Welche Art Haushalt bevorzugt E-Auto und Plug-in-Hybrid fährt

Welche Art Haushalt bevorzugt E-Auto und Plug-in-Hybrid fährt
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Ab diesem Jahr möchte die Bundesregierung eine Förderung beim Kauf oder beim Leasing eines neuen E-Autos oder Plug-in-Hybrids durch Privatpersonen einführen. Bei der Förderung soll es auch einen Bonus für Familien und Haushalte mit niedrigeren Einkommen geben, womit einer bislang in den Statistiken unterrepräsentierter Gruppe der Zugang zur Elektromobilität erleichtert werden soll.

Lediglich 1,3 Prozent der Haushalte mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen unter 2600 Euro besaßen 2023 (!) mindestens ein E-Auto oder einen Plug-in-Hybrid, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitsamt einigen anderen interessanten Kennzahlen mitteilt. Bei Haushalten mit einem Einkommen von 2600 bis unter 3600 Euro monatlich waren es 3,5 Prozent, bei einem Einkommen von 3600 bis unter 5000 Euro monatlich waren es 5,4 Prozent.

Dagegen besaßen 13,4 Prozent der Haushalte mit einem monatlichen Haushaltseinkommen von 5000 Euro oder mehr ein oder mehrere E-Autos oder Plug-in-Hybride. Insgesamt besaßen 6,0 Prozent der privaten Haushalte im Jahr 2023 mindestens ein Elektroauto oder einen Plug-in Hybrid. Allgemein besaßen 80 Prozent der Privathaushalte mindestens einen Pkw – egal, ob E-Auto, Plug-in-Hybrid, Benziner oder Diesel.

Leider bezieht sich Destatis in seiner Auswertung auf Angaben aus dem Jahr 2023. Seither ist viel passiert auf dem Markt für Elektroautos und Plug-in-Hybride, gerade bei den reinen E-Autos und günstigeren Modellen für kleinere Geldbeutel hat sich die Modellvielfalt erhöht. Die Anteile dürften zum aktuellen Zeitpunkt bereits deutlich höher liegen.

Statistisches Bundesamt

Knapp 12 Prozent der Paarhaushalte mit Kindern fahren elektrisch

Paare mit Kindern (unter 18 Jahren) hatten häufiger ein E-Auto oder einen Plug-in-Hybrid als Paare ohne Kinder: 11,5 Prozent der Paarhaushalte mit Kindern besaßen mindestens ein solches Fahrzeug gegenüber 7,5 Prozent der Paarhaushalte ohne Kinder. Je nach Zahl der Kinder im Haushalt ist die Ausstattung mit E-Autos oder Plug-in-Hybriden unterschiedlich: Bei Paaren mit einem Kind waren es 10,6 Prozent der Haushalte, bei Paaren mit zwei Kindern 12,6 Prozent und bei Paaren mit drei und mehr Kindern 10,7 Prozent. Bei Alleinlebenden besaßen 2,2 Prozent der Haushalte diese Art von Fahrzeug.

Vorwiegend elektrisch betriebene Neuwagen oder Leasingfahrzeuge in den Haushalten

Bei Haushalten, die mindestens ein E-Auto oder einen Plug-in-Hybrid besaßen, waren dies vorwiegend Neuwagen oder Leasingfahrzeuge: Knapp die Hälfte (48,5 Prozent) besaß mindestens ein neu gekauftes E-Auto oder einen neu gekauften Plug-in-Hybrid. Bei 45,2 Prozent dieser Haushalte war mindestens ein geleastes E-Auto oder ein geleaster Plug-in-Hybrid vorhanden. Einen entsprechenden Gebrauchtwagen besaßen 15,2 Prozent der Haushalte, bei denen ein E-Auto oder ein Plug-in-Hybrid vorhanden war.

Anteil der neu zugelassenen Autos mit Elektroantrieb zuletzt wieder gestiegen

Der Anteil von Pkws mit Elektroantrieb an allen Pkw-Neuzulassungen ist zuletzt wieder gestiegen. Im Jahr 2025 waren nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes 30 Prozent aller neu zugelassenen Pkw mit einem Elektroantrieb ausgestattet, als reines Elektroauto oder Plug-in-Hybrid. Im Jahr 2024 hatten Pkws mit Elektroantrieben noch 20,3 Prozent aller Neuzulassungen ausgemacht. Insgesamt wurden 2025 gut 856.500 elektrisch betriebene Pkws neu zugelassen. Darunter waren gut 545.100 rein batteriebetriebene Elektroautos, die 19,1 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen des Jahres 2025 ausmachten (2024: 13,5 Prozent).

160.000 öffentliche Ladestationen in Deutschland

Damit Elektroautos und Plug-in-Hybride überall elektrisch fahren können, ist eine flächendeckende Ladeinfrastruktur notwendig. Gut 160.000 öffentliche Ladepunkte gab es zum 1. Januar 2025 in Deutschland. Davon waren knapp 36.000 Schnellladepunkte. Dabei gibt es regionale Unterschiede, wie der Deutschlandatlas zeigt: Besonders in Bayern und Baden-Württemberg gibt es verhältnismäßig viele Ladestationen. Auch in den Landkreisen an der Nordseeküste ist die Zahl hoch. Niedrig ist sie hingegen in den ostdeutschen Bundesländern, vor allem in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen.

Im Bundesdurchschnitt liegt die nächste öffentlich zugängliche Ladesäule sieben Minuten mit dem Auto entfernt. In Ballungsräumen sind es oft nur zwei bis fünf Minuten zur nächsten Ladestation, in siedlungsarmen Regionen hingegen zum Teil bis zu 30 Minuten.

Quelle: Destatis – Pressemitteilung vom 21.01.2026

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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