BEM fordert konsequente Mobilitäts- und Energiewende

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Die Transformationsprozesse im Bereich Energie und Mobilität sind entscheidend für die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands und Europas. Sie sichern technologische Souveränität, internationale Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltige Wertschöpfung. Gleichzeitig tragen sie zum Erreichen der Klimaziele bei und verringern die Abhängigkeit von fossilen Importen. Mit diesen Worten leitet der Bundesverband E-Mobilität (BEM) eine aktuelle Mitteilung ein, in der der Verband der kommenden neuen Bundesregierung mehrere Handlungsempfehlungen mit auf den Weg gibt, damit diese Transformation ein Erfolg wird.

Denn das weitere Potenzial einer konsequenten Mobilitäts- und Energiewende sei ebenso enorm wie vielschichtig: Sie könne unseren Lebensstandard langfristig sichern, die Energiekosten für Haushalte und Unternehmen senken und die europäische Wirtschaft nachhaltig für kommende Generationen beleben. Sie ermögliche soziale Teilhabe, schaffe neue Arbeitsplätze in zukunftsweisenden Industrien und könne einen wirtschaftlichen Aufschwung auslösen, der Innovation und Wohlstand gleichermaßen befördere.

Mit den richtigen politischen Weichenstellungen könne Europa nicht nur resilienter gegenüber globalen Krisen werden, sondern sich auch als führender Wirtschaftsraum der Green Economy etablieren – wirtschaftlich stark, technologisch souverän und sozial gerecht.

Mobilitätswende als wirtschaftliche Notwendigkeit

Die erfolgreiche Transformation des Verkehrssektors sei essenziell für Innovationskraft, Wettbewerbsfähigkeit und Krisenresilienz. „Wer jetzt handelt, sichert neue Marktchancen und stabile Beschäftigung in einer globalisierten Wirtschaft“, betont BEM-Vorstand Christian Heep. „Die neue Regierung muss klare Leitplanken setzen, um Elektromobilität, Erneuerbare Energien, Digitalisierung und nachhaltige Wertschöpfungsketten als Fundament der zukünftigen Wirtschaftspolitik zu verankern.“

Deutschland kann demnach eine Schlüsselrolle in der europäischen Green Economy übernehmen – vorausgesetzt, die politischen Rahmenbedingungen unterstützen diesen Wandel mit klugen wirtschaftspolitischen Entscheidungen. Die Handlungsempfehlungen des BEM setzen daher auf gezielte Lenkungsmaßnahmen, den Abbau fossiler Subventionen und Investitionen in nachhaltige Technologien.

Zentrale Handlungsempfehlungen des BEM

Die Technologie für die Mobilitätswende stehe bereit – jetzt brauche es eine grundlegende Neuausrichtung der politischen und wirtschaftlichen Steuerungsmechanismen. In seinem Papier (verlinkt als PDF) listet der BEM mehrere wünschenswerte Maßnahmen auf sowie die Vorteile für Menschen, Unternehmen und Klima, die sich dadurch ergäben:

  • Einführung eines Bonus-Malus-Systems zur Marktsteuerung und Förderung emissionsfreier Mobilität: Nachhaltige Antriebe würden wirtschaftlich attraktiver, während klimaschädliche Fahrzeuge schrittweise höher belastet würden.
  • Verbindliche Quoten für emissionsfreie Fahrzeuge in öffentlichen Fuhrparks, Unternehmen und bei Ausschreibungen: Planungssicherheit für Hersteller und Investoren. Das europaweite Pkw-Neuzulassungsverbot für fossil befeuerte Verbrenner ab 2035 müsse strategisch vorbereitet werden, um eine wirtschaftlich tragfähige Umstellung sicherzustellen.
  • Abschaffung fossiler Subventionen und Neuausrichtung der Steuerpolitik zur Förderung nachhaltiger Mobilitätslösungen: Finanzielle Fehlanreize entfielen, wodurch sich der Markt zugunsten klimafreundlicher Technologien entwickle. Zudem entlaste der Abbau fossiler Subventionen den Staatshaushalt um mehrere Milliarden Euro jährlich.
  • Beschleunigter und flächendeckender Ausbau der Ladeinfrastruktur mit wirtschaftlich tragfähigen Rahmenbedingungen: Eine verlässliche Ladeinfrastruktur im urbanen und ländlichen Raum sei Grundvoraussetzung für die Skalierung der Elektromobilität in allen Fahrzeugklassen – bis hin zum gewerblichen Transportsektor.
  • Konsequente Umsetzung europäischer Klimavorgaben und Förderung eines einheitlichen Mobilitätsmarktes: Ein harmonisiertes Regelwerk für Elektromobilität und Ladeinfrastruktur stärke Investitionen, baue Markthürden ab und erhöhe die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen.
  • Klare Regulierung für eine technologieentschlossene Ausrichtung – Fokus auf marktreife, skalierbare Lösungen: Planungssicherheit für Unternehmen und Verbraucher. Die Industrie könne sich auf wirtschaftlich tragfähige Technologien konzentrieren, statt Ressourcen in ineffiziente Übergangslösungen zu investieren.
  • Weiterentwicklung des Elektromobilitätsgesetzes (EmoG): Digitalisierung und intelligente Vernetzung müssen stärker integriert werden, um rechtliche Rahmenbedingungen für emissionsfreie Mobilität mit datenbasierten Lösungen zu optimieren.

