Autobahnausbau sorgt für größere CO2-Zunahme als gedacht

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Daniel Krenzer
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Dass der Neu- und Ausbau von Autobahnen mit einem Mehr an klimaschädlichen Emissionen einhergeht, ist soweit nicht überraschend. Dies wird auch im Bundesverkehrswegeplan berücksichtigt. Wie eine Untersuchung von Greenpeace nun zeigt, seien dabei aber wesentliche Faktoren überhaupt nicht bedacht worden. Der gültige Plan von 2016 sei lückenhaft, da verschiedene Emissionsquellen nicht eingerechnet worden seien.

Vor allem die Zerstörung von Wald- und Moorflächen seien demnach nicht eingerechnet. Diese seien aber nicht nur für den Klimaschutz, sondern auch für Biodiversität und Wasserhaushalt wichtig. “Wir brauchen Wälder und Moore dringend als Schutz vor der Klimakrise. Sie dem Autobahnbau zu opfern, ist klimapolitisches Harakiri”, sagt Greenpeace-Verkehrsexpertin Lena Donat. Obwohl die Klimaziele im Verkehrssektor in Deutschland zuletzt deutlich verfehlt wurden, will die Bundesregierung weiter intensiv in den Ausbau von Autobahnen und Bundesstraßen investieren.

Greenpeace fordert neue Bewertungskriterien

Der Verkehrswegeplan von Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) „braucht jetzt einen Klima- und Naturcheck“, fordert Greenpeace. Der angestrebte Ausbau der Fernstraßen um rund 10.000 Kilometer würde laut Berechnungen der Umweltorganisation gemeinsam mit der Naturwald Akademie mehr als 5600 Hektar Wald- und mehr als 1000 Hektar Moorflächen zerstören. „Das würde mindestens 7,6 Millionen Tonnen CO2 freisetzen. Allein die Emissionen aus Projekten der höchsten Priorisierungsstufe beliefen sich auf 5,5 Millionen Tonnen“, schreibt Energiezukunft. Diese Mengen würden im Bundesverkehrswegeplan gänzlich fehlen. Außerdem binden diese Flächen CO2, ein Effekt, der nach dem Ausbau wegfallen würde. Für viele Projekte werde zudem gar nicht erst eine Klimawirkung berechnet.

Alle anstehenden Verkehrsprojekte sollten laut Greenpeace auf den Klima-Prüfstand gestellt werden – und dabei solche bislang nicht berücksichtige Werte mit eingerechnet werden. „In den vergangenen Jahrzehnten ist das Autobahnnetz kontinuierlich gewachsen, während das Schienennetz seit 1994 um mehr als 6000 Kilometer geschrumpft ist. Nachhaltige Mobilitätsformen wie der Bahnverkehr müssten endlich auch vom Bundesverkehrsministerium priorisiert und gefördert werden“, stellt Energiezukunft dazu fest. Zwar ist sich die Bundesregierung bewusst, dass der Verkehrssektor die Klimaziele verfehlt. Doch in Zukunft sollen einzelnen Sektoren miteinander verrechnet werden können, sodass der Verkehrssektor von Einsparungen in anderen Bereichen profitieren könnte. Dies kritisieren Klimaschützer jedoch massiv.

Quelle: Energiezukunft – „Autobahnausbau: Schnell an den Klimazielen vorbei“; Greenpeace – Pressemitteilung vom 25. Januar 2024

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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