GM investiert 3,5 Milliarden Euro in US-Werke

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Sebastian Henßler
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General Motors will in den kommenden zwei Jahren rund 3,5 Milliarden Euro in drei seiner US-Werke stecken. Die Standorte in Michigan, Kansas und Tennessee sollen durch die Investitionen fit gemacht werden für neue Modelle. Dabei geht es nicht nur um Elektroautos, sondern auch um klassische Verbrenner. Der Konzern verfolgt damit eine doppelte Strategie: Einerseits soll die Produktion günstiger Stromer vorbereitet werden, andererseits setzt GM weiterhin auf Benzinmotoren – insbesondere bei großen Autos.

Das Werk in Orion, Michigan, war seit Ende 2023 für Umbauten geschlossen. Ursprünglich war geplant, dort ab 2025 elektrische Pickups zu fertigen. Dieser Plan wurde geändert. Nun sollen dort ab Anfang 2027 Benziner vom Band laufen: große SUVs und leichte Pickups mit Verbrennungsmotor. Gleichzeitig bleibt das Werk „Factory Zero“ in Detroit für den Bau elektrischer Modelle zuständig. Dort entstehen unter anderem der Chevrolet Silverado EV, der GMC Sierra EV sowie der Hummer EV. Auch der elektrische Cadillac Escalade IQ wird dort gebaut.

In Fairfax, Kansas, laufen ebenfalls Umbauten. Ab Ende 2027 soll hier eine neue Version des Chevrolet Bolt EV entstehen. Auch günstige neue E-Autos sind vorgesehen. Gleichzeitig ist geplant, dort die Benzinvariante des Chevrolet Equinox zu produzieren – zusätzlich zum Werk im mexikanischen San Luis Potosí, wo das Modell bisher gebaut wurde. In Kansas wurden zuvor der Chevrolet Malibu und der Cadillac XT4 gefertigt, die aber beide eingestellt wurden.

Ein weiteres Werk in Spring Hill, Tennessee, wird künftig das Benzinmodell des Chevrolet Blazer bauen. Dieses Modell lief bisher in Mexiko vom Band, gemeinsam mit der elektrischen Variante. Di0e Produktion wird nun in die USA verlagert. In Spring Hill werden außerdem weitere Modelle mit unterschiedlichen Antrieben gefertigt – darunter der Cadillac XT5 mit Verbrenner sowie die E-Autos Cadillac Lyriq und Vistiq.

Neben diesen Änderungen hat GM bereits andere Schritte zur Neuausrichtung eingeleitet. Das Werk in Fort Wayne, Indiana, wird die Produktion großer Pickups für den US-Markt hochfahren. In Kanada dagegen, am Standort Oshawa, wird die Herstellung reduziert. Damit reagiert GM auf wirtschaftliche Unsicherheiten und politische Vorgaben. Insbesondere die Importzölle unter der Regierung von Donald Trump setzen den Konzern unter Druck. Allein dadurch rechnet GM mit Mehrkosten zwischen 3,5 und 4,4 Milliarden Euro in diesem Jahr. Die Prognose für den Jahresgewinn wurde bereits gesenkt.

Insgesamt will GM seine Kapazität in den USA auf über zwei Millionen Autos pro Jahr ausweiten. Neben den genannten Projekten wurde im Mai zusätzlich ein Ausbau des Antriebswerks in New York angekündigt. Dort fließen rund 770 Millionen Euro in neue V8-Motoren. Zwischen 2025 und 2027 plant der Konzern, jährlich zwischen 8,7 und 10,4 Milliarden Euro in seine Werke zu investieren.

GM-Chefin Mary Barra betonte, dass Innovation und Produktion in den USA zentrale Bausteine für die Zukunft des Unternehmens bleiben. Der Konzern wolle eine breite Modellpalette anbieten – sowohl für Kundinnen und Kunden, die auf Elektromobilität setzen, als auch für jene, die weiterhin auf klassische Antriebe vertrauen. Auch GM-Präsident Mark Reuss unterstrich, dass die Investitionen nicht nur Zahlen seien. Es gehe darum, Arbeitsplätze zu sichern und den wirtschaftlichen Beitrag des Unternehmens in vielen Regionen sichtbar zu machen.

Quelle: Automotive News – GM to invest $4 billion in 3 U.S. factories to build gasoline, electric vehicles

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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