Franzose oder Chinese: Welches ist das bessere E-Crossover?

Franzose oder Chinese: Welches ist das bessere E-Crossover?
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Peugeot

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 3 min

Paris gegen Peking heißt es in der aktuellen Ausgabe der Auto Bild (4. Januar 2024), denn im Vergleichstest treten der Peugeot E-2008 sowie der MG4 gegeneinander an. Sowohl die französische Stellantis-Marke als auch die chinesische lieferten attraktive Angebote in Sachen Elektromobilität, stellt die Redaktion fest. Doch wie schlagen sich die beiden Crossover-Modelle im direkten Vergleich?

Vergleichen wurden die Varianten mit 115 kW (156 PS) und 54 kWh großem Akku beim Peugeot sowie 125 kW (170 PS) und 51 kWh großer Batterie beim MG. Beim Laden liegt der Franzose vorne – und das gilt für Kofferraum und Strom gleichermaßen. In den E-2008 passen 434 bis 1467 Liter, in den MG lediglich 363 bis 1177 Liter. Und an der Ladesäule schafft der Peugeot 7,4 oder optional 11 kW AC-Ladeleistung und bis zu 100 kW DC, beim MG4 sind es 6,6 (AC) und 88 kW (DC). Der MG4 schafft mit 160 Stundenkilometern die etwas höhere Höchstgeschwindigkeit, beim Kontrahenten sind es 150 Stundenkilometer.

MG4 fast 10.000 Euro günstiger

In den Kategorien „Antrieb“ und „Fahrdynamik“ liegen beide Fahrzeuge aus Sicht der Tester gleichauf, bei der „Karosserie“ liegt der Peugeot nur ganz knapp vor dem Chinesen. Weil dieser in Ausstattung und Assistenzsystemen aber schlechter abschneidet als der Franzose, geht die Komfortwertung mit etwas mehr Vorsprung an den E-2008. Ist das Rennen damit schon gelaufen? In der Kategorie „Umwelt“ liegt der MG4 knapp vorne, und bei den Kosten erzielt der Chinese wegen des deutlich niedrigeren Kaufpreises (Testwagenpreise: Peugeot 44.700 Euro, MG4 34.990 Euro) sowie der längeren Garantie einen deutlichen Sieg.

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Mit 18 zu 21,9 kWh Testverbrauch schneidet der Peugeot hier – und somit auch bei der Reichweite – ein gutes Stück besser ab, wobei beide Fahrzeuge für etwas höhere Crossover-Fahrzeuge vergleichsweise sparsam sind. Den Ausschlag für den Testsieg mit 562 zu 550 Punkten gibt am Ende aber die Konnektivität, wobei die fehlende Navigation im MG allein für zehn Punkte Rückstand sorgt. Preis-Leistungs-Sieger wird hingegen der MG4.

Peugeot wirke „geschliffener“

„An beiden Autos gefallen uns der simple Umgang sowie das typisch elektrische Fahrgefühl in Verbindung mit gerade noch ausreichender Akkukapazität, schreiben die Tester in ihrem Fazit. Der Peugeot E-2008 liefere gefühlt mehr Auto und wirke bei Federung, Fahrverhalten und Geräuschentwicklung „geschliffener“ als der Chinese. Dieser hingegen glänze durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, sieben Jahre Garantie und „einfach mehr Tempo in der Kupferseele“.

Quelle: Auto Bild (4. Januar 2024, S. 16 bis 23) – „Paris, Peking? Hauptsache elektrisch“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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