Dringender Handlungsbedarf zur Sicherung des Wirtschaftsstandorts

Die BEM-Empfehlungen unterstreichen die Notwendigkeit einer entschlossenen politischen Steuerung. „Verzögerungen und inkonsistente Rahmenbedingungen gefährden Europas Stellung als Innovationsstandort“, warnt BEM-Vorstand Markus Emmert. „Wenn jetzt keine verlässlichen wirtschafts- und industriepolitischen Maßnahmen ergriffen werden, droht Europa den Anschluss an die internationalen Märkte zu verlieren. Andere Nationen – allen voran China – haben längst strategische Weichen gestellt und dominieren zunehmend den globalen Markt für Elektromobilität und nachhaltige Technologien.“

Ein stabiler regulatorischer Rahmen und ein langfristig planbares Marktumfeld seien essenziell, um Unternehmen Investitionssicherheit zu geben. „Die Industrie braucht klare Signale von der Politik: Ein Festhalten am Verbrenner führt dazu, dass unsere Unternehmen künftig von Importen abhängig sind, statt selbst Technologieführer zu bleiben“, so Heep.

Die aktuelle geopolitische Gesamtsituation ist herausfordernd, auch darauf verweist der BEM: Neben wirtschaftlichen Unsicherheiten beeinflussen globale Krisen, geopolitische Spannungen und Protektionismus zentrale Entscheidungen in der Energie- und Mobilitätspolitik. „Europa sollte diese Herausforderungen als Chance begreifen und mit einer gemeinsamen Strategie international Maßstäbe setzen“, betont Emmert. „Durch gezielte Investitionen, gemeinsame Standards und eine vorausschauende Regulierung kann die EU nicht nur ihre Innovationsführerschaft stärken, sondern auch wirtschaftliche Stabilität und geopolitische Resilienz schaffen.“

Ein stabiles Fundament für Europas Wirtschaft

Mit diesen Empfehlungen ruft der BEM die Akteure der neuen Regierung dazu auf, die Weichen für eine nachhaltige und wirtschaftlich tragfähige Mobilitätspolitik zu stellen. Die Mobilitätswende biete die Chance, die europäische Wirtschaft auf ein stabiles Fundament zu stellen, das Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Wohlstand sichere – diese Gelegenheit dürfe nicht ungenutzt bleiben.

Doch nicht nur die Politik sei gefragt – auch die Wirtschaft spiele eine Schlüsselrolle. Zahlreiche Unternehmen, darunter auch viele im Bundesverband E-Mobilität, hätten bereits bewiesen, dass nachhaltige Mobilität nicht nur möglich, sondern längst wirtschaftlich sinnvoll sei. Jetzt gelte es, diesen Weg konsequent weiterzugehen: „Noch entschlossener, noch innovativer, noch sichtbarer. Die Unternehmen der Green Economy haben die Lösungen – lassen wir sie gemeinsam Realität werden. Es ist an der Zeit, die Stimme für eine zukunftsfähige Mobilitätswende noch lauter zu machen. Werden wir gemeinsam zur treibenden Kraft der Transformation.“

Quelle: BEM – Pressemitteilung vom 18.03.2025

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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