Batteriewerk von Panasonic in Oklahoma abgesagt

Batteriewerk von Panasonic in Oklahoma abgesagt
Copyright:

Shutterstock / 1509657515

Maria Glaser
Maria Glaser
  —  Lesedauer 3 min

Nachdem sich Panasonic mit dem US-amerikanischen Bundesstaat Oklahoma in Gesprächen und Verhandlungen zu einem neuen Batteriewerk für Elektroautos in der Nähe von Tulsa befand, hat das japanische Technologieunternehmen dem Bauprojekt nun eine Absage erteilt.

Ein Teil der Verhandlungen zwischen Panasonic und dem US-Bundesstaat Oklahoma waren Standortverbesserungen vonseiten des Gesetzgebers. Dieser bot dem Technologieunternehmen schließlich Anreize in Höhe von knapp 630 Millionen Euro an und finanzierte 145 Millionen Dollar für Standortverbesserungen, damit es sich für den Ort Pryor bei Tulsa als Standort für ein neues Batteriewerk entscheidet.

Panasonic hat sich nun jedoch gegen den Bau des Werkes in Oklahoma entschieden:

„Im April 2023 schlossen wir eine Vereinbarung mit dem Staat Oklahoma, um den Bau einer Fabrik in diesem Staat zu prüfen, mit der Maßgabe, dass wir am Ende dieses Sondierungsprozesses eine Entscheidung darüber treffen würden, ob wir vorankommen oder nicht. Nach sorgfältigen Überlegungen haben wir die Entscheidung getroffen, die Entwicklung des Standorts nicht weiter voranzutreiben.“ – Alison Klooster, Sprecherin von Panasonic

Einen genauen Grund, warum die milliardenschwere Batteriefabrik nun nicht im MidAmerica Industrial Park angesiedelt werden soll, habe Klooster nach Angaben lokaler Medien nicht gegeben. Sie habe lediglich darauf verwiesen, dass Entscheidungen darüber, wo neue Anlagen gebaut werden, komplex seien und auf einer Vielzahl von Faktoren basierten.

Absage nach Investitionen und intensiven Verhandlungen

Bereits seit 2022 arbeitet Oklahoma daran, Panasonic in dem US-Bundesstaat anzusiedeln. Parallel zu dem neuen Batteriewerk für E-Autos, das derzeit in Kansas für knapp 3,6 Milliarden Euro gebaut wird, wurde dann vonseiten des Unternehmens untersucht, ob ein zweites Werk in Pryor möglich wäre. Nach Angaben lokaler Medien hätte das zu knapp 3500 neuen Arbeitsplätzen führen können.

Auf die Aktivitäten von Panasonic im Bereich der Elektroautobatterien in Kansas oder Nevada werde die Entscheidung des Unternehmens, seine Aktivitäten nicht nach Oklahoma zu erweitern, laut Klooster keine Auswirkungen haben.

In den Verhandlungen forderte Panasonic knapp 220 Millionen Euro an Investitionen für den MidAmerica Industrial Park, woraufhin Oklahoma knapp 130 Millionen Euro für die Modernisierung der Anlagen sowie die Verbesserungen der Infrastruktur und der Sicherheit im Park bereitstellte. Diese Finanzierungen von Verbesserungen im MidAmerica Industrial Park sollen Oklahoma jedoch künftig helfen, andere Industrieprojekte in das Land zu holen, nachdem das Panasonic-Projekt nun gescheitert ist.

Außerdem wurde zuvor ein Anreizpaket in Höhe von 630 Millionen Euro für den Standort zusammengestellt. Um diese Mittel zu beziehen, seien von Panasonic jedoch bestimmte Ausgaben und Beschäftigungszahlen gefordert worden, so der Senatspräsident von Oklahoma City, Greg Treat.

Oklahoma im wirtschaftlichen Aufschwung

Oklahoma sei trotz der Absage jedoch nach wie vor offen für Geschäfte und freue sich über den wirtschaftlichen Fortschritt des Bundesstaats in den letzten Jahren, so der Sprecher des Repräsentantenhauses von Oklahoma, Charles McCall. Derzeit wird beispielsweise ein Werk für Solaranlagen von dem italienischen Unternehmen Enel in Oklahoma gebaut, was laut Lokalmedien knapp 1500 Arbeitsplätze schaffen werde.

