Deutsche sorgen sich um Bezahlbarkeit von Mobilität

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Michael Neißendorfer
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Anlässlich der laufenden Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer neuen Bundesregierung legt der ADAC eine Umfrage vor, aus der die Prioritäten und Wünsche der Bevölkerung bei Mobilitätsthemen hervorgehen. Ziel der Veröffentlichung ist es laut ADAC, den Verhandlungspartnern die Perspektive der Verbraucher mitzugeben, wenn es um konkrete Entscheidungen und Weichenstellungen für die Regierungspolitik der kommenden vier Jahre geht.

Bezahlbarkeit von Mobilität sicherzustellen, sei dabei für die Befragten ein Kernanliegen: 82 Prozent der Bevölkerung geben an, dass bezahlbare Mobilität für sie zu den wichtigsten Themen einer zukünftigen Regierung mit Blick auf Verkehr und Mobilität gehört. Eine auch im Sondierungsergebnis der Parteien festgehaltene Anhebung der Entfernungspauschale unterstützen 60 Prozent.

Auch das Erlebnis von Defiziten in der Infrastruktur spiegelt die ADAC Umfrage wider: Für knapp 70 Prozent der Befragten seien der Erhalt und Ausbau des Straßennetzes, der Ausbau und die Verbesserung des Öffentlichen Verkehrs sowie der Erhalt und Ausbau des Schienennetzes wichtig. Die Verkehrssicherheit zu erhöhen, ist demnach für 66 Prozent der Menschen relevant.

Das Deutschlandticket soll bleiben, Ladekosten für E-Autos sinken

Klar positioniert sei die Bevölkerung beim Deutschlandticket: 77 Prozent der Menschen wünschen sich, dass es langfristig gesichert wird und im Preis nicht weiter steigt. Mit Blick auf die Elektromobilität halten 71 Prozent die Senkung der Ladepreise und 69 Prozent deren Transparenz für entscheidend. Dagegen befürworten nur 49 Prozent die staatliche Förderung von E-Autos. 62 Prozent sprechen sich für eine Förderung der Entwicklung und Produktion von klimaneutralen Kraftstoffen und die Zulassung dieser für den Einsatz im Pkw aus.

Konkret nach Maßnahmen für eine Verbesserung der Verkehrssicherheit gefragt, halten 83 Prozent der Befragten Maßnahmen gegen Übermüdung von Lkw-Fahrerinnen und Fahrern zum Beispiel durch mehr Stellplätze an Autobahnen auch für deren eigenen Schutz für wichtig. 75 Prozent befürworten eine Umgestaltung des Straßenraums etwa mit getrennten Wegführungen für Auto-, Rad- und Fußverkehr, um Unfallzahlen zu reduzieren. Die Legalisierung von Cannabis scheint die Bevölkerung zu verunsichern: 74 Prozent wünschen sich Untersuchungen der Auswirkungen des Cannabiskonsums auf das Unfallgeschehen, um – falls notwendig – das Straßenverkehrsrecht anzupassen.

Für den ADAC zeigt die Umfrage, dass eine langfristige und auskömmliche Finanzierung von Infrastrukturmaßnahmen im Zentrum der zukünftigen Verkehrspolitik stehen muss. Für mehr Klimaschutz im Verkehr sollte eine neue Regierung auf geringere Abgaben auf Strom, mehr Transparenz bei Ladepreisen, klimaneutrale Kraftstoffe für Verbrenner und ein verbessertes und bezahlbares öffentliches Verkehrsangebot setzen.

Der ADAC hält es für entscheidend, dass Maßnahmen die Nachhaltigkeit erleichtern und die Bevölkerung nicht überfordern: Mobilität müsse für alle Menschen bezahlbar und möglich bleiben.

Quelle: ADAC – Pressemitteilung vom 17.03.2025

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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