BMWs neues Batteriewerk als Blaupause für künftige Bauvorhaben

BMWs neues Batteriewerk als Blaupause für künftige Bauvorhaben
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Wie lassen sich komplexe Bauvorhaben schneller, transparenter und nachhaltiger umsetzen? In den Gemeinden Irlbach und Straßkirchen liefert BMWs neues Montagewerk für Hochvoltbatterien eine konkrete Antwort. Der Standort – eines von fünf neuen Werken der BMW Group weltweit – wurde erstmals vollständig digital geplant, gebaut und übergeben. Der Neubau – ein wichtiges Puzzleteil für die neue E-Auto-Generation der Neuen Klasse – gilt als Vorzeigeprojekt und stehe exemplarisch für „Bavarian Speed“, wie der Hersteller es bezeichnet: kurze Wege, enge Zusammenarbeit mit regionalen Partnern und ein digitaler Werkzeugkasten, der Planung und Umsetzung deutlich beschleunigt.

Erstmals wurde dabei ein kompletter Produktionsstandort vollständig digital geplant, gebaut und übergeben. Der digitale Ansatz endet jedoch nicht mit der Fertigstellung: Auch im Facility- und Energiemanagement sollen Datenplattformen, KI gestützte Prozesse und neue Tools für messbare Verbesserungen über den gesamten Lebenszyklus hinweg sorgen.

„Digitale Plattformen sind der Schlüssel, um komplexe Bauvorhaben in vorgegebener Zeit, Qualität und Kosten zu realisieren. Sie vernetzen alle Beteiligten, schaffen Transparenz und stellen sicher, dass Planung, Bau und Betrieb nahtlos ineinandergreifen“, sagt Dr. Nicole Haft-Zboril, SVP Real Estate Management bei der BMW Group.

Die BMW Group setzt im Immobilienmanagement auf zwei wesentliche Methodiken: Building-Information-Modeling (BIM) sowie Lean Construction Management. Mit Lean Construction wird dafür gesorgt, dass die Abläufe klar strukturiert und frei von Verzögerungen bleiben. Die Idee dahinter ist einfach: Bauprozesse sollen so effizient funktionieren wie ein perfekt abgestimmtes Produktionsband. Durch BIM werden fast sämtliche Informationen eines Bauwerks in einem einzigen dreidimensionalen Modell zusammengefasst. Damit können alle Projektbeteiligten stets denselben Planungsstand einsehen. Das verringert Fehler und spart Zeit.

Ein Modell für alle: Der digitale Zwilling in der Cloud

Für das Projekt BMW Group Werk Irlbach-Straßkirchen wurde erstmals ein durchgängiger „One Model“-Ansatz umgesetzt: Bei der Entstehung des gesamten Werks kam der digitale Zwilling in der Cloud zum Einsatz – alle Pläne und Modelle in einem einzigen Datenraum vereint und mit transparentem, einheitlichem Zugriff für alle Projektbeteiligten. Einzigartig dabei sei, so BMW, dass 62 Fachmodelle in einem Koordinationsmodell vereint wurden. Dies bedeutet, dass die jeweils einzelnen Modelle und Pläne der Projektbeteiligten, wie Architekten, Statiker, Tragwerkplaner etc. in einem einzigen Gesamtbauwerksmodell zusammengefasst wurden. Dadurch entfielen rund 25.000 manuelle Informationsanfragen, da alle Partner und Gewerke jederzeit denselben Planungsstand vorliegen hatten.

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„Früher haben wir Informationen mühsam zwischen einzelnen Planungsständen abgeglichen. Heute arbeiten alle Beteiligten im selben digitalen Modell. Das reduziert Planungsschleifen massiv und macht das Projekt nicht nur schneller, sondern auch deutlich robuster und skalierbar“, berichtet Silvia Meyer, Projektverantwortliche für Bau, Facility Management und Sicherheit bei der BMW Group.

Autonome Drohnen steigern Qualität und Sicherheit

Für zusätzliche Präzision sorgen autonome Drohnen, die regelmäßig über die Baustelle fliegen, den Ist-Zustand dokumentieren und die gewonnenen Daten automatisch mit dem digitalen Zwilling abgleichen. Abweichungen werden dadurch schneller erkannt, manuelle Prüfschritte verkürzen sich deutlich. Das steigere sowohl die Baugeschwindigkeit als auch die Qualität und Sicherheit, so BMW.

Ein weiterer Vorteil des digitalen Ansatzes ist die vollständige papierlose Dokumentation. Alle relevanten Informationen bleiben digital verfügbar und gehen anschließend nahtlos in den Betrieb über – eine wichtige Grundlage für nachhaltiges Energiemanagement, spätere Umbauten oder Optimierungen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen künftig als Standard dienen, um auch Folgeprojekte noch schneller, konsistenter und mit höherer Datenqualität umzusetzen.

Quelle: BMW – Pressemitteilung vom 02.04.2026

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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