Blume sieht sich dauerhaft an der Spitze des VW-Konzern und Porsche

Blume sieht sich dauerhaft an der Spitze des VW-Konzern und Porsche
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Sebastian Henßler
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Der neue VW-Chef Oliver Blume will weiter auch Porsche-Chef bleiben. Dabei dürfte er sowohl an der Spitze des VW Konzerns, als auch in seiner Funktion als CEO von Porsche künftig noch stärker gefordert werden. Zu einem steht weiterhin der massive Umbau zur E-Automarke bevor, begleitet vom Porsche Börsengang der für Ende September oder Anfang Oktober angestrebt und wohl bis zum Jahresende umgesetzt werden soll.

Bei seinem ersten Auftritt als neuer Chef des Volkswagen-Konzerns stellte Oliver Blume klar, dass am grundlegenden Kurs in Richtung Elektroautos nicht gerüttelt werde. Eher werde das Tempo sogar noch forciert, wie er Anfang September in Lissabon vor 500 VW-Managern sagte. Gegenüber der „Bild am Sonntag“ äußerte sich Blume , dass die die „Doppelfunktion eine Voraussetzung“ war, dass er den Job als VW-Konzern-Chef angenommen habe. Hierzu führt er weiter aus: „Die beiden Rollen ergänzen sich ideal: Operativ eng in die Prozesse und Technologien einer Marke eingebunden sein, um strategisch im Konzern die richtigen Entscheidungen zu treffen.“

Blume nannte es einen „Riesenvorteil“, dass er bereits für die vier Konzernmarken Audi, Seat, Volkswagen und Porsche gearbeitet hat. Blumes Vorteil ist somit, dass er sein gesamtes Berufsleben im Konzern verbrachte – er startete vor 28 Jahren als Trainee bei Audi – und fast „jeden Winkel des Unternehmens“ kenne, wie er in einem anderen Interview zu verstehen gab. Eben diese Marken wolle er bewusst stärken. Die einzelnen Konzernmarken, wie etwa Audi, Porsche, Skoda und Seat, sollen mehr Kompetenzen und Aufgaben erhalten. Der Konzern könne nur so erfolgreich sein, wie es „seine fantastischen Marken sind“.

Das eigene Kernteam hat Blume direkt zu Beginn verkleinert. Vertrieb, Beschaffung, Produktion und Entwicklung sollen demnach in einer Art „Synergien-Ressort“ aufgehen – dieses firmiert zusätzlich als „erweiterte Konzernleitung“. Dadurch bleiben insgesamt neun Einzelposten auf der obersten Führungsebene übrig. Blume selbst werde sich als Vorsitzender „dabei auf Strategie, Qualität, Design sowie die Software-Tochter Cariad konzentrieren“, hieß es nach einem Beschluss des Aufsichtsrats. Personell verändert sich auf den obersten Rängen jedoch kaum etwas.

In seiner Funktion als Porsche-Vorstandschef äußerte er sich zudem zum bevorstehenden Börsengang: „Das ist ein historischer Moment für Porsche. Wir glauben, dass ein Börsengang für uns ein neues Kapitel mit größerer Eigenständigkeit als einer der weltweit erfolgreichsten Sportwagenhersteller aufschlagen würde.“ Der Aufsichtsrat der Volkswagen AG hat beschlossen, ein öffentliches Angebot von bis zu 25 % der nicht stimmberechtigten Vorzugsaktien des Luxusautomobilherstellers anzustreben. Mit dem milliardenschweren Verkauf der Anteile an dem Sportwagenbauer würden die Familien Porsche und Piëch, die bei der Porsche SE das Sagen haben, eine Sperrminorität bei der Porsche AG bekommen. Damit könnten wichtige Entscheidungen nicht ohne sie getroffen werden.

Quelle: Automobil-Industrie – Oliver Blume will VW-Konzern und Porsche dauerhaft leiten // Porsche Pressemitteilung

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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