GM arbeitet an Brennstoffzellen-Lkw für emissionsarme Baustellen

GM arbeitet an Brennstoffzellen-Lkw für emissionsarme Baustellen
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General Motors (GM)

Benny Weisenfels
Benny Weisenfels
  —  Lesedauer 4 min

Wenn es um Elektrifizierung geht, nehme General Motors die Einführung von Fahrzeugen und Anwendungen mit null Abgasemissionen ernst, wie der Hersteller erklärt. Von Lithium-Ionen-Batterien bis hin zu Wasserstoff-Brennstoffzellen sei GM bestrebt, anderen Unternehmen zu helfen, diese Lösungen in ihre Geschäftsabläufe zu integrieren – und das gehe über die Brennstoffzellen und Batterien hinaus.

GMs neuestes projektbezogenes zu Brennstoffzellen ist ein auf Wasserstoff basierendes Arbeitsumfeld, das sich um seine Flotte mittelschwerer Brennstoffzellen-Lkw dreht. Mit Mitteln aus dem sogenannte „SuperTruck 3“-Programm des Department of Energy und dem Hydrogen and Fuel Cell Technologies Office führe der US-amerikanische Autobauer ein Pilotprogramm an, das die realen Anwendungen von Brennstoffzellen für Flotten- und Gewerbekunden demonstriert.

Basierend auf einem Chevrolet Silverado 5500 MD 2024 werden diese Flottenversuchsfahrzeuge von sogenannten Hydrotec-Brennstoffzellensystemen angetrieben. Die Prototyp-Lkw sollen laut GM eine Reichweite von über 300 Meilen (mehr als 480 km) und eine zulässige Gesamtmasse von 19.500 Pfund, umgerechnet 8,8 Tonnen, aufweisen. Die Lkw arbeiten mit einer nativen 800V-Architektur und können laut GM mehr als 300 kW Spitzenleistung erzeugen.

Brennstoffzellen als Teil der GM-Elektrifizierungsstrategie

Southern Company, eines der größten Versorgungsunternehmen der Vereinigten Staaten, wird laut offizieller Pressemitteilung mittelschwere Brennstoffzellen-Lkw mit Hydrotec-Antrieb erhalten, die als Betriebsfahrzeuge auf ihren Baustellen eingesetzt werden sollen. Southern Company werde zusammen mit GM und Nel Asa auch ein integriertes Wasserstoff-Mikronetz für die Betankungsinfrastruktur demonstrieren, einschließlich eines stationären, auf Brennstoffzellen basierenden mobilen Stromerzeugers. Nel Asa werde dem Projekt seine PEM-Elektrolyseure zur Verfügung stellen, die dazu beitragen können, grünen Wasserstoff vor Ort zu erzeugen.

„Diese Lastwagen und ihre begleitende Wasserstoffinfrastruktur können eine emissionsfreie Lösung für Lkw-Kunden ermöglichen, die ihre Ziele für saubere Energie erreichen möchten, sowie ihren Betriebslärm und ihren Kohlenstoff-Fußabdruck reduzieren“, sagte Charlie Freese, Executive Director von Global Hydrotec. „GMs fortschrittliche Brennstoffzellentechnologie verleiht diesen Lastwagen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren Diesel-Pendants, mit vergleichbaren Zug- und Nutzlastkapazitäten.“

Brennstoffzellen sind ein wichtiger Bestandteil der Elektrifizierungsstrategie, die über batteriebetriebene Personenkraftwagen hinausgeht, erklärt GM. Brennstoffzellen kombinieren Wasserstoff und Sauerstoff, um durch eine elektrochemische Reaktion Elektrizität zu erzeugen. Die Brennstoffzelle ermöglicht die Umwandlung von in Wasserstoff gespeicherter Energie in Elektrizität, um ein Fahrzeug anzutreiben. Da Brennstoffzellen leicht sind und große Nutzlasten, praxistaugliche Reichweite, leisen Betrieb und schnelles Tanken ermöglichen, könnten sie den Anforderungen der anspruchsvollsten Anwendungen gerecht werden, heißt es. Mit sich schnell ändernden Vorschriften in vielen Ländern haben wasserstoffbetriebene Fahrzeuge den zusätzlichen Vorteil von Null-Emissionen im Vergleich zu Diesel-Fahrzeugen.

US-Armee unterstützt Wasserstoff-Vorhaben

Eine wichtige Säule von GMs Elektrifizierungsstrategie ist nach eigenen Angaben die Entwicklung von Grundlagentechnologien, die anderen Branchen und Unternehmen helfen sollen, ihre Ziele für saubere Energie zu erreichen. Hydrotec-Brennstoffzellen können sowohl Flottenkunden helfen, sich verändernden Vorschriften in Bundesstaaten wie Kalifornien anzupassen, aber auch dazu beitragen, ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und möglicherweise Flottenkosten im Laufe der Zeit zu senken.

Darüber hinaus wurde GM Envolve gegründet, um Flotten den Übergang zu Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeugen zu erleichtern, mit ihnen zusammenzuarbeiten sowie ihnen das breite Spektrum an GM-Technologien einschließlich Brennstoffzellen zur Verfügung zu stellen. GM Envolve arbeite auch mit Wasserstoffinfrastrukturanbietern zusammen, um dort Wasserstoffzentren zu etablieren, wo die Flotten ihn am dringendsten benötigen. Dieses Projekt, entwickelt von Southern Companys Stromtochter Georgia Power, soll sich an einem Kraftwerk in Georgia befinden. Southern Company, GM und Nel beabsichtigen, ihren Mikronetzansatz zu nutzen, um grünen Wasserstoff zu Nebenzeiten zu erzeugen und ihn zu verwenden, wenn Netzstrom am teuersten ist. Dieses gestapelte Wertschöpfungssystem könne sowohl einen erschwinglicheren als auch einen emissionsarmen Ansatz ermöglichen, der die Wirtschaftlichkeit und die Widerstandsfähigkeit verbessern kann.

GMs Brennstoffzellen sollen auch Strom für einen 350-kW-Schnelllader für batteriebetriebene mittelschwere Fahrzeuge und eine zuverlässige Stromversorgung für die Anlage bereitstellen. Letztendlich könnte der Ansatz von Southern Company eine nachhaltige Infrastruktur und Transportmittel für die Zukunft unterstützen. Separat unterstützt das Ground Vehicle Systems Center (GVSC) der US-Armee die Entwicklung der Brennstoffzellenantriebssysteme in mittelschweren Lastwagen mit zusätzlichen Mitteln. Die ersten Prototypen wurden in Südost-Michigan gebaut, wobei Tests auf dem Milford Proving Ground von GM stattfanden.

Quelle: General Motors – Pressemitteilung vom 5.3.2024

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Benny Weisenfels

Benny Weisenfels

Schon als Kind hatte Benny im wahrsten Sinne des Wortes eine Schraube locker. All sein Taschengeld floss in neue Modellautos, um den Spielteppich mit schönen Flitzern zu füllen. Mit dem Erwachsenwerden wurde aus seiner Leidenschaft für Miniaturen eine Faszination für die echten Vorbilder. Heute begeistert ihn alles, was sich Auto nennen darf – egal ob Oldtimer, Sportwagen oder Elektroautos. Vor allem das lautlose Stromern hat es ihm angetan, nachdem er den ersten Tesla Roadster fahren durfte (schon ein paar Jahre her). In und nach seinem Journalismus-Studium schreibt er seit nunmehr mehr als zehn Jahren mit Leidenschaft und Erfahrung für renommierte Fachmedien und Tageszeitungen, stets mit dem Ziel, technologieoffen zu bleiben.

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