General Motors stellt kabelloses Batteriemanagementsystem vor

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General Motors

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Der US-Autokonzern General Motors will der erste Autohersteller sein, der ein fast komplett drahtloses Batteriemanagementsystem (kurz: wBMS) in Elektroautos einsetzt. Dieses drahtlose System, das gemeinsam mit Analog Devices entwickelt wurde, soll entscheidend für GM sein, viele verschiedene Arten von Elektroautos mit einem einzigen, jeweils nur leicht modifizierten Satz von Batteriekomponenten auszustatten.

GM erwartet, mit den neuen Ultium-Batterien ausgestattete Elektroautos nun in schnellerer Schlagzahl auf den Markt bringen zu können, da für ein neues Modell nun keine Zeit mehr für die Entwicklung spezifischer Kommunikationssysteme oder die Neugestaltung komplexer Verkabelungsschemata benötigt wird. Stattdessen trägt das wBMS dazu bei, die Skalierbarkeit von Ultium-Batterien in der zukünftigen GM-Produktpalette sicherzustellen, die mehrere verschiedene Marken und Fahrzeugsegmente umfasst, vom kompakten Pkw über geräumige SUV und Pick-ups bis hin zu Hochleistungsfahrzeugen.

Ähnlich wie das Pack-Design der Ultium-Batterien von GM, das flexibel genug ist, um im Laufe der Zeit auch neue Zellchemien zu integrieren, wenn sich die Technologie ändert, kann die Grundstruktur des wBMS problemlos neue Funktionen erhalten, sobald neue Software verfügbar wird, so GM. Mit erweiterten drahtlosen Updates, die von der brandneuen Vehicle Intelligence Platform von GM bereitgestellt werden, könnte das System im Laufe der Zeit sogar mit neuen softwarebasierten Funktionen über Smartphone-ähnliche Updates aktualisiert werden.

„Skalierbarkeit und eine Verringerung der Komplexität sind ein Thema bei unseren Ultium-Batterien – das drahtlose Batteriemanagementsystem ist der entscheidende Faktor für diese erstaunliche Flexibilität. Das drahtlose System ist der Inbegriff für die Konfigurierbarkeit von Ultium-Batterien und sollte GM dabei helfen, in großem Maßstab für uns rentable und den Käufer erschwingliche Elektroautos zu bauen.“ – Kent Helfrich, GM Executive Director Global Electrification and Battery Systems

Das wBMS soll den Elektroautos von GM helfen, die Balance innerhalb der einzelnen Batteriezellengruppen zu halten, um eine optimale Leistung zu erzielen. Es kann in Echtzeit Zustandsprüfungen des Batteriepacks durchführen und das Netzwerk von Modulen und Sensoren nach Bedarf neu ausrichten. Dies trägt dazu bei, den optimalen Zustand der Batterie über die gesamte Lebensdauer des Fahrzeugs zu gewährleisten, so GM in einer aktuellen Mitteilung.

Durch die Reduzierung der Kabel in den Batterien um bis zu 90 Prozent könne das drahtlose System auch zu einer Erhöhung der Reichweite beitragen, da insgesamt leichtere Fahrzeuge gebaut und zusätzlicher Platz für mehr Batterien geschaffen werden kann. Der Platz und die Flexibilität, die durch die Reduzierung der Kabel und Drähte geschaffen werden, ermöglichen nicht nur ein saubereres Design, sondern auch eine einfachere und effizientere Umstrukturierung der Batterien nach Bedarf sowie eine robustere Konstruktion.

Das drahtlose System bietet auch neue Möglichkeiten für die Wiederverwendung von Batterien in Second-Life-Anwendungen, da es einfacher konstruiert ist als herkömmliche drahtgebundene Überwachungssysteme. Das drahtlose Batteriemanagementsystem von GM ist zudem durch mehrere Sicherheitsmaßnahmen gegen Cyberkriminalität und Hacker-Angriffe geschützt. Das drahtlose Batterieüberwachungssystem soll bei allen geplanten GM-Fahrzeugen, die mit Ultium-Batterien betrieben werden, Standard werden.

Quelle: General Motors – Pressemitteilung vom 09.09.2020

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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