Daimler Truck erwägt Wasserstoff-Import aus Abu Dhabi

Daimler Truck erwägt Wasserstoff-Import aus Abu Dhabi
Copyright:

Daimler Truck

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck und die Abu Dhabi Future Energy Company, auch bekannt als Masdar, ein Unternehmen aus dem Bereich klimafreundlicher Energien aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, um die Realisierbarkeit einer Wertschöpfungskette für die Lieferung von aus erneuerbaren Energien erzeugtem, grünem Flüssigwasserstoff aus Abu Dhabi nach Europa zu prüfen.

Das Memorandum of Understanding (MoU) wurde unterzeichnet in Abu Dhabi von Fawaz Al Muharrami, Executive Director of Clean Energy und Deputy Chief Operating Officer (COO) seitens Masdar und Martin Daum, Vorstandsvorsitzender und CEO von Daimler Truck. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen, die sich in ihren Funktionen ergänzen, stellt einen weiteren Schritt in den laufenden Bemühungen zur Verringerung der CO2-Emissionen im Straßengüterverkehr dar.

Mohamed Jameel Al Ramahi, CEO von Masdar, sagte: „Masdar hat sich zum Ziel gesetzt, einer der führenden Akteure bei der Entwicklung von grünem Wasserstoff weltweit zu sein, und wir glauben, dass der Transportsektor einer der strategisch wichtigsten Märkte für grünen Wasserstoff ist“. Die Vereinbarung mit Daimler Truck habe das Potenzial, eine Verringerung der CO2-Emissionen im Straßengüterverkehr in Europa zu ermöglichen, und sie unterstütze das Ziel der VAE, bis 2031 eine führende Rolle auf dem Markt für kohlenstoffarmen Wasserstoff einzunehmen. „Sie folgt unserem ‚Smart-Early-Mover‘-Ansatz, der darauf abzielt, Projekte mit strategischen Partnern in der ganzen Welt durchzuführen“, sagt Al Ramahi

„Wir wollen eine Vorreiterrolle im nachhaltigen Transportwesen einnehmen“

„Wir bei Daimler Truck wollen eine Vorreiterrolle im nachhaltigen Transportwesen einnehmen. Um Nutzfahrzeuge zu dekarbonisieren, ist es absolut entscheidend, grüne Energie global verfügbar zu machen“, ergänzt Martin Daum, Vorstandsvorsitzender der Daimler Truck Holding. Die Initiative mit Masdar sei ein erster Schritt, um die Versorgung mit grünem Flüssigwasserstoff in Europa zu ermöglichen.

Die Vereinigten Arabischen Emirate verfolgen den Plan, sich bis 2031 als führender und zuverlässiger Produzent und Lieferant von kohlenstoffarmem Wasserstoff zu etablieren. Als Vorreiter für saubere Energie in den Vereinigten Arabischen Emiraten und eines der am schnellsten wachsenden Unternehmen für erneuerbare Energien weltweit treibt Masdar die Entwicklung und den Einsatz von Technologien für erneuerbare Energien und grünem Wasserstoff voran, um die globalen Herausforderungen im Bereich von Nachhaltigkeit zu bewältigen.

Masdar wurde 2006 gegründet und hat bereits Projekte in mehr als 40 Ländern und mit einer Gesamtstromerzeugungskapazität von mehr als 20 GW (Gigawatt) entwickelt. Masdar hat weltweit in Projekte mit einem Gesamtwert von über 30 Milliarden US-Dollar investiert oder sich zu Investitionen verpflichtet und hat Wachstumspläne, um 100 GW bis 2030 zu erreichen.

Daimler Truck bekennt sich laut eigener Aussage klar zum Pariser Klimaabkommen. Das Unternehmen plant, sein gesamtes Angebot an Lkw und Bussen in seinen globalen Kernmärkten (Europa, USA, Japan) bis 2039 auf im Fahrbetrieb CO2-neutral umzustellen.

Um den Transport der Zukunft zu dekarbonisieren, verfolgt Daimler Truck eine Doppelstrategie mit wasserstoff- und batteriebetriebenen Fahrzeugen. Die Praxistauglichkeit des Einsatzes von Flüssigwasserstoff im Straßengütertransport wurde kürzlich mit dem Prototyp des Mercedes-Benz GenH2 Trucks demonstriert, der eine Strecke von mehr als 1000 Kilometern quer durch Deutschland mit nur einer Tankfüllung Flüssigwasserstoff unter realen Bedingungen zurückgelegt hat. Daimler Truck baut derzeit eine Testflotte von Mercedes-Benz GenH2 Trucks auf, die voraussichtlich Mitte 2024 von Kunden eingesetzt wird.

Quelle: Daimler Truck – Pressemitteilung vom 25.01.2024

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Mercedes Elektroautos

Mercedes-Benz: China-Schwäche treibt neuen Stellenabbau

Mercedes-Benz: China-Schwäche treibt neuen Stellenabbau

Sebastian Henßler  —  

Mercedes-Benz belebt sein Abfindungsprogramm wieder. Ab Dezember erhalten Beschäftigte in Verwaltung, Entwicklung und Produktionsplanung neue Angebote.

Mercedes erhöht Spardruck: Beschäftigte sollen länger arbeiten

Mercedes erhöht Spardruck: Beschäftigte sollen länger arbeiten

Daniel Krenzer  —  

Mercedes erhöht den Spardruck in Deutschland. Beschäftigte sollen länger arbeiten, zugleich stehen Sonderzahlungen und weitere Einschnitte zur Debatte.

Mercedes-Benz testet Gen4-Feststoffzellen von ProLogium

Mercedes-Benz testet Gen4-Feststoffzellen von ProLogium

Sebastian Henßler  —  

Die Gen4-Zellen von ProLogium sollen hohe Sicherheit, große Energiedichte und schnelles Laden verbinden und werden nun bei Mercedes-Benz getestet.

Mercedes-Manager: Darauf kommt es beim Durchbruch von E-Transportern an

Mercedes-Manager: Darauf kommt es beim Durchbruch von E-Transportern an

Arun Niemann  —  

Für den Durchbruch von E-Transportern im Gewerbe zählen laut Nutzfahrzeug-Chef Thomas Klein vor allem Wirtschaftlichkeit, Depotladen und weniger Bürokratie.

Trotz steigender Gewinne: Mercedes droht mit Schließung zweier deutscher Werke

Trotz steigender Gewinne: Mercedes droht mit Schließung zweier deutscher Werke

Tobias Stahl  —  

Mercedes könnte zwei Standorte in Deutschland schließen, falls die Lohnkosten nicht sinken, drohte Produktionsvorstand Schiebe bei einer Betriebsversammlung.

Mercedes VLE: Allrad-Version und günstigerer Einstieg

Mercedes VLE: Allrad-Version und günstigerer Einstieg

Daniel Krenzer  —  

Mercedes erweitert den elektrischen VLE um den 310 kW starken VLE 400 4Matic und senkt zugleich den Einstiegspreis des VLE 300 auf rund 70.700 Euro.

Elektrotrucker auf Weltreise: 45.000 km durch 30 Länder

Elektrotrucker auf Weltreise: 45.000 km durch 30 Länder

Sebastian Henßler  —  

Für die rund einjährige Reise nutzt Tobias Wagner einen eigens umgebauten eActros 600 mit 621 kWh Batteriekapazität und einer Expeditions-Wohnkabine.