Zehn Prozent leichter: Bridgestone entwickelt spezielle Elektroauto-Reifen für Lightyear One

Zehn Prozent leichter: Bridgestone entwickelt spezielle Elektroauto-Reifen für Lightyear One
Copyright:

Lightyear

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Der Reifenhersteller Bridgestone hat eine exklusive Partnerschaft mit dem E-Auto-Start-up Lightyear angekündigt. Bridgestone hat speziell für den Lightyear One, das weltweit erste solarbetriebene Elektroauto mit hoher Reichweite, Reifen entwickelt, die mit dem Fahrzeug Ende dieses Jahres erstmals auf den Markt kommen sollen.

Aktuelle unternehmenseigene Studien des Reifenherstellers haben gezeigt, dass 50 Prozent der europäischen Autofahrer den Kauf eines vollelektrischen Fahrzeugs in Erwägung ziehen. Dennoch äußern 37 Prozent immer noch Bedenken bezüglich der begrenzten Reichweite eines E-Autos. Hier setzt Lightyear an, indem es für sein Elektroauto eine Reichweite von 725 km ansetzt. Gleichzeitig wird das Fahrzeug über ein großes Solardach direkt von der Sonne aufgeladen, wodurch die CO2-Emissionen und der Ladebedarf des Nutzers minimiert werden – für eine maximale Effizienz.

Bridgestone-Lightyear-Solar-Elektroauto-Reifen
Bridgestone

Lightyear hat mit dem One zudem ein Fahrzeug entwickelt, das den besten aerodynamischen Koeffizienten aller bisherigen Serienfahrzeuge aufweisen soll. Erreicht wurde dies durch erhebliche Verbesserungen in vielen verschiedenen Bereichen des Fahrzeugdesigns. Daraufhin suchte Lightyear nach einem Reifen, der diese Performance weiter erhöht und die Effizienz zusätzlich verbessert. Er sollte dabei einen sehr geringen Rollwiderstand sowie eine Gewichtsverringerung bieten, um die Lebensdauer der Batterie zu erhöhen, die Fahrzeugreichweite zu maximieren und die Umweltbelastung zu vermindern.

Infolgedessen hat Bridgestone für Lightyear One maßgeschneiderte Turanza Eco Reifen entwickelt, die erstmalig die innovativen Technologien Enliten und Ologic des Reifenherstellers miteinander kombinieren. Diese reduzieren das Gewicht durch den Einsatz von weniger Rohstoffen während des gesamten Herstellungsprozesses. Das Gesamtgewicht der Reifen pro Fahrzeug konnte um 3,6 kg (ca. 10 Prozent) verringert werden – ohne Kompromisse bei der Laufleistung und Haftung einzugehen. Gleichzeitig werde der Rollwiderstand durch ein innovatives Profil, einen größeren Durchmesser, hohen Luftdruck und ein schlankes Design verringert.

Spezielle Markierung auf Reifenflanke

Der Turanza Eco trägt erstmals die neue Bridgestone EV-Kennzeichnung auf den Seitenwänden. Diese wird auf Reifen angebracht, die maßgeschneidert für Elektroautos sind und weist darauf hin, dass sie einen strengen Testprozess durchlaufen haben, um von den Automobilherstellern zugelassen zu werden. Darüber hinaus hat Bridgestone seine virtuelle Reifenentwicklungstechnologie eingesetzt, die eine genaue Modellierung der Produktleistung ermöglicht, ohne dass dieses physisch produziert und getestet werden muss. So können bis zu 40.000 Kilometer bei realen Außen- und Flottentests eingespart und die Produktentwicklungszeit sowie Outdoor- und Flotten-Reifentests um bis zu 50 Prozent verkürzt werden.

Der Grundstein für den Lightyear One wurde während der Bridgestone World Solar Challenge gelegt, einem 3000 km langen Rennen durch das australische Outback, bei dem die Grenzen der technologischen Innovation und der solarbetriebenen Mobilität ausgereizt werden. Vor diesem Hintergrund arbeitet Bridgestone seit acht Jahren mit der Technischen Universität Eindhoven und dem Team hinter Lightyear zusammen. Das Solar Team Eindhoven, die Geburtsstätte von Lightyear, gewann den Cruiser Cup der Bridgestone World Solar Challenge von 2016 bis 2019 vier Mal in Folge.

„Lightyear hat uns mit seinem Ansatz für nachhaltige Mobilität beeindruckt, seit wir mit dem Team bei der Bridgestone World Solar Challenge in Kontakt kamen. Deshalb freuen wir uns, Teil des Lightyear One Projekts zu sein. Bridgestone hat sich verpflichtet, die CO2-Emissionen bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren und bis 2050 zu 100 Prozent nachhaltige Materialien zu verwenden. Strategische Partnerschaften wie diese sind von grundlegender Bedeutung, um diese Ziele zu erreichen.“ – Emilio Tiberio, COO & CTO von Bridgestone EMIA

Quelle: Bridgestone – Pressemitteilung vom 22.04.2021

Worthy not set for this post

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Obrist pleite: Aus für HyperHybrid und Methanol-Pläne

Obrist pleite: Aus für HyperHybrid und Methanol-Pläne

Sebastian Henßler  —  

Ein Tesla mit Methanol-Motor und 1000 Kilometern Reichweite war das Aushängeschild. Nun sind Obrist Powertrain und Obrist Technologies im Konkurs.

Afrikanische Union will stärker auf E-Autos setzen

Afrikanische Union will stärker auf E-Autos setzen

Michael Neißendorfer  —  

Die Afrikanische Union hat große Pläne für den Ausbau der Elektromobilität – als Chance für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Auch für Europa.

Upgrade statt Neukauf: So soll das E-Auto 50 Jahre fahren

Upgrade statt Neukauf: So soll das E-Auto 50 Jahre fahren

Sebastian Henßler  —  

Prof. Dr. Günther Schuh denkt das E-Auto neu: Das Chassis hält 50 Jahre, während Design, Technik und Batterie in festen Abständen erneuert werden.

Europas Automobilregionen fordern klaren Fokus auf E-Autos

Europas Automobilregionen fordern klaren Fokus auf E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

Die Automobilregionen der EU fordern gezieltere Investitionen zur Unterstützung des Übergangs zu Elektroautos und eine klare Richtung.

LFP-Akkus: China hält mehr als die Hälfte der Patente

LFP-Akkus: China hält mehr als die Hälfte der Patente

Sebastian Henßler  —  

Mehr als die Hälfte aller LFP-Patente stammt aus China. Europa kommt 2024 auf knapp sieben Prozent, obwohl die Grundlagen in den USA und Kanada entstanden.

Neue OECD-Studie: Autojobs verlagern sich nach Mittel- und Osteuropa

Neue OECD-Studie: Autojobs verlagern sich nach Mittel- und Osteuropa

Arun Niemann  —  

Eine neue OECD-Studie zeigt, wie Elektrifizierung, Digitalisierung und die Konkurrenz aus China Europas Autojobs verändern.

Wo Europas Autoindustrie 3 Milliarden Euro liegen lässt

Wo Europas Autoindustrie 3 Milliarden Euro liegen lässt

Michael Neißendorfer  —  

Die Krise von Europas Automobilindustrie ist nicht nur eine Folge schwacher Nachfrage, chinesischer Konkurrenz oder des Übergangs zur Elektromobilität.