BMW lässt Neufahrzeuge automatisiert fahren

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Michael Neißendorfer
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Die BMW Group treibt im Rahmen der BMW iFactory die Digitalisierung und Automatisierung ihrer Produktionsprozesse voran. Seit 2022 erprobte sie dazu in ihrem größten europäischen Werk in Dingolfing das automatisierte Fahren von Neufahrzeugen im Werksumfeld. Das Pilotprojekt wurde nun nach erfolgter CE-Zertifizierung in den Serienbetrieb überführt, so BMW in einer aktuellen Mitteilung. Neben Dingolfing wird aktuell Leipzig befähigt, das Projekt Automatisiertes Fahren im Werksumfeld (AFW) im Serienbetrieb einzusetzen. Weitere Standorte des BMW Group Produktionsnetzwerkes sollen sukzessive folgen.

Das automatisierte Fahren im Werksumfeld optimiert unseren Produktionsprozess und bringt deutliche Effizienzgewinne in unserer Logistik mit sich“, erklärt Milan Nedeljković, Produktionsvorstand der BMW AG. „Deshalb werden wir diese Technologie zügig im Produktionsnetzwerk ausrollen.“ Neben dem BMW 5er und 7er in Dingolfing kommt die Technologie jetzt auch beim Mini Countryman und weiteren BMW Modellen in Leipzig zum Einsatz.

In Dingolfing fahren die Neufahrzeuge vollautomatisch und fahrerlos über eine mehr als einen Kilometer lange Strecke von den beiden Montagehallen über die sogenannte Kurzprüfstrecke bis in den Finish-Bereich des Werks. Möglich macht dies eine entlang der Strecke installierte Sensorik, die laut BMW größte Lidar-Infrastruktur Europas, sowie ein extern generiertes Umfeld-Modell und ein externer Bewegungsplaner. Unabhängig von der Fahrzeugausstattung steuert dieser die automatisierten Bewegungen der Autos und nutzt dafür Cloud-Architektur. Teile der Technologie stammen dabei von dem jungen Schweizer Unternehmen Embotech AG, mit dem die BMW Group bereits frühzeitig über ihre Venture Client Einheit, die BMW Start Up Garage, zusammengearbeitet hatte.

Im Werk Leipzig ist geplant, dass rund 90 Prozent der dort gebauten BMW und Mini Modelle automatisiert fahren werden. 2025 sollen die Werke Regensburg und Oxford folgen. Der neue Standort in Debrecen, Ungarn, wo BMW E-Autos der Neuen Klasse montiert, werde gleich ab Serienstart auf diese Technologie setzen.

Perspektivisch plant die BMW Group, das Automatisierte Fahren im Werksumfeld auf weitere Bereiche im Produktionsumfeld auszuweiten – etwa für Fahrten durch die Prüfzone und auf Distributionsflächen im Außenbereich. Zudem arbeiten die Produktions- und Entwicklungsexperten gemeinsam daran, die Technologie selbst weiterzuentwickeln. Einen weiteren Schlüssel für den Ausbau der Technik stellt die zunehmende Onboard-Technik dar, die die externe Sensorik langfristig unterstützen wird.

In den nächsten zehn Jahren fahren wir mit dem automatisierten Fahren im Werksumfeld allein in unserem Produktionsnetzwerk mehrere Millionen Testkilometer“, so Nedeljković. „Damit bereitet BMW den Weg für zukünftige Anwendungen im Bereich des autonomen Fahrens.

Quelle: BMW – Pressemitteilung vom 25.11.2024

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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