EU-Bilanz: Ladesäulen-Ausbau für E-Autos im Soll, für E-Lkw nicht

EU-Bilanz: Ladesäulen-Ausbau für E-Autos im Soll, für E-Lkw nicht
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Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

In der EU-Verordnung für Infrastruktur für alternative Treibstoffe (AFIR) wird unter anderem der Ausbau der Ladeinfrastruktur in den EU-Mitgliedsstaaten geregelt. Nun hat die Europäische Kommission eine Zwischenbilanz veröffentlicht, wie gut der Ausbau vorankommt. „Die EU-Kommission rechnet damit, dass die Mitgliedsstaaten bis 2030 das durch EU-Recht vorgeschriebene Mindestnetz an Ladestationen für Elektrofahrzeuge aufbauen können“, schreibt die Deutsche Verkehrs-Zeitung dazu.

Einige Mitgliedsstaaten würden das Ziel sogar deutlich früher erreichen, heißt es weiter. Ende 2024 lag die Zahl der öffentlichen Ladestationen bei 845.000, das war ein Plus von mehr als 180 Prozent im Vergleich zu Ende 2021. Zudem ist über alle Lademöglichkeiten hinweg, also AC und DC, die durchschnittliche Ladeleistung pro Ladepunkt in der EU in dieser Zeit von 26 auf 33 kW angestiegen.

Schwieriger sieht es allerdings für Elektro-Lkw aus. Noch immer sei die große Mehrheit der Ladepunkte auf Elektroautos ausgelegt. Wer mit einem vollelektrischen Lkw auf öffentliche Ladestationen angewiesen ist, hat es nicht immer einfach, eine passende zu finden. Und der Bedarf an Ladevorgängen für E-Lkw steigt stetig, denn inzwischen sind EU-weit gut 13.500 davon auf den Straßen unterwegs. Von den inzwischen mehr als 15.000 Ladestationen mit mehr als 350 kW sei nur ein Bruchteil für E-Lkw geeignet – zumindest nicht, ohne dass abgekoppelt werden muss.

EU-Kommission könnte eingreifen

Bis 2030 sollen EU-weit entlang der wichtigsten Verkehrsadern allerdings 20.000 für E-Lkw geeignete Schnellladepunkte entstehen, je nach Strecke alle 60 bis 100 Kilometer, wofür die EU große Summen an Fördergeldern in die Hand nimmt. Zwei Milliarden Euro stehen für den Bau von Ladeparks zur Verfügung, um auch einen wirtschaftlichen Betrieb selbiger zu ermöglichen. Allerdings scheitern mögliche Ladeparks derzeit noch oft am Stromnetz vor Ort, der Ausbau und die Modernisierung der Netze sei daher ebenso ein wichtiges Feld.

Ende des kommenden Jahres soll die AFIR überarbeitet werden. Laut Artikel will die Europäische Kommission bis dahin beobachten, wie sich der Ausbau von E-Lkw-tauglichen Ladestationen entwickelt und gegebenenfalls durch entsprechende Regelungen nachhelfen. „Planungs- und Genehmigungsverfahren sollten nicht Jahre dauern, sondern Monate“, heißt es unter anderem. Und weiter:  „Wettbewerb ist das beste Mittel, um die Kosten im Griff zu behalten. Die Behörden müssen ihre Praktiken bei der Konzessionsvergabe auf den Prüfstand stellen.“

Quelle: Deutsche Verkehrs-Zeitung – EU-Kommission sieht weiter Mangel an öffentlichen Lkw-Ladestationen

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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