Autovermieter Hertz profitiert von Elektrifizierung

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Daniel Krenzer
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Derzeit ist weltweit etwa jeder zehnte Mietwagen von Hertz vollelektrisch. Schon Ende des kommenden Jahres soll es aber jedes vierte Fahrzeug sein, berichtet CNBC. Denn in den kommenden Jahren will das Unternehmen aus Florida demnach insgesamt 330.000 neue E-Autos von Tesla, Polestar und General Motors kaufen und den Anteil der elektrischen Fahrzeuge damit sukzessive erhöhen.

Der jüngste Preisverfall auf dem Markt, auf dem Tesla einen Kampf um Marktanteile in einer schwächelnden Wirtschaftslage begonnen hatte, habe dem Mietwagenunternehmen bei seiner „Kauforgie“ geholfen, schreibt CNBC. Bei Hertz rechne man alleine für dieses Jahr mit mehr als zwei Millionen Vermietungen von elektrischen Fahrzeugen.

Gewinn pro Aktie deutlich höher als erwartet

Für den Autovermieter sind die Abschreibungskosten für E-Fahrzeuge niedriger als für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, weil Hertz Elektroautos länger behält und weil sie teilweise günstiger zu betreiben sind“, stellt CNBC fest. Zudem setze Hertz vermehrt elektrische Fahrzeuge in Rideshare-Angeboten ein. Somit helfen elektrische Fahrzeuge Hertz dabei, noch wirtschaftlicher zu agieren. Der Gewinn im ersten Quartal betrug demnach zwei Milliarden Dollar, der Gewinn pro Aktie mit 39 Cent, was die Prognosen von 21 Cent pro Aktie deutlich übertroffen habe.

Ein herkömmliches Fahrzeug verliere jeden Monat bis zu 1,25 Prozent seines Wertes, während E-Autos nur etwa 0,85 Prozent bis 1 Prozent verlieren, sagte Analyst Ian Zaffino von Oppenheimer & Co. gegenüber CNBC. Multipliziere man das mit den 200.000 bis 300.000 Fahrzeugen, die das Unternehmen pro Jahr verkauft, seien die Einsparungen beträchtlich.

Attraktiv für Uber-Fahrer

Eine Vereinbarung zwischen Hertz und Uber ermögliche es Ridesharing-Fahrern, E-Autos besonders günstig zu mieten, außerdem gebe es Sonderkonditionen für die Abwicklung der Fahrten sowie für die Übernahme gewerblicher Fixkosten. Vor allem Fahrten in Teslas seien bei den Kunden sehr beliebt. Und seitens Hertz geht man davon aus, dass die Offenheit für elektrische Fahrzeuge weltweit weiterhin wachsen wird. Außerdem gibt es bereits Städte in den USA, die Uber-Fahrdienste zwingend an die Verwendung von elektrischen Fahrzeugen koppeln wollen.

„Natürlich freue ich mich darüber, dass wir mehr dieser Elektrofahrzeuge zu attraktiven Preisen vermieten können„, sagte Hertz-Geschäftsführer Stephen Scherr auf der Bilanzkonferenz laut Bericht. Allerdings sei es für das Unternehmen vielleicht noch wichtiger zu sehen, was das für die Margen bedeute.

Quelle: CNBC – „Post-Covid, post-bankruptcy Hertz is all-in on electric, with big implications for the EV, auto and rideshare market“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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