Auch andere Stimmen aus dem Bundesstaat zeigten sich optimistisch. So sei der Senatspräsident Treat dankbar, dass Panasonic Oklahoma so stark in Betracht gezogen hat und er schätze ihre objektive, globale Perspektive auf einige der Stärken des Bundesstaates. Der im Frühjahr von Treat gegründete Sonderausschuss für Unternehmensbindung und wirtschaftliche Entwicklung prüft zudem weitere mögliche politische Änderungen, die Oklahoma für Unternehmen attraktiver machen könnten.

Auch der Gouverneur Kevin Stitt hoffe, dass in Zukunft eine andere Gelegenheit für eine Partnerschaft mit Panasonic gefunden werden kann, während sich auch die Sprecherin des Handelsministeriums von Oklahoma, Becky Samples, auf künftige Gelegenheiten zur Zusammenarbeit mit dem Unternehmen freue. Ihre Behörde konzentriere sich auch weiterhin auf andere wirtschaftliche Entwicklungsbemühungen und werde weiterhin die aktuellen Möglichkeiten ihrer Pipeline fördern, sodass die bestehenden Unternehmen in Oklahoma wachsen und expandieren.

Quelle: Oklahoma Voice – Panasonic rebuffs Oklahoma again. Company won’t build EV battery plant in Pryor.

worthy pixel img
Maria Glaser

Maria Glaser

Aus dem geisteswissenschaftlichen Bereich kommend, verbindet Maria Glaser bei Elektroauto-News.net seit 2023 ihre Liebe zum Text mit fachlichen Inhalten. Seit ihrem Studium in Berlin und Wien arbeitet sie im Bereich Lektorat, Korrektorat und Content Writing, vor allem zu Mobilität.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Batterieentwicklung

Donut Lab legt nach: Neue Daten sollen Zweifel zerstreuen

Donut Lab legt nach: Neue Daten sollen Zweifel zerstreuen

Daniel Krenzer  —  

Donut Lab veröffentlicht neue Testdaten zur Ladungserhaltung seiner umstrittenen Feststoffbatterie. Die Ergebnisse sollen Zweifel am „Wunder-Akku“ ausräumen.

VW-Konzern nimmt ersten Batteriegroßspeicher in Betrieb

VW-Konzern nimmt ersten Batteriegroßspeicher in Betrieb

Michael Neißendorfer  —  

„Für uns sind Energiespeicher und Energiehandel ein neues strategisches Geschäftsfeld mit Wachstumschancen“, sagt VW-CEO Oliver Blume.

Mehr Autarkie im Betrieb: Was Batteriespeicher möglich machen

Mehr Autarkie im Betrieb: Was Batteriespeicher möglich machen

Sebastian Henßler  —  

Die Strompreise schwanken, die Netze sind ausgelastet. Hier können Energiespeicher Unternehmen helfen, Energie flexibel zu nutzen und Kosten zu senken.

E-Auto mit Akku aus entsorgten E-Zigaretten fährt überraschend weit

E-Auto mit Akku aus entsorgten E-Zigaretten fährt überraschend weit

Daniel Krenzer  —  

Ein britischer Ingenieur baut aus 500 Akkus entsorgter E-Zigaretten einen Fahrzeugakku. Ein erster Test überrascht positiv.

BYD präsentiert neue, schnellladende Blade-Batterie

BYD präsentiert neue, schnellladende Blade-Batterie

Maria Glaser  —  

BYD hat die zweite Generation seiner Blade-Batterie vorgestellt, die sich durch eine schnellere Ladegeschwindigkeit auszeichnet.

Lyten finalisiert Northvolt-Übernahme in Schweden, Heide soll folgen

Lyten finalisiert Northvolt-Übernahme in Schweden, Heide soll folgen

Michael Neißendorfer  —  

Lyten hat die Übernahme der Northvolt-Standorte in Schweden abgeschlossen. Nun soll das geplante Werk in Heide in Schleswig-Holstein folgen.

BMW und CATL vertiefen Batterie-Partnerschaft

BMW und CATL vertiefen Batterie-Partnerschaft

Michael Neißendorfer  —  

CATL und BMW verbindet bereits seit 2012 eine strategische Partnerschaft, die Batterieproduktion, Forschung und Entwicklung sowie Lieferketten umfasst.