Audi startet Prozess für mögliche Massenentlassungen in Brüssel

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Daniel Krenzer
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Zwar ist noch nicht final entschieden, ob die Volkswagen-Tochter Audi ihr Werk in Brüssel schließen wird. Doch vor wenigen Tagen hat der deutsche Autohersteller zumindest den gesetzlich vorgeschriebenen Konsultationsprozess mit den Arbeitskräften angestoßen, der vor Massenentlassungen verpflichtend ist. „Die Nachfrage nach elektrischen Oberklassemodellen entwickelt sich schwächer als erwartet. Die Nachfrage nach der Modellfamilie Q8 e-tron liegt unter den Planungen“, zitiert das Handelsblatt Produktionsvorstand Gerd Walker. Das gefährde den kleinsten europäischen Standort von Audi aktuell massiv.

Derzeit wird in Brüssel einzig und allein der Audi Q8 e-tron gebaut (im Titelbild zu sehen). Im Juli war bekanntgeworden, dass die VW-Tochter darüber nachdenkt, das Werk in Belgien zu schließen und das Modell künftig in Mexiko herstellen zu wollen. Zum einen ließe sich dort günstiger produzieren, zum anderen erhofft sich Audi offenbar mehr Interesse am großen Elektro-SUV auf dem amerikanischen Markt als in Europa. 2015 wurden in Brüssel noch fast 120.000 Autos produziert, im ersten Quartal 2024 waren es nun nur noch 7809, also hochgerechnet kaum mehr als 30.000 Autos im Jahr. Das Management geht sogar davon aus, dass in diesem Jahr nur maximal 25.000 Q8 e-tron produziert werden.

Das Ausmaß der betroffenen Arbeitsplätze beziffert nun das Handelsblatt: „Die beiden großen belgischen Gewerkschaften fürchten bei einer möglichen Schließung, dass bereits im Oktober 1500 Jobs wegfallen, im Mai 2025 könnten dann weitere 1100 Kündigungen folgen. Zudem stehen bis zu 1000 Jobs bei Zulieferern infrage.“ Diese Zeitpläne wollte der Hersteller selbst jedoch nicht bestätigen. „Uns ist bewusst, dass die Diskussionen für die Beschäftigten emotional belastend sind. Wir nehmen unsere soziale Verantwortung ernst“, sagte Walker.

Noch ist aber nicht final entschieden, wie und ob es in Brüssel weitergehen soll. So werden auch alternative Szenarien aktuell geprüft, unter anderem laut Walker auch die Übernahme durch Investoren. Alternativ könnten in Brüssel künftig auch Batterien gebaut werden, was zumindest einen Teil der Jobs erhalten dürfte. Mit einem potentiellen Übernahmekandidaten gibt es dem Bericht zufolge bereits erste Gespräche, allerdings handele es sich nicht um ein Unternehmen der Automobilindustrie. Dennoch sind offenbar Teile des Personals für eine möglicherweise angedachte neue Fabrik auf dem bisherigen Audi-Gelände interessant.

Quelle: Handelsblatt – „Nachfrage schwach – Audi erhöht Druck auf sein Werk in Brüssel“

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Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

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