Breite Industriekoalition fordert Verbrenner-Ende ab 2035

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Eine breite branchenübergreifende Koalition, inklusive 13 EV100-Mitgliedern, appelliert an die EU, dass alle neuen Autos und Lieferwagen in Europa ab 2035 emissionsfrei sein sollen. Zudem fordern die Unternehmen, verbindliche Ziele für die Ladeinfrastruktur für Elektroautos festzulegen. Sie sagen, dass eine Frist für neue Motoren für fossile Brennstoffe zwingend erforderlich ist, um sicherzustellen, dass die letzten Autos und Lieferwagen, die noch von Verbrennungsmotoren angetrieben werden, bis 2050 von der Straße verschwunden sein werden – der Zeitpunkt, zu dem Europa seine Netto-Null-Emissionen erreichen muss. Die Fahrzeughersteller der Initiative, die im vergangenen Jahr europaweit zusammen rund 800.000 Autos verkauften, wandten sich an die EU-Gesetzgeber in einem gemeinsamen Brief, der von 26 weiteren Unternehmen unterzeichnet wurde, die eine Vielzahl von Branchen vertreten.

Während 15 Automarken bereits freiwillig zugesagt haben, ab dem nächsten Jahrzehnt in Europa nur noch Elektroautos zu verkaufen, sagen die Unterzeichner, dass es nun an den Entscheidungsträgern der EU liegt, dies auch politisch in einer konkreten Regulierung widerzuspiegeln. Nur so könne beim Übergang in die E-Mobilität Planungssicherheit für die Industrie, aber auch für Infrastrukturanbieter und Kunden geschaffen werden. Der Brief ist an die Abgeordneten der EU und an die Regierungen der EU-Länder gerichtet und unterstützt den Vorschlag der EU-Kommission, dass ab 2035 EU-weit nur noch emissionsfreie Neuwagen und Lieferwagen – und keine Hybridfahrzeuge – verkauft werden dürfen.

Elektrofahrzeuge, auf die bereits gut ein Fünftel der in der gesamten EU verkauften Autos entfallen, sind eine leicht verfügbare Lösung, um Klimaemissionen und gefährliche Luftverschmutzung zu verringern. Autos und Lieferwagen sind für 15 Prozent aller CO2-Emissionen verantwortlich und sind zudem die größte Quelle für die Luftverschmutzung mit Stickstoffdioxid, von der die Europäische Umweltagentur schätzt, dass sie jedes Jahr über 40.000 vorzeitige Todesfälle in Europa verursacht.

Die Festlegung eines konkreten Enddatums für den Verkauf von Autos mit fossilen Brennstoffen würde eine systemische Transformation in der europäischen Automobilindustrie einleiten und sie zu einem weltweit führenden Akteur in einem Schlüsselsektor für eine Netto-Null-Zukunft machen, so die Unterzeichner, zu denen auch die Versorgungsunternehmen Iberdrola und Vattenfall gehören.

Verbrennerfahrzeuge sind auch für gut ein Drittel aller Ölimporte nach Europa verantwortlich. Der Wechsel zum fossilfreien Straßenverkehr könnte somit auch die Energiesicherheit des Kontinents erhöhen und Milliarden von Euro einsparen, die er jedes Jahr für Öl ins Ausland schickt. Das Europäische Parlament und die EU-Regierungen wollen im Juni über ihre Positionen zum emissionsfreien Fahrzeugziel 2035 entscheiden. Nach den Verhandlungen soll das endgültige Gesetz voraussichtlich im Herbst verabschiedet werden.

Quelle: The Climate Group – Pressemitteilung vom 17.05.2022

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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