne sich durch hervorragende Kühl-, Isolier- und Durchlässigkeitseigenschaften aus und soll sowohl für die Umwelt als auch für den menschlichen Körper unbedenklich sein. Hyundai Mobis hat insgesamt drei nationale und internationale Patente angemeldet, darunter für ein Batteriegehäuse und eine Feuerlöschvorrichtung. Dazu gehören auch Leitungen für Feuerlöschmittel und ein Design, das Hochdrucksprühen ermöglicht.

Hyundai Mobis hat erst kürzlich ein neues Material entwickelt, das eine Überhitzung der Batterie verhindert, und konzentriert sich derzeit auf dessen Vermarktung. Dieses Material besteht aus einer Aluminiumlegierung und einem Kühlmittel. Durch die Platzierung zwischen den Batteriezellen kann die Innentemperatur des Batteriesystems gesenkt werden. Es wird erwartet, dass es als Wärmemanagementsystem eingesetzt wird, das die Wärme auch bei Schnellladung zuverlässig regelt.

Quelle: Hyundai Mobis – Pressemitteilung vom 15.04.2025

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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