Wie CATL eine Batterie-Kreislaufwirtschaft etablieren will

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Im Rahmen der London Climate Action Week haben der chinesische Batterie-Weltmarktführer CATL und die Ellen MacArthur Foundation ein gemeinsames Ziel vorgestellt: Die Produktion neuer Batterien soll langfristig ohne den Einsatz neuer Rohstoffe auskommen. Damit soll der Übergang zu einer echten Kreislaufwirtschaft im Batteriebereich beschleunigt werden – im Sinne von mehr Nachhaltigkeit, geringerer Abhängigkeit von Rohstoffabbau und resilienteren Lieferketten.

Das Ziel ist ambitioniert: Innerhalb von 20 Jahren sollen 50 Prozent der neuen Batterien ohne den Einsatz von Primärrohstoffen hergestellt werden können. CATL-Vizepräsident Jiang Li stellte dieses Vorhaben auf einem Panel der Ellen MacArthur Foundation vor. Die Kooperation mit der Stiftung besteht bereits seit Anfang des Jahres und soll die gesamte Batterie-Wertschöpfungskette erfassen – von der Rohstoffgewinnung bis zum Second Life.

Vier Prinzipien sollen die Transformation leiten:

  • Systeme neu denken: durch ein ganzheitliches Verständnis der Batterie-Wertschöpfungskette und neue Ansätze zur Ressourcennutzung.
  • Produkte neu gestalten: langlebige, modulare und recyclingfreundliche Batterien sind die Grundlage für einen echten Kreislauf.
  • Geschäftsmodelle neu entwickeln: Sharing, Batteriewechsel und Second-Life-Konzepte sollen helfen, den Ressourcenverbrauch vom Wirtschaftswachstum zu entkoppeln.
  • Recycling stärken: ein geschlossenes Materialkreislaufsystem mit hoher Rückgewinnungsquote ist zentral.

CATL setzt diese Prinzipien bereits teilweise um: Ein eigenes Carbon Chain Management System soll die gesamte Lieferkette dekarbonisieren; neue Batterien für Stationärspeicher erreichen inzwischen bis zu 18.000 Ladezyklen; mehr als 10.000 Batteriewechselstationen sind in Planung; 2024 hat CATL rund 130.000 Tonnen Altbatterien recycelt und dabei unter anderem 17.000 Tonnen Lithiumsalze zurückgewonnen.

Ein weiteres zentrales Projekt ist das Global Energy Circularity Commitment (GECC), das im März gestartet wurde. Es bringt Akteure aus Industrie, Wissenschaft und Städten zusammen, um zirkuläre Lösungen unter realen Bedingungen zu testen und zu skalieren.

„Das kreislauffähige Batteriesystem entsteht nicht im Labor, sondern durch Zusammenarbeit, Praxistests und geteilte Verantwortung“, betonte Jiang Li. CATL und die Ellen MacArthur Foundation wollen künftig verstärkt mit Industrie- und Regierungspartnern kooperieren, um den Wandel weltweit voranzutreiben.

Quelle: CATL – Pressemitteilung vom 24.06.2025

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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