Europas E-Auto-Markt: SUV gegen Kleinwagen

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Sebastian Henßler
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  —  Lesedauer 4 min

SUV und Crossover haben sich als beliebte Wahl im europäischen Elektroauto-Markt etabliert, wobei sie gut 60 Prozent des Marktes ausmachen. Interessanterweise haben chinesische Modelle wie der MG4 Electric und der BYD Seal das Potenzial, das Wachstum in diesem Sektor zu bremsen.

Obwohl MG ein SUV/Crossover-Modell, den ZS Electric, anbietet, entscheiden sich weniger als 20 Prozent der MG-Kunden für diese Option. Dies ist erwähnenswert, da der ZS in Deutschland 1000 Euro günstiger ist als der MG4. Fairerweise muss man allerdings erwähnen, dass der MG4 Electric das rundere Gesamtpaket bietet und deswegen sicherlich seinen Anklang am Markt findet.

Die SUV/Crossover-Kategorie könnte ab 2024 einen weiteren Wachstumsschub erleben, insbesondere mit der Einführung des Volvo EX30, der auf Geelys SEA-Plattform basiert. Diese Plattform unterbaut auch den Smart #1, der sich derzeit in der Markteinführungsphase befindet. Beide Modelle sind Teil der Geely-Gruppe, werden in China hergestellt und profitieren von den Skaleneffekten, die die Plattform bietet. Geely hat auch Interesse daran bekundet, die Plattform zu lizenzieren, was auf ihre Vielseitigkeit und Effizienz hinweist.

Basic-Segment: Ein kleiner, aber wachsender Sektor

Mit einem Marktanteil von 4,9 Prozent im Jahr 2023 sind Fahrzeuge in der Kategorie „Basic“ derzeit eher ein kleinerer Teil des E-Auto-Marktes. Dacia dominiert diesen Sektor mit seinem in China hergestellten Modell, dem Dacia Spring. Interessanterweise endeten 44 Prozent der in diesem Jahr verkauften E-Autos aus dem Basis-Segment in Frankreich, was auf die attraktiven staatlich unterstützten BEV-Leasingprogramme zurückzuführen ist. Den erwähnten Dacia Spring gibt’s dort ab 79 Euro Leasingrate im Monat. Man kann also durchaus verstehen, warum rund 63 Prozent aller Dacia Spring in Frankreich auf die Straße gekommen sind.

Kleine Fahrzeuge: Ein Sektor im Wandel

Kleinwagen machen 8,7 Prozent des E-Auto-Marktes aus, wobei Modelle von Stellantis und der Renault-Gruppe den Großteil dieses Sektors ausmachen. Es ist bemerkenswert, dass 37 Prozent dieser Fahrzeuge in Frankreich verkauft wurden. Die chinesische Marke Leap Motors hat auch ihren Eintritt in den europäischen Markt mit dem TO3 gemacht, der ausschließlich in Frankreich verkauft wird. Ferner soll mit dem C10 Crossover ein weiteres Modell in diesem Segment folgen.

Der Kleinwagen ist insbesondere in Frankreich interessant, da die Fahrzeuge dort entsprechend hoch gefördert werden. Und die Fahrzeuge aufgrund ihres Preis-Leistungs-Verhältnis für die geförderten Privatkäufer:innen interessant sind.

Der VW-Konzern plant den Einstieg in dieses Segment nicht vor 2025 auf der Basis einer MEB+-Plattform für unter 25.000 Euro (mit LFP). Mit der Euro-7-Gesetzgebung und den LFP-Batterien würde sich die Preisparität hier ab 2026 verringern. LFP-Batterien und Skalierung werden die Preise senken, während die Euro-7-Gesetzgebung die Verbrenner-Preise nach oben treiben wird.

Mittlere bis obere Mittelklasse: Vielfalt und Wachstum

Die mittlere bis obere Mittelklasse des Elektroauto-Marktes zeigt eine beeindruckende Vielfalt. Mit dem Cupra Born und dem ID.3, die beide auf der MEB-Plattform basieren, sowie dem MG 4, der den Sektor weiter stärkt, gibt es hier viel Bewegung. Es wird erwartet, dass der Opel Astra in der zweiten Jahreshälfte zusätzliche Volumina beisteuern wird.

Die Oberklasse des Elektroauto-Marktes besteht derzeit hauptsächlich aus dem Hyundai IONIQ 6 und einigen Modellen von Renault und Jiangling Motors. VW plant jedoch, diesen Sektor mit dem ID.7 zu erweitern, der derzeit in Emden produziert wird. Hier wird erwartet, dass diese ebenso ihren Teil zum Absatzwachstum in diesem Segment beitragen werden.

Entwicklungen im oberen Stromer-Segment

Das am stärksten konzentrierte Segment, das aus drei Modellen besteht (Polestar 2, Tesla Model 3, Xpeng P5 und BMW i4), das Near-Executive-Segment, erfuhr einen leichten Aufschwung auf 8,6 Prozent Marktanteil. Weiteren Aufwind könnte hier in Zukunft der Nio ET5 geben, welcher im Laufe des Jahres erscheinen soll und sich derzeit bei uns zum Testen befindet.

Im sogenannten Executive-Segment (Anteil von 1 Prozent am Gesamtmarkt) sind ebenfalls vier Modelle vorzufinden: Mercedes EQE, Nio ET7, XPeng P7 und Genesis G80. Der Sektor befindet sich noch in den Kinderschuhen. Was bei einem Marktanteil von einem Prozent auch recht schnell ersichtlich wird. Ein Marktanteil, der sich gegenüber dem Vormonat auch nicht wesentlich verändert hat.

Im Luxus-Segment sind an sich fünf Modelle eingeordnet. Entscheidend sind vier Modelle: Porsche Taycan (10.300 Einheiten) und Audi e-tron GT (2300 Einheiten). Auch der EQS von Mercedes kommt mit 4400 Einheiten an Europas E-Automarkt gut an. Die Auslieferungen des i7 von BMW haben noch im Jahr 2022 begonnen und brachten es bis Ende Juli 2023 auf 1400 abgesetzte Einheiten. Das Tesla Model S spielt mit 3300 auch durchaus eine Rolle im Luxus-Segent.

 

Quelle: Matthias Schmidt - European Electric Car Study 07/2023

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Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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