Fahrbericht des BMW iX2 xDrive 30

Fahrbericht des BMW iX2 xDrive 30
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Stefan Grundhoff
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  —  Lesedauer 4 min

Wie schon beim Vorgänger bekommt der BMW X1 einen sportlichen Bruder mit Coupé-Silhouette. Erstmals ist der X2 in der neuen Generation jedoch auch mit Elektroantrieb zu bekommen. Der schicke BMW iX2 dürfte vielen gefallen, die sich aus der Masse abheben wollen.

Im Unterschied zu seinem Vorgänger ist der Doppelpack aus BMW iX2 und X2 optisch deutlich weiter vom Plattformgeber iX1 / X1 entfernt. Insbesondere Seitenlinie und Heck sind kaum wiederzuerkennen und gerade für jene Kunden, die für eine stärker motorisierte und damit hochpreisigere Version entscheiden, dürfte das technisch weitgehend identische SUV-Coupé eine überlegenswerte Alternative sein.

Wer sich die Leistungsdaten anschaut, mag kaum glauben, in der vermeintlichen Kompaktklasse unterwegs zu sein, denn der Crossover ist nicht nur 4,55 Meter lang und damit in der vermeintlichen Mittelklasse unterwegs, sondern bietet gerade als Elektroversion des iX2 xDrive 30 ein Antriebspaket, das schon auf den ersten Blick selbst sportlich ambitionierte Kunden zufriedenstellen dürfte. Für den Antrieb sorgt – bekannt aus dem iX1 xDrive 30 – ein elektrischer Allradantrieb, der an den beiden Antriebsachsen stattliche 230 kW (313 PS) und 494 Nm Drehmoment leistet.

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Ein kleiner Zwischenspurt oder eine ambitionierte Beschleunigung aus dem Stand zeigen, dass die Elektroversion aus Regensburg jede Menge Schub bietet. An Vorder- und Hinterachse arbeitet jeweils ein kompakter Elektromotor mit der internen Bezeichnung eDrive 5.0 M170 SF, der eine Maximalleistung von 140 kW (190 PS) 247 Nm bringt – kein Wunder, dass beim Spurt auf Tempo 100 gerade einmal 5,6 Sekunden vergehen. Weniger Freude am Fahren bereitet manchem Käufer womöglich die Höchstgeschwindigkeit, denn 180 km/h Maximaltempo sind für einen betont sportlich positionierten Crossover zu wenig. Da fährt ein zumindest indirekter Wettbewerber wie das Tesla Model Y mit mehr als 220 km/h in einer anderen Liga.

Ganz ähnlich sieht es mit dem Energiegehalt aus, denn das Akkupaket im Unterboden ist mit 64,8 kWh von überschaubarer Größte und so ist die maximale Reichweite von 417 bis 449 Kilometern durch den Normverbrauch von 16,3 bis 17,7 kWh / 100 Kilometern alles andere als beeindruckend. Daraus werden bei kalter Witterung im Winter oder sportlicher Fahrweise schnell kaum mehr als 300 Kilometer und so sollte BMW zumindest ein größeres zweites Akkupaket als Alternative anbieten – auch weil ein Wettbewerber wie ein Audi Q4 E-tron, ein VW ID.5 oder ein Skoda Enyaq bei ähnlichen Leistungen Akkukapazitäten von immerhin 77 kWh mit bis zu 520 Kilometern Reichweite bieten.

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Bei der Ladegeschwindigkeit ist die halbe Stunde, die es dauert, das Batteriepaket zwischen den beiden Antriebsachsen aufzuladen, ebenfalls kaum beeindruckend. Die 800-Volt-Technik, die zum Beispiel bei Elektromodellen von Kia oder Hyundai verfügbar ist, fehlt insbesondere schmerzhaft beim Ladestopp auf der Langstrecke. Die maximale Ladegeschwindigkeit von 130 Kilowatt ist im Jahr 2024 auch in dieser Klasse schlicht zu langsam.

Deutlich mehr punkten kann der BMW iX2 xDrive 30 beim Fahrverhalten. Das 2,1 Tonnen schwere Elektromodell federt betont straff und sportlich an, bietet eine gute Rückmeldung von der Fahrbahn und die Lenkung ist ebenfalls angenehm direkt sowie präzise. Das machen viele andere deutlich schlechter. Das gilt auch für den Sitzkomfort, denn die wohl konturierten Sportsitze, auf Wunsch zumindest vorne beheizbar und elektrisch zu verstellen, bieten nicht nur guten Seitenhalt, sondern auch angenehmen Langstreckenkomfort. Die optionale Massage macht längere Touren noch angenehmer. Etwas überraschend für ein Elektromodell gibt es eine sinnvolle Sitzheizung für kühle Tage jedoch nicht im Fond, wo zumindest zwei Personen angenehm sitzen können.

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Das Platzangebot vorne wie hinten passt ebenso wie Zahl und Größe der Ablagen. Etwas umständlich ist die Smartphone-Halterung in der Mittelkonsole hinter einem Klappbügel, und die Displays dürften gerne etwas größer sein. Der 525 Liter große Laderaum lässt sich durch Umlegen der 40:20:40 teilbaren Rückbank auf bis zu 1400 Liter erweitern. Hier bietet die leicht abfallende Dachlinie des mindestens 56.500 Euro teuren SUV-Coupés kaum praktische Nachteile.

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Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff ist seit frühester Kindheit ausgemachter Autofan. Die Begeisterung für den Journalismus kam etwas später, ist mittlerweile aber genau so tief verwurzelt. Nach Jahren des freien Journalismus gründete der Jurist 1994 das Pressebüro press-inform und 1998 die Beratungsfirma press-inform consult.

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