Einride startet mit E-Lkw in Norwegen

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Einride

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Einride, ein Unternehmen, das digitale, elektrische und autonome Technologien für den Güterverkehr anbietet, hat den Start seiner elektrischen Lösungen in Norwegen bekannt gegeben, dem weltweit führenden Markt für Elektrofahrzeuge. Die Ankündigung erfolgt zeitgleich mit der Verabschiedung neuer Nachhaltigkeitsziele in Norwegen, die ehrgeiziger sind als die der Europäischen Kommission und die vorsehen, dass alle neuen schweren Fahrzeuge in Norwegen bis 2040 emissionsfrei sein sollen.

Obwohl Norwegen mit der weltweit höchsten Pro-Kopf-Anzahl an E-Fahrzeugen eine Vorreiterrolle bei der elektrischen Revolution einnimmt, tragen schwere Nutzfahrzeuge in Norwegen immer noch zu fast 9 Prozent der nationalen CO2-Emissionen bei, was einem Ausstoß von 4,4 Millionen Tonnen CO2 entspricht.

Angesichts der Pionierarbeit, die Norwegen bei der Elektrifizierung von Pkw leistet, ist es nur logisch, dass das Land auch bei der Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs eine führende Rolle übernimmt“, so Robert Falck, Gründer und CEO von Einride. „Während wir unsere elektrischen Flotten einsetzen und die notwendige Infrastruktur aufbauen, um einen zuverlässigen und ausreichenden Gütertransport in ganz Skandinavien zu gewährleisten, fühlen wir uns geehrt, einen Beitrag zu diesen Bemühungen zu leisten und dabei zu helfen, Norwegens führende Position im Bereich des elektrischen Transports zu unterstützen.

PostNord und Einride expandieren mit der Elektrifizierung nach Norwegen

Einride hat sich mit dem führenden Postdienstleister PostNord, der für 35 Prozent aller Postsendungen in Skandinavien verantwortlich ist, zusammengetan, um dessen Flotten zu elektrifizieren. Mit der Inbetriebnahme in Norwegen wird die Partnerschaft auf den zweiten Markt ausgeweitet, nachdem PostNord im Jahr 2022 zunächst seine Flotten in Schweden elektrifiziert hat. Mit den elektrischen und digitalen Lösungen von Einride werde die Partnerschaft mehr als 1500 km Fahrstrecke pro Tag abdecken, die bisher mit fossilen Brennstoffen zurückgelegt wurden. Es wird erwartet, dass dieser Schritt zu einer beträchtlichen Reduzierung der CO2-Emissionen um bis zu 95 Prozent im Vergleich zu Diesel-Lkw führen wird, was einer Einsparung von 2100 Tonnen CO2-Emissionen innerhalb von drei Jahren entspricht.

Einride-E-Lkw-Norwegen-PostNord
Einride

Für PostNord bedeutet diese Partnerschaft den Beginn der Umsetzung grüner Korridore zwischen mehreren großen Terminals in Norwegen. Durch die Nutzung des Angebots von Einride kann ein beträchtlicher Teil der Waren mit emissionsfreien Fahrzeugen transportiert werden, was einen erheblichen Einfluss auf die Umwelt hat“, so May-Kristin Willoch, stellvertretende Direktorin für Nachhaltigkeit bei PostNord Norwegen. Damit komme PostNord seinem Ziel näher, bis 2030 frei von fossilen Brennstoffen zu werden. Zum Einsatz kommt unter anderem der Elektro-Lkw eActros von Mercedes-Benz.

Grids zur Anbindung Norwegens an das europäische Festland

Wie in anderen Märkten werde auch das Frachtnetzwerk von Einride in Norwegen auf einem Mobilitätsnetz, dem sogenannten Grid basieren, das über Einride Saga geplant, optimiert und überwacht wird. Das Grid-Konzept soll das Frachtmanagement über große Entfernungen vereinfachen und Ineffizienzen beseitigen, die sonst für die Branche typisch seien. So können zum Beispiel geplante Lastübergaben verhindern, dass der Warentransport aufgrund von Ladevorgängen oder Fahrerwechseln zum Stillstand kommt. Einride übernimmt die Gesamtverantwortung für alle logistischen Schnittstellen, von intelligenter Software bis hin zu verlässlichen Ladeinfrastrukturen und Wartungsdienstleistungen, um einen ganzheitlichen und qualitativ hochwertigen Service zu bieten.

Die Expansion von Einride in Norwegen wird das Nordic Link Grid erweitern, das 2022 erstmals vorgestellt wurde und strategische Standorte in der Region Oslo verbindet. Das Netz wird sich weiter nach Süden ausdehnen, um Norwegen, Schweden und schließlich Dänemark entlang der Autobahn E6 zu verbinden und so einen elektrischen, digitalen und autonomen grenzüberschreitenden Transport in ganz Skandinavien zu ermöglichen. Ziel ist es, bis 2025 eine Verbindung zwischen dem Nordic Link und dem europäischen Festland herzustellen.

Einride werde auch seine eigene Ladeinfrastruktur, die Einride Stations, für seine Flotte von Elektro-Lkw entlang des Netzes in Norwegen einrichten. Basierend auf den Erkenntnissen der digitalen Plattform von Einride werde die Entwicklung der Ladeinfrastruktur an Schlüsselpunkten in ganz Norwegen erfolgen, um eine effiziente Skalierung der Elektroflotten zu gewährleisten.

Grenzübergreifender autonomer und elektrischer Frachtverkehr

Die Beteiligung von Einride am MODI-Projekt, einer von der EU geförderten und von ITS Norway koordinierten 28-Millionen-Euro-Initiative, schreite stetig voran. Einride ist der führende autonome Partner für das 42-monatige Projekt, das die Einführung des autonomen Schwerlasttransports unterstützen soll, indem es sich mit Standardisierungen, Vorschriften und Infrastruktur befasst. Im norwegischen Anwendungsfall soll das autonome Fahrzeug von Einride zum ersten Mal die Landesgrenzen überschreiten und seinen Betrieb auf einem ausgewählten Abschnitt der Autobahn E6 zwischen Göteborg und Oslo demonstrieren. Jetzt wurde bekannt gegeben, dass die ersten Demonstrationen im Jahr 2025 stattfinden sollen.

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Einride

Diese jüngste Ankündigung markiert den achten operativen Markt für das Unternehmen. Damit schließt sich PostNord anderen Branchenriesen wie PepsiCo, Lidl, Electrolux und AB InBev an, die ebenfalls mit Einride auf einen elektrischen Waren- und Gütertransport umsteigen.

Quelle: Einride – Pressemitteilung vom 13.06.2023

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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