Batteriehersteller Svolt zieht sich aus Deutschland zurück

Batteriehersteller Svolt zieht sich aus Deutschland zurück
Copyright:

Svolt

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Der chinesische Batteriezellenhersteller Svolt Energy hat die Bauarbeiten an seinen geplanten Produktionsanlagen in Deutschland gestoppt. Wie Medien berichten, wurden sowohl das geplante Werk für Batteriepack-Module im Saarland als auch die Zellfabrik in Brandenburg auf unbestimmte Zeit pausiert. Diese Entscheidung sei dem finanziellen Druck geschuldet, unter dem das Unternehmen stehe, so CnEVPost. Grund hierfür sei vor allem die hohe Investitionssumme, die der Bau beider Werke erfordern würde.

Svolt, ursprünglich eine Tochterfirma des chinesischen Automobilherstellers Great Wall Motor, plante ursprünglich, das Werk im Saarland mit einer jährlichen Kapazität von 24 Gigawattstunden auszustatten. Die Investitionen sollten sich auf rund zwei Milliarden Euro belaufen. Mit der Fertigstellung war ursprünglich Mitte 2024 zu rechnen. Die Batteriezellfabrik in Brandenburg, Svolts erstes Zellwerk außerhalb Chinas, war mit einer Kapazität von 16 Gigawattstunden pro Jahr geplant und sollte 2025 den Betrieb aufnehmen. Auch dieses Vorhaben wurde jedoch Mitte dieses Jahres abrupt gestoppt.

Insidern zufolge fehlen dem Unternehmen die finanziellen Mittel, um die beiden deutschen Projekte weiterzuführen. Die geplanten Investitionen von etwa 3,7 Milliarden Euro übersteigen offenbar die finanziellen Möglichkeiten des mittelgroßen Batteriezellenproduzenten. Das Unternehmen muss seine Ressourcen auf den chinesischen Markt konzentrieren, wo es sich mit Marktführern wie CATL und BYD messen muss. Svolt zählt in China zu den größten Herstellern von Batteriezellen und belegt dort Platz acht mit einem Marktanteil von etwa 2,4 Prozent. Dabei steht das Unternehmen in einem harten Konkurrenzkampf mit dominierenden Wettbewerbern wie CATL, das allein im September fast die Hälfte des chinesischen Batteriemarktes abdeckte. Aufgrund eines Überangebots an Batterien und sinkender Rohstoffpreise für Lithiumkarbonat hat sich der Preisdruck in der Branche weiter verstärkt, was kleinere und mittelgroße Anbieter wie Svolt besonders hart trifft.

Mit den jüngsten Entscheidungen ziehen sich sowohl Svolt als auch Great Wall Motor aus Teilen des europäischen Marktes zurück, um sich stärker auf das heimische Geschäft in China zu konzentrieren. Ob und wann die Bauprojekte in Deutschland wieder aufgenommen werden, bleibt derzeit offen und hängt stark von der finanziellen Lage bei Svolt ab.

Quelle: CnEVPost – Svolt Energy reportedly suspends 2 battery factory projects in Germany

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Batterieentwicklung

China: Neue Regeln für das Recycling von NEV-Batterien

China: Neue Regeln für das Recycling von NEV-Batterien

Laura Horst  —  

China führt strenge Vorschriften zum Recycling von ausgedienten Elektroautobatterien ein, die eine illegale Entsorgung der Altbatterien verhindern sollen.

Lithium aus Portugal: Lifthium Energy erhält 180 Millionen Euro vom Staat

Lithium aus Portugal: Lifthium Energy erhält 180 Millionen Euro vom Staat

Tobias Stahl  —  

Das portugiesische Unternehmen Lifthium Energy erhält 180 Millionen Euro vom Staat für den Bau einer Lithiumraffinerie im Norden des Landes.

Teslas Pläne für Batteriefabrik in Grünheide erhalten neues Leben

Teslas Pläne für Batteriefabrik in Grünheide erhalten neues Leben

Daniel Krenzer  —  

Elon Musk plant wohl ab 2027 eine Batteriefertigung in Grünheide. Zunächst soll ein 8-GWh-Werk entstehen – ein pragmatischer Schritt mit Signalwirkung.

Argylium: Europäischer Elektrolyt für Feststoffbatterien

Argylium: Europäischer Elektrolyt für Feststoffbatterien

Maria Glaser  —  

Syensqo und Axens gaben die Gründung eines neuen Unternehmens bekannt, das sich der Entwicklung von Materialien für Feststoffbatterien in Europa widmet.

Chinas Markt für Batterien wächst 2025 deutlich

Chinas Markt für Batterien wächst 2025 deutlich

Maria Glaser  —  

Die Installationen, die Produktion sowie der Export von Antriebs- und Energiespeicherbatterien ist im Jahr 2025 in China stark gestiegen.

Chery: Exeed bringt 2026 erstes E-Auto mit Feststoffbatterie

Chery: Exeed bringt 2026 erstes E-Auto mit Feststoffbatterie

Sebastian Henßler  —  

Mit der Marke Exeed will Chery 2026 die Feststoffbatterie auf die Straße bringen. Geplant sind bis 1500 Kilometer Reichweite selbst bei starkem Frost.

Diskussion: Batterien für Europa entstehen nicht über Nacht

Diskussion: Batterien für Europa entstehen nicht über Nacht

Sebastian Henßler  —  

Batterien einfach importieren? Das greift zu kurz. Experten offenbaren, warum Europas Industrie eigene Wertschöpfung, Partnerschaften und Skalierung braucht.