Akku-Hersteller legen Streit bei – Aufatmen bei VW und Ford

Akku-Hersteller legen Streit bei – Aufatmen bei VW und Ford
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockvektor-Nummer: 1770926639

Wolfgang Plank
Wolfgang Plank
  —  Lesedauer 2 min

Entwarnung bei Volkswagen und Ford. Die beiden südkoreanischen Batterie-Hersteller SK Innovation (SKI) und LG Energy Solutions haben sich außergerichtlich auf die Beilegung eines milliardenschweren Rechtsstreits geeinigt. Drohende Engpässe bei der Produktion von E-Autos sind damit vom Tisch.

Wie der „Spiegel“ meldet, verständigten sich beide Unternehmen darauf, alle Rechtsverfahren in den USA und Südkorea zurückzuziehen und in den kommenden zehn Jahren auf Klagen zu verzichten. Demnach zahlt SKI an LG Energy zudem umgerechnet 1,8 Milliarden Dollar in bar und über Lizenzen. LG hatte SKI wegen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen verklagt. „Die beiden Firmen können nun im weltweiten Markt koexistieren und in gutem Glauben konkurrieren“, wird LG zitiert.

Hintergrund ist laut „Spiegel“ ein seit 2019 schwelender Rechtsstreit zwischen den beiden Batterieherstellern. SKI hatte dem größeren Rivalen LG den Auftrag von Volkswagen zur Lieferung von E-Auto-Batterien in den USA 2018 abgejagt. Anfang 2019 begann SKI den Bau einer 1,7 Milliarden Dollar teuren Fabrik im US-Bundesstaat Georgia. Von dort sollen ab 2022 Batterien an das rund 200 Kilometer entfernte VW-Werk in Chattanooga geliefert werden. SKI will von Georgia aus auch Ford beliefern. Volkswagen und Ford hatten bereits vor Folgen des andauernden Streits für Produktion und Arbeitsplätze in den USA inmitten der Corona-Krise gewarnt.

Auch Georgia trieb die Furcht vor dem Verlust von Jobs um. Der Gouverneur des US-Bundesstaates, Brian Kemp, hatte deshalb US-Präsident Joe Biden gebeten, ein Urteil der Internationalen Handelskommission der USA (ITC) zu kippen. Diese hatte sich auf die Seite von LG Chem gestellt und SKI unter anderem nur noch den Import von Komponenten für die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien in den USA für Volkswagen für zwei Jahre erlaubt, für den US-Autobauer Ford für vier Jahre.

Biden hatte eine Frist für eine Entscheidung bis Sonntagabend gesetzt. Seine Regierung, Volkswagen und Ford hätten die beiden Batteriehersteller dazu gedrängt, sich außergerichtlich zu einigen, sagten mit den Verhandlungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Auch für Biden ist die Einigung ein Erfolg. Er will die Produktion von E-Autos vorantreiben und hat dazu Hilfen von 174 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt.

Quelle: spiegel.de – Batteriehersteller legen milliardenschweren Rechtsstreit bei

worthy pixel img
Wolfgang Plank

Wolfgang Plank

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto Hersteller

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Felix Katz  —  

Polestar entwickelt für das bidirektionale Laden ein virtuelles Kraftwerk. So sehen die Potenziale und Herausforderungen der Vehicle-to-Grid-Technologie aus.

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Felix Katz  —  

Caterhams Project V soll 2026 auf die Straßen kommen – für mindestens 90.000 Euro. Das Konzeptmodell kommt von einem bekannten Designer.

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

Maria Glaser  —  

Um sich weiterhin erfolgreich auf dem chinesischen Markt für Elektroautos zu behaupten, arbeitet VW eng mit Unternehmen vor Ort zusammen.

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

1000 Standorte in ganz Deutschland: EnBW betreibt eines der größten Schnellladenetze für Elektroautos bundesweit.

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Felix Katz  —  

Die Zeekr-Modelle 001 und X können in Schweden und den Niederlanden vorbestellt werden. Der Auslieferungsstart ist im Herbst.

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

Felix Katz  —  

Die geplante Euro-7-Abgasnorm scheint auf der Kippe zu stehen. Mehrere EU-Staaten und Autohersteller wollen eine weitere Senkung der Grenzwerte verhindern.

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Hannes Dollinger  —  

Eine neue Studie besagt, dass bis zu 68 Prozent der bis 2030 in der EU geplanten Lithium-Ionen-Batterie-Produktionen gefährdet sind.