Benzinpreiskrise: Grüne in Bayern fordern Fokus auf E-Mobilität

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Die Preise für Benzin und Diesel steigen und steigen aufgrund des Kriegs in Iran, ein Ende der Spirale ist bislang nicht absehbar. Viele Autofahrer geraten nun ins Grübeln, ob sich nicht doch die Anschaffung eines Elektroautos lohnt, das auch ohne Iran-Krieg und explodierende Preise an den Tankstellen bei den Kosten für Strom im Vergleich zum Verbrenner weit voraus liegt. Schon seit mehreren Jahren ist zu beobachten: Wer zum Haushaltstromtarif laden kann, zahlt in etwa nur die Hälfte fürs Vorankommen, wie mehrere Analysen und Studien regelmäßig zeigen.

Viele haben das bereits erkannt und zum Anlass genommen, auf ein E-Auto umzusteigen, was sich entsprechend in den Zulassungszahlen – es sind bereits mehr als zwei Millionen E-Autos auf Deutschlands Straßen unterwegs – und der stetig steigenden Zahl an Ladesäulen zeigt. Aktuell ist mehr als jeder fünfte Neuwagen ein Elektroauto. Mit zuletzt nochmals deutlich steigender Tendenz auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt.

Den Grünen im bayerischen Landtag ist nun aufgefallen, dass nur ein kleiner Teil der Ladesäulen vom Freistaat Bayern gefördert worden sei, rund ein Zehntel. „Die Staatsregierung betont zwar ihre Programme, die Zahlen zeigen aber: Der Ausbau passiert überwiegend unabhängig von der Landesförderung“, kritisiert die Partei der Augsburger Allgemeinen zufolge. Daher fordert sie die Wasserstoff-freundliche Staatsregierung um Ministerpräsident Markus Söder und seinen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger explizit dazu auf, statt „in nicht genutzte Wasserstofftankstellen“ doch besser stärker in die E-Mobilität zu investieren.

„Die Union gibt noch immer vor, Öl und Gas wären unsere Zukunft oder träumt von Atomfusion und Wasserstoff“, kritisiert der Zeitung zufolge der Grünen-Politiker Max Deisenhofer. „Dabei sind die Verbraucherinnen und Verbraucher genauso wie viele Unternehmen längst weiter“, sagt er. Die E-Mobilität sei auch in ländlichen Regionen wie Schwaben eine Erfolgsgeschichte und kein Großstadt-Phänomen. „Wer ein Elektroauto hat, fährt selbst ohne eigene Lademöglichkeit auch bei normalen Spritkosten deutlich günstiger als mit einem Verbrenner“, zitiert der Grünen-Politiker aus den Eingangs erwähnten Studien.

„Wenn es Markus Söder ernst meint mit Entlastungen an der Tankstelle, muss er sich gleichzeitig gegen den Frontalangriff der Bundesregierung auf die Energiewende stemmen“, erklärt Deisenhofer, damit der erneuerbare Strom aus Wind und Sonne weiterhin günstig bleiben könne. „Die geplante Reform des Gebäude-Energie-Gesetzes, das Netzpaket und die EEG-Novelle, die als Solarkiller alle Aufdachanlagen unwirtschaftlich machen würde, dürfen nie Gesetz werden. Sie zementieren die fossile Abhängigkeit, treiben Menschen in die Heizkostenfalle und zerstören den Ausbau der Erneuerbaren.“

Deisenhofer verweist in dem Zusammenhang auch darauf, dass Deutschland jedes Jahr fossile Energieträger im Wert von mehr als 80 Milliarden Euro importiere. „Geld, das im Ausland landet, statt hier in die Zukunft investiert zu werden“, kritisiert der Grünen-Politiker. „Das macht uns abhängig, verletzlich und treibt die Preise. Darum müssen wir den Verbrauch fossiler Energie zugunsten einer stärkeren Elektrifizierung reduzieren.“

Quelle: Augsburger Allgemeine – Grüne fordern mehr Geld für den Ausbau von E-Ladesäulen

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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