Die Renault-Tochter Alpine gibt sich vor dem Start ihrer nächsten Modellgeneration zuversichtlich, aber bescheiden. Im Gespräch mit Edison skizziert Markenchef Philippe Krief nicht nur die Technik des kommenden elektrischen A110, sondern auch eine deutlich exklusivere Zukunft der Marke. Dabei sieht er Alpine sogar näher an Ferrari als an Porsche – mit einem Augenzwinkern.
Das bedeute nämlich nicht, dass Alpine künftig in derselben Preis- oder Markenliga spielen wolle. Krief bezieht den Vergleich auf die Produktionszahlen. Ferrari fertige jährlich etwa 13.000 bis 15.000 Autos, Porsche rund 300.000. Alpine kam 2025 auf ungefähr 10.000 Fahrzeuge und erwartet für 2026 etwas mehr als 18.000. Damit liege die Marke bereits leicht oberhalb des Ferrari-Niveaus. Der Preis der Modelle solle dagegen „weiterhin erschwinglich bleiben“.
Auch das Geschäftsmodell unterscheide sich von Porsche, betont Krief. Beim Volumen orientiere man sich eher an Ferrari, „aber nicht beim Preis oder bei der Positionierung“. Dafür verfüge Alpine noch nicht über die entsprechende Markenstärke. Gerade bei vergleichsweise kleinen Stückzahlen profitabel zu arbeiten, bezeichnet der Geschäftsführer als Herausforderung.
Drei schnelle Runden auf dem Nürburgring
Zentral für die weitere Entwicklung ist die neue vollelektrische A110, die Ende 2027 erscheinen soll. Rund 95 Prozent ihrer Komponenten sollen neu sein. Alpine entwickelt dafür unter anderem eine zweigeteilte Batterie, 800-Volt-Technik, Cell-to-Pack sowie eine neue Hinterachse mit zwei Elektromotoren. Die Batterie soll ungefähr 80 kWh fassen und rund 500 Kilometer Reichweite ermöglichen.
Im Mittelpunkt steht für Krief, der selbst bereits für Ferrari gearbeitet hat, jedoch weniger die maximale Reichweite als die dauerhafte Leistungsfähigkeit. Das Auto sei so ausgelegt, dass es „20 Minuten lang volle Performance liefern kann“ – genug für etwa drei Runden auf der Nürburgring-Nordschleife. Dort peilt die Marke mit einem seriennah abgestimmten Fahrzeug eine Zeit von weniger als sieben Minuten an.
Bemerkenswert ist zudem das Gewicht: Die Standardversion soll ungefähr 1,5 Tonnen wiegen, spätere Varianten sollen noch leichter werden. Krief verspricht außerdem ein grundlegend neues Interieur, mit dem sich Alpine stärker vom bislang teilweise sichtbaren Renault-Einfluss lösen will.
Auch die Modellstrategie wurde gestrafft. Bis 2030 sollen auf der neuen Alpine Performance Platform neben dem A110 ein Cabriolet und ein 2+2-Sitzer entstehen. Ein ursprünglich geplantes großes SUV wurde vorerst auf Eis gelegt. Statt möglichst schnell Volumen aufzubauen, will Alpine zunächst seine sportliche Identität schärfen – und offenbar lieber eine kleine, begehrliche Marke sein als ein weiterer Premiumhersteller auf Wachstumskurs.
Quelle: Edison – Alpine: „Näher an Ferrari als an Porsche“







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