Frankreich fördert 50.000 neue E-Autos im Sozialleasing

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Daniel Krenzer
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Frankreich setzt beim Hochlauf der Elektromobilität weiter auf ein Instrument, das soziale, ökologische und industriepolitische Ziele miteinander verknüpft. Wie die französische Regierung über das Wirtschaftsministerium in einer offiziellen Pressemitteilung verkündet, wurden im Rahmen der zweiten Auflage des staatlichen Sozialleasings für Elektroautos erneut alle verfügbaren Kontingente vergeben. Insgesamt 50.000 Fahrzeuge gingen an einkommensschwache Haushalte – ein klares Signal dafür, dass das Modell breite Akzeptanz finde und als Hebel für einen „gerechten und populären ökologischen Wandel“ funktioniere.

Das Sozialleasing ermöglicht es Menschen mit geringem Einkommen, ein neues Elektroauto zu besonders günstigen Konditionen zu nutzen. Die monatlichen Raten starten bei rund 100 Euro und liegen damit deutlich unter marktüblichen Leasingpreisen. Seit dem Start des Programms haben nach Angaben der Regierung bereits mehr als 100.000 Französinnen und Franzosen Zugang zu einem Elektroauto erhalten, vor allem Pendlerinnen und Pendler, die auf ein eigenes Fahrzeug angewiesen sind.

Bemerkenswert ist dabei die soziale Treffsicherheit: 45 Prozent der aktuellen Begünstigten stammen aus den unteren drei Einkommensdezilen, mehr als die Hälfte lebt in ländlichen Regionen. Rund 30 Prozent der Fahrzeuge werden zudem in Gebieten mit besonders schlechter Luftqualität eingesetzt.

Mehr als ein Drittel der E-Autos aus Frankreich

Neben der sozialen Komponente betont Paris auch den industriepolitischen Effekt. Etwa 34 Prozent der bestellten Fahrzeuge stammen aus französischer Produktion, weitere aus europäischer Fertigung. Das Sozialleasing lenke die Nachfrage gezielt in Richtung heimischer Hersteller, sichere Arbeitsplätze und unterstütze den industriellen Umbau, so der Tenor der beteiligten Ministerien. Für die Regierung ist das Programm damit mehr als nur ein Förderinstrument – es gilt als Beweis dafür, dass Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und industrielle Souveränität zusammengedacht werden können.

Der Blick nach Deutschland zeigt einen deutlichen Kontrast. Zwar wurde hierzulande zuletzt wieder eine staatliche Förderung für Elektroautos eingeführt, die sich ebenfalls nach Haushaltseinkommen ausrichtet. Ein breit angelegtes Sozialleasing nach französischem Vorbild existiert bislang nicht, obwohl insbesondere die SPD seit Längerem ein solches Modell fordert. Ein noch sozialer ausgerichtetes Förderinstrument könnte zusätzlich helfen, die stockende Nachfrage im Privatmarkt zu beleben und Elektromobilität für Haushalte mit geringerem Einkommen zugänglich zu machen. Der erste Eindruck ist jedoch, dass dies die neue Förderung ebenfalls leisten könnte.

Frankreich liefert nun erneut ein konkretes Beispiel dafür, wie ein solcher Leasing-Ansatz in der Praxis funktionieren kann. Während in Deutschland noch über Ausgestaltung und Finanzierung einer solchen zusätzlichen Förderung diskutiert wird, zeigt das Nachbarland, dass sozial orientierte Elektromobilität als Leasingmodell keine Nische darstellt, sondern ein wirksames Mittel, um Akzeptanz, Klimaschutz und industrielle Wertschöpfung gleichzeitig voranzubringen.

Quelle: Wirtschaftsministerium Frankreichs – Pressemitteilung vom 12. Januar 2026

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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