PEM forscht zu günstigerer Batterie-Produktion durch „Mini-Umgebungen“

PEM forscht zu günstigerer Batterie-Produktion durch „Mini-Umgebungen“
Copyright:

Shutterstock / 61835515

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Der Lehrstuhl Production Engineering of E-Mobility Components (PEM) der RWTH Aachen ist mit der VW-Batterie-Tochter PowerCo und Jagenberg Converting Solutions in das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt MiKoBatt gestartet. Dabei forschen die Partner an einer ökologischen, wirtschaftlichen und nachhaltigen Produktion von Batteriezellen, um deutschen und europäischen Herstellern in Zukunft kommerzielle Wettbewerbsvorteile zu ermöglichen. Konkret sollen dafür Fabrik- und Maschinenkonzepte erarbeitet werden, die eine effiziente Batteriezellproduktion mit Hilfe sogenannter Microenvironments erlauben sollen.

Solche Mini-Umgebungen sollen spezielle Materialien etwa vor dem negativen Einfluss von Feuchtigkeit oder Luft schützen. Das Konzept soll die zu konditionierenden Luftraumvolumina der Batteriezellproduktion im Vergleich zu klassischen Trocken- und Sauberräumen reduzieren und auf diese Weise den Energieverbrauch deutlich vermindern, in hohem Maße Betriebskosten einsparen sowie den Schutz des Produkts und der Mitarbeitenden verbessern.

Das PEM-Team befasst sich in dem Projekt vor allem mit der Ergründung der vielfältigen Wechselwirkungen von Produkt und Umgebung hinsichtlich der Luftqualität – etwa mit Blick auf Trockenheit und Partikelbelastung“, erklärt Lehrstuhlleiter Professor Achim Kampker. Erst mit Hilfe ausgeprägten Wissens über das sogenannte Produkttrocknungs- und Qualitätsmanagement werde es möglich, die Energieeffizienz gezielt zu steigern sowie innovative, wirkungsvolle Lösungsansätze in der industriellen Großserienproduktion voranzutreiben.

Die Herstellung von Batterien – unter anderem für Elektroautos – erfordert prinzipiell eine streng kontrollierte Produktionsatmosphäre, um die Prozessstabilität zu gewährleisten und Qualität, Zykluslebensdauer, Speicherkapazität und Produktionsertrag zu maximieren. Damit der Einsatz von Microenvironments künftig die noch hohen Betriebskosten senken könne, sind viele Fragestellungen beispielsweise zum Umgang mit empfindlichen Materialien, zum Transport, zur Lagerung der Zwischenprodukte und zu den für die Produkte optimalen Taupunkten zu klären.

Quelle: RWTH Aachen – Pressemitteilung vom 25.03.2022

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in News

Experte: Warum Laden kein Erlebnis sein sollte

Experte: Warum Laden kein Erlebnis sein sollte

Sebastian Henßler  —  

Matthias Speicher erklärt, warum das beste Ladeerlebnis unsichtbar bleibt und kleine Friktionen Vertrauen im Lademarkt zerstören.

Diese 7 E-Autos bis 35.000 Euro kommen auf Strecke gut voran

Diese 7 E-Autos bis 35.000 Euro kommen auf Strecke gut voran

Daniel Krenzer  —  

Elektrisch ohne Ladeweile weit fahren, aber trotzdem keine Unsummen bezahlen – das geht inzwischen mit einigen Modellen auf dem Markt.

Technikvergleich BMW i3 – Mercedes C-Klasse EQ: Der Bayern-Trumpf sticht

Technikvergleich BMW i3 – Mercedes C-Klasse EQ: Der Bayern-Trumpf sticht

Stefan Grundhoff  —  

BMW i3 und Mercedes C-Klasse treten mit ähnlicher Technik gegeneinander an. Was bieten beide E-Autos in Sachen Plattform, Ladetechnik und Fahrerassistenz?

Chery-Akku schnuppert an 1500 Kilometern Reichweite

Chery-Akku schnuppert an 1500 Kilometern Reichweite

Daniel Krenzer  —  

Die ersten Festkörperbatterien sollen noch in diesem Jahr in einem Elektroauto getestet werden, halbfeste Batterien gehen zeitnah in Serie.

Benzinpreiskrise: Grüne in Bayern fordern Fokus auf E-Mobilität

Benzinpreiskrise: Grüne in Bayern fordern Fokus auf E-Mobilität

Michael Neißendorfer  —  

Bayern fördert Wasserstoff mit hohen Millionenbeträgen und knausert bei der E-Mobilität, so die Grünen. Sie fordern angesichts des Irankriegs ein Umdenken.

Motorsport: Opel steigt in die Formel E ein

Motorsport: Opel steigt in die Formel E ein

Sebastian Henßler  —  

Während Audi, BMW und Mercedes die Formel E verlassen haben, geht Opel den entgegengesetzten Weg und gründet ein eigenes Rennteam.

Studie: Profitieren E-Fuels von schwächelnder E-Mobilität?

Studie: Profitieren E-Fuels von schwächelnder E-Mobilität?

Daniel Krenzer  —  

E-Fuels unter der Lupe: Eine aktuelle Studie der E-Fuel Alliance wirft mehr Fragen als Antworten auf.