SPD will günstige E-Autos fördern und Verbrenner stärker besteuern

SPD will günstige E-Autos fördern und Verbrenner stärker besteuern
Copyright:

frank_peters / Shutterstock / 2150650019

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 2 min

Die SPD hat als Mitglied der Bundesregierung mit CDU und CSU ein Konzept für die künftige Förderung von Elektroautos vorgelegt. Bundesumweltminister Carsten Schneider wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Gutverdienende nicht von einer Förderung ausgehen sollen. Wichtig sei indes, dass der Strompreis beim Laden sinke. Unions-Politiker kritisieren indes, dass nur Menschen mit niedrigeren Einkommen von der angedachten Förderung profitieren sollen.

Im SPD-Papier wird laut der Süddeutschen Zeitung ausgeführt, dass vor allem günstige Elektroautos gefördert werden sollen, die im besten Fall in Europa produziert werden. Zudem sollen nur Menschen mit geringem und mittleren Einkommen davon profitieren. Und auch zur Finanzierung hat die SPD einen Vorschlag: Im Gegenzug sollen künftig Dienstwagen mit Verbrennungsmotor stärker besteuert werden.

Aus der Union und der Automobilbranche kommen Vorbehalte: Manche sehen das Konzept als zu einschränkend, etwa wenn nur günstige E-Autos gefördert werden sollen. Premiumhersteller wie Porsche, aber auch Mercedes und BMW könnten benachteiligt werden. Sie hatten allerdings vollumfänglich vom bis Ende 2023 aufgelegten Umweltbonus profitiert, bei dem es diese Einschränkung nicht gab und auch höherpreisige Elektroautos mit mehreren Tausend Euro bezuschusst wurden. Die höhere Besteuerung von Verbrenner-Dienstwagen stößt ebenfalls auf wenig Gegenliebe. Und auch Gewerkschaften und Fachpolitiker äußern Skepsis, ob das Konzept wirtschaftlich tragbar und sozial ausgewogen ist.

Unionspolitiker fremdeln noch mit der Zukunft

Umweltminister Schneider verteidigte in einem Gespräch mit der Funke Mediengruppe indes den Vorstoß und sagte: „Gutverdiener müssen nicht auf das Förderprogramm warten, denn sie können den Umstieg auch ohne zusätzliche Hilfe schaffen.“ Spiegel online verweist zudem, dass an den bisherigen Förderungen für Elektroautos vor allem Menschen mit höherem Gehalt profitiert hätten, da es zu dieser Zeit noch sehr wenige günstigere E-Autos auf dem Markt gab. Das letzte Förderprogramm endete Ende 2023 jäh, nachdem die Union erfolgreich gegen die Umwidmung von Geldern aus der Coronakrise für den Klima-und-Transformationsfonds geklagt hatte und das eingeplante Geld der damaligen Ampel-Koalition nicht mehr zur Verfügung stand.

Zwar wirken die Koalitionspartner CDU und CSU in Sachen Elektromobilität weit weniger entschlossen als die SPD – zuletzt hatten sich sowohl Kanzler Friedrich Merz als auch CSU-Chef Markus Söder für eine Abkehr von den bestehenden EU-Regelungen am 2035 für Neuwagen ausgesprochen. Doch zuletzt wurde zumindest einmal die Steuerbefreiung für E-Autos verlängert und zumindest viele Politiker von CDU und CSU gestehen ein, dass an der Elektromobilität als Hauptantrieb der Pkw-Zukunft kein Weg vorbeigehen dürfte.

Quelle: Spiegel.de – Gutverdiener dürfen laut Umweltminister Schneider nicht auf E-Auto-Kaufprämie hoffen / Süddeutsche Zeitung – Union kritisiert SPD-Pläne für Verbrenner-Dienstwagen

worthy pixel img
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Politik

Bundesregierung streicht Zielmarke für Elektroautos

Bundesregierung streicht Zielmarke für Elektroautos

Daniel Krenzer  —  

15 Millionen Elektroautos sollten bis 2030 in Deutschland zugelassen sein. Im Zuge des „technologieoffenen“ Kurses streicht die Bundesregierung dieses Ziel nun.

Frankreich fördert 50.000 neue E-Autos im Sozialleasing

Frankreich fördert 50.000 neue E-Autos im Sozialleasing

Daniel Krenzer  —  

Auch in der zweiten Runde des Sozialleasings in Frankreich gehen die geförderten Elektroautos weg wie knuspriges Baguette.

E-Auto-Förderung: DAT sieht Risiken und offene Fragen

E-Auto-Förderung: DAT sieht Risiken und offene Fragen

Daniel Krenzer  —  

Unter anderem sorgt sich die DAT um den Restwert von Gebrauchtwagen, der nun zusammenbrechen dürfte – ein Risiko nicht zuletzt für Leasinggeber.

EU-Kommission: Keine Zölle für Hybridautos aus China

EU-Kommission: Keine Zölle für Hybridautos aus China

Laura Horst  —  

Die Europäische Kommission plant laut einem Sprecher keine Zölle auf Hybridautos aus China. Die ursprüngliche Prüfung bezog sich nur auf chinesische E-Autos.

Kanada öffnet sich für chinesische E-Autos – und Tesla profitiert

Kanada öffnet sich für chinesische E-Autos – und Tesla profitiert

Tobias Stahl  —  

Kanada senkt den Zoll auf E-Autos aus China von 100 wieder auf 6 Prozent. Das erbost den Nachbarn USA.

E-Auto-Förderung mit Kompromisscharakter

E-Auto-Förderung mit Kompromisscharakter

Sebastian Henßler  —  

Die neue E-Auto-Prämie setzt einen stabilen Rahmen für Hersteller und Käufer. Gleichzeitig zeigt sie, wie wenig konsequent Förderpolitik derzeit gedacht ist.

Das ist das neue Förderprogramm für Elektroautos, Plug-in-Hybride und Range-Extender

Das ist das neue Förderprogramm für Elektroautos, Plug-in-Hybride und Range-Extender

Michael Neißendorfer  —  

Je nach Fahrzeug, Einkommen und Familiengröße gibt es 1500 bis 6000 Euro. Und das rückwirkend zum 1. Januar.