Hamburg: Northvolt und EMR nehmen Recycling-Anlage für Elektroauto-Batterien in Betrieb

Hamburg: Northvolt und EMR nehmen Recycling-Anlage für Elektroauto-Batterien in Betrieb
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Northvolt

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Der Batteriezellenhersteller Northvolt und der Metallrecycler EMR haben eine Batterierecyclinganlage in Hamburg-Billbrook errichtet. Die neuartige Anlage soll Traktionsbatterien von Elektroautos recyceln, die das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben. Sie bietet damit dringend benötigte Kapazitäten für das Batterierecycling in Europa, da der Rücklauf von Traktionsbatterien kontinuierlich zunimmt.

Die neue Anlage werde eine entscheidende Rolle bei der Zerlegung, dem sogenannten Dismantling, komplexer Traktionsbatterien spielen, bevor das Material weiterverarbeitet oder in die zirkuläre Lieferkette zurückgeführt wird, so Northvolt in einer aktuellen Mitteilung. In der 12.000 Quadratmeter großen Recyclinganlage in der Halskestraße in Hamburg Billbrook können etwa 10.000 Tonnen Batteriepacks pro Jahr entladen und demontiert werden. Die Anlage wird von EMR betrieben und ausgestattet. Northvolt hat die Anlagen- und Prozessplanung übernommen, zudem hat das schwedische Unternehmen eigens entwickelte Batterieentlade- und Demontagelösungen integriert.

Die Entladung und Demontage von Batteriepacks ist der erste Schritt im Batterierecyclingprozess. Mit mehr als 70 Jahren Erfahrung in der Metallrecyclingbranche nutzt EMR seine Expertise und Prozesserfahrung, um das hochwertige Kupfer und Aluminium schonend zu entfernen, damit das Material wiederverwendet werden kann. Die Rohstoffe werden zur Herstellung von Batterierahmen für Elektroautos benötigt, um die nächste elektrische Fahrzeug-Generation nachhaltig auszustatten.

Danach werden die verbleibenden Batteriemodule, die aus den Packs in der Anlage gewonnen werden, zur Wiederverwertung an Northvolts Produktionsstätten geliefert. Dort werden die Module zerkleinert, um die Rückgewinnung von Kunststoffen, Aluminium und Kupfer zu ermöglichen. Das verbleibende Material, bekannt als Schwarze Masse, wird in der “Revolt Ett“ Recyclinganlage in Nordschweden mit Northvolts Hydromettechnologie aufbereitet, um Batteriematerialien wie Lithium, Nickel, Mangan und Kobalt zurückzugewinnen.

Im nächsten Schritte werden diese Materialien in die Northvolt-Kathodenmaterialproduktion transferiert, die wiederum die Batterieproduktion vor Ort unterstützt. Sobald „Revolt Ett“ vollständig aufgebaut ist, werde es die Verarbeitung von 125.000 Tonnen Schwarzer Masse pro Jahr ermöglichen – genug, um etwa die Hälfte des Rohstoffbedarfs der Kathodenproduktion der ersten Northvolt Gigafactory, Northvolt Ett in Skelleftea, zu decken.

In jedem Prozessschritt schafft das von EMR und Northvolt recycelte Material einen völlig neuen Weg zur Beschaffung der für die Batterieherstellung benötigten Mineralien – einen Weg, der ökonomisch und ökologisch vorteilhafter ist als die klassische Rohstoffgewinnung durch Bergbau.

Die Anlage in der Halsekstraße in Hamburg-Billbrook wurde vor wenigen Tagen durch den Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt, Dr. Peter Tschentscher, im Rahmen eines Betriebsrundgangs offiziell eröffnet. Die Zulieferung mit Traktionsbatterien erfolgt durch Northvolt mit in Europa erworbenen Batteriepacks und -modulen. Neben ausgemusterten Batteriepacks unterschiedlicher Bauart ist die Anlage auch für die Annahme und Aufbereitung von zurückgerufenen Batteriepacks ausgerüstet.

Mit diesen variablen Einsatzmöglichkeiten stelle die Anlage ein Schlüsselelement in Northvolts Angebotsportfolio an seine Automobilkunden und andere potenzielle Partner dar, die EV-Batterierecyclinglösungen- und kapazitäten benötigen.

„Ein wichtiges Projekt für die Zukunft der E-Mobilität in Deutschland“

In Billbrook entsteht Hamburgs erste Recyclinganlage für E-Fahrzeug-Batterien. Die Anlage von Northvolt und EMR ist ein wichtiges Projekt für die Zukunft der E-Mobilität in Deutschland“, sagt Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister Freie und Hansestadt Hamburg. „Recycling spart Rohstoffe und schützt die Umwelt. Damit erhält die deutsche Automobilindustrie eine bessere Zukunftsperspektive. Sie wird unabhängiger vom Import seltener und teurer Rohstoffe und macht Fortschritt im Sinne der Kreislaufwirtschaft.

Die Fähigkeit, Batterien effektiv zu recyceln, ist entscheidend, um die Revolution der Elektroautos so nachhaltig wie möglich zu gestalten. Mit der Anlage in Hamburg sind wir bereit, große Mengen europäischer Batterien zu recyceln und unsere Fortschritte bei der Etablierung einer zirkulären Batterieindustrie weiter voranzutreiben“, sagt Emma Nehrenheim, Chief Environmental Officer bei Northvolt.

Quelle: Northvolt – Pressemitteilung vom 24.08.2023

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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