Elektroautos: China will gegen Subventions-Betrüger vorgehen

Elektroautos: China will gegen Subventions-Betrüger vorgehen
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockfotonummer: 192419543

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

China ist auf dem Weg zur Elektroauto-Weltmacht: Zum einen wird ab 2019 eine Elektroauto-Quote von zehn Prozent bei den neu zugelassenen Autos eingeführt. Dabei werden in einem Punkte-System sowohl reine Elektroautos als auch Plug-in-Hybride berücksichtigt. Zum anderen macht Chinas Regierung den Herstellern den Umstieg auf Elektromobilität mit großzügigen Subventionen schmackhaft. Das allerdings ruft anscheinend auch Betrüger auf den Plan.

Es gebe einen regelrechten Gründerboom von Elektroauto-Unternehmen, heißt es. Mehr als 200 Lizenzen für Elektroleichtfahrzeuge seien bereits vergeben worden, knapp 70 davon wollen auch Elektro-PKW bauen. Der frühere Chef der chinesischen Autoherstellervereinigung CAAM, Zhang Shulin, habe nun Medienberichten zufolge öffentlich Zweifel an der Seriosität eines Großteils dieser Unternehmen geäußert. Er gehe davon aus, dass höchstens 20 dieser Hersteller tatsächlich das langfristige Ziel verfolgen und auch das Potenzial dafür haben, Elektroautos in größeren Stückzahlen herzustellen.

Die große Mehrheit jedoch, so vermutet Zhang Shulin, sei nur darauf aus, staatliche Subventionen abzukassieren, die bei der Gründung von Elektrofahrzeug-Firmen ausbezahlt werden. Viele andere Experten teilen seine Einschätzung.

Das zuständige Ministerium für Industrie und Informationstechnologie soll bereits reagiert haben und planen, das Regelwerk zu ändern. Demnach sei vorgesehen, die Gründung von E-Fahrzeug-Unternehmen an verpflichtende Stückzahlen zu knüpfen. Werden diese nicht erreicht, drohe der Lizenzentzug. Mit dieser Maßnahme soll der aufstrebende Markt noch vor der Einführung der Elektroauto-Quote im Jahr 2019 bereinigt werden.

Quelle: Automobil Produktion – Schwachen NEV-Herstellern droht Lizenzentzug

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

KI-Boom treibt Speicherchip-Preise für Autobauer hoch

KI-Boom treibt Speicherchip-Preise für Autobauer hoch

Sebastian Henßler  —  

Tech-Konzerne kaufen den Chipmarkt leer, die Autobranche zahlt drauf. Einzelne Speicherbausteine sind bis zu 400 Prozent teurer geworden.

Europa liegt beim E-Auto-Absatz nur drei Jahre hinter China zurück

Europa liegt beim E-Auto-Absatz nur drei Jahre hinter China zurück

Michael Neißendorfer  —  

Hält Europa an seinen CO2-Grenzwerten fest, könne es den Rückstand auf China noch vor 2030 aufholen und den Ölverbrauch im Verkehrssektor drastisch senken.

Tozero gewinnt in Bayern Lithium aus alten Batterien zurück

Tozero gewinnt in Bayern Lithium aus alten Batterien zurück

Sebastian Henßler  —  

Tozero verarbeitet jährlich 1500 Tonnen Batterieabfälle und gewinnt daraus Lithium, Graphit und Nickel-Kobalt zurück. Die Kosten liegen unter Bergbauniveau.

Mehrheit der Deutschen wünscht sich bessere Förderung für E-Autos

Mehrheit der Deutschen wünscht sich bessere Förderung für E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

Eine aktuelle Befragung zeigt: Die Deutschen wechseln verstärkt vom Verbrenner zum Elektroauto – und fordern von der Politik mehr Initiative für E-Mobilität.

SolidCore: Was hinter MGs Batterieversprechen steckt

SolidCore: Was hinter MGs Batterieversprechen steckt

Sebastian Henßler  —  

MG will als erster Automobilhersteller eine Semi-Solid-State-Batterie in Großserie nach Europa bringen. Der Hochlauf läuft, doch manche Fragen bleiben offen.

Experten und Verbände watschen „Klimaschutz“-Programm der Regierung ab

Experten und Verbände watschen „Klimaschutz“-Programm der Regierung ab

Michael Neißendorfer  —  

Verbände und Experten lassen kein gutes Haar am neuen „Klimaschutzprogramm“ der Bundesregierung. Wirklich neues habe es gar nicht zu bieten.

VDIK: Ladeinfrastruktur entscheidet über E-Auto-Hochlauf

VDIK: Ladeinfrastruktur entscheidet über E-Auto-Hochlauf

Sebastian Henßler  —  

VDIK-Präsidentin Labbé schlägt eine staatliche Ladekarte mit Guthaben vor. Damit ließen sich Tarifchaos und umständliches Laden auf einen Schlag beseitigen.