Europa: 40 Millionen E-Autos bis 2031?

Europa: 40 Millionen E-Autos bis 2031?
Copyright:

BoJack / Shutterstock.com

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Bis zum Jahr 2031 wird erwartet, dass die Anzahl der Elektroautos in Europa deutlich ansteigt. Die Studie „Q3 European Electric Car – Monthly Market Intelligence“ von Automotive-Analyst Matthias Schmidt prognostiziert, dass bis dahin mehr als 40 Millionen E-Autos in Betrieb sein werden, was 17 Prozent aller Autos auf Europas Straßen entspricht.

Diese Prognose basiert auf aktuellen Marktdaten, die bis zum 1. Oktober 2023 eine Anzahl von 5,6 Millionen Elektroautos in der Region erfassen, was einem Marktanteil von 2,3 Prozent aller Neuwagen entspricht.

Norwegen sticht dabei besonders hervor und führt mit einem E-Auto-Anteil von 24 Prozent an der Gesamtzahl der Fahrzeuge. Im Vergleich dazu weist Griechenland mit einer Durchdringungsrate von nur 0,2 Prozent den niedrigsten Anteil an Elektroautos auf. In Deutschland, dem größten Pkw-Markt Europas, wurden Ziele gesetzt, bis 2030 15 Millionen reine Elektroautos zu registrieren. Die aktuelle Prognose deutet jedoch darauf hin, dass Deutschland diese Zielmarke um etwa 5 Millionen Fahrzeuge verfehlen könnte. Schätzungen zufolge waren bis zum 1. Oktober 2023 etwa 1,3 Millionen reine Stromer auf deutschen Straßen unterwegs.

Die detailliertere Analyse von Schmidt zeigt, dass bis zum 1. Juli 2023 1.170.632 E-Autos im Einsatz waren. Allerdings wurden seit 2012 insgesamt 1.414.362 Stromer in Deutschland neu zugelassen. Das legt nahe, dass fast ein Viertel dieser Fahrzeuge den deutschen Markt wieder verlassen hat, nachdem sie dort ursprünglich registriert wurden. Dies umfasst eine geringe Anzahl von Fahrzeugen, die aufgrund von Testzyklen verschrottet werden mussten, jedoch deutet vieles darauf hin, dass ein großer Teil dieser Fahrzeuge nach dem Erhalt staatlicher Subventionen und der erforderlichen Mindesthaltezeit in Deutschland exportiert wurde.

In Dänemark zeigt sich ein umgekehrtes Bild: Bis Oktober waren 169.000 Elektroautos registriert, obwohl weniger als 130.000 Fahrzeuge dort erstmalig zugelassen wurden. Dies führt zu einem Nettozuwachs von fast 40.000 Fahrzeugen, die vermutlich größtenteils aus Deutschland importiert wurden, um die hohen Neuzulassungssteuern in Dänemark zu umgehen.

Quelle: Matthias Schmidt – Q3 European Electric Car – Monthly Market Intelligence

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Deutsche Autobauer fordern härteren Kurs gegen China

Deutsche Autobauer fordern härteren Kurs gegen China

Tobias Stahl  —  

Jahrelang stemmte sich vor allem die deutsche Autoindustrie gegen China-Zölle – doch angesichts wachsender Marktanteile überdenken Autobauer nun ihre Haltung.

Festkörperbatterie: Warnung an US- und EU-Hersteller

Festkörperbatterie: Warnung an US- und EU-Hersteller

Sebastian Henßler  —  

Laut Factorial-Chefin Siyu Huang müssen US-amerikanische und europäische Hersteller jetzt handeln, um im Wettlauf um Festkörperbatterien nicht zurückzufallen.

Deutschlands Zulieferer verlieren weiter gegen Konkurrenz aus China

Deutschlands Zulieferer verlieren weiter gegen Konkurrenz aus China

Michael Neißendorfer  —  

Die deutschen Automobilzulieferer stecken tiefer in der Krise als bislang vielen bewusst war. Wie es wieder Aufwärts gehen kann.

China-Druck bringt VDA zum Umdenken

China-Druck bringt VDA zum Umdenken

Arun Niemann  —  

Chinesische Hersteller setzen Europas Autobauer zunehmend unter Druck. Jetzt prüft auch der VDA, ob sein bisheriger Freihandelskurs noch trägt.

T&E-Chef Bock: Krise der deutschen Autoindustrie ist hausgemacht

T&E-Chef Bock: Krise der deutschen Autoindustrie ist hausgemacht

Tobias Stahl  —  

Nicht die Belegschaft und auch nicht die EU-Vorgaben sind Schuld an der Misere der europäischen Autoindustrie, meint T&E-Chef Bock – sondern die Chefetagen.

Schaeffler kappt E-Auto-Ziele nach US-Förderstopp

Schaeffler kappt E-Auto-Ziele nach US-Förderstopp

Sebastian Henßler  —  

Schaeffler senkt seine Umsatzziele bis 2028 deutlich, weil der Wegfall der E-Auto-Förderung in den USA das Geschäft rund um Vitesco stärker bremst als erwartet.

Batterieabhängigkeit kostet Europa bis 150 Milliarden Euro

Batterieabhängigkeit kostet Europa bis 150 Milliarden Euro

Sebastian Henßler  —  

Eine neue Deloitte-Studie zeigt, dass Europas Automobilindustrie bis 2030 bis zu 150 Milliarden Euro an Wertschöpfung verlieren könnte.