Wie sich der ADAC bei Finanzierung und Leasing auf die Elektromobilität einstellt

Wie sich der ADAC bei Finanzierung und Leasing auf die Elektromobilität einstellt
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Michael Neißendorfer
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Auch beim ADAC spielt die Elektromobilität eine immer größere Rolle. Der Automobilclub bietet seinen Mitgliedern mittlerweile ein breites Leasing- und Finanzierungangebot auch für elektrifizierte Fahrzeuge an. In einem Interview mit Electrified sprach Jörg Helten von der ADAC SE über die Entwicklung des Geschäfts und welche weiteren Schritte der ADAC hin zum Full-Service-Anbieter unternehmen will.

Da liegen wir im Trend“, sagt Helten über die Entwicklung des Angebots, sowohl beim Privatleasing als auch bei der Finanzierung von Elektroautos und Plug-in-Hybriden verzeichne der ADAC überdurchschnittliche Wachstumsraten. Im Kreditgeschäft sei gut ein Viertel aller finanzierten Fahrzeuge ein elektrifiziertes Modell.

Unzufrieden äußert sich Helten darüber, dass immer noch keine Planungssicherheit über die weitere Ausgestaltung des Umweltbonus – der Kaufpreisprämie für E-Autos und Plug-in-Hybride – über Ende 2022 hinaus besteht. „Deshalb tritt der ADAC etwa dafür ein, die für 2022 zugesagte Förderung auch dann zu garantieren, wenn Verbraucher wegen Lieferschwierigkeiten das Fahrzeug nicht mehr rechtzeitig im Jahresverlauf erhalten“, so Helten. Auch über die zukünftige Gestaltung der Förderung sollte „zeitnah Klarheit herrschen“, findet er.

Richtig findet Helten, dass die rein elektrischen Mindestreichweiten von Plug-in-Hybriden zur Erlangung der Prämie erhöht werden sollen. Zudem sollte auch eine höhere Ladeleistung berücksichtigt werden: „Es muss zum Beispiel auch bei Plug-in-Hybriden möglich sein, sie während einer Kaffeepause schnell wieder aufzuladen, um damit den elektrischen Fahranteil zu erhöhen“, sagt er. „Nur wer schnell laden kann, wird auch häufiger rein elektrisch unterwegs sein“.

Neben der Finanzierung bietet der ADAC auch spezielle Versicherungen für E-Autos an, die beispielsweise auch eine Absicherung des Akkus oder auch des Ladekabels beinhalten. Dieses Angebot werde von den Kunden gut angenommen, sagt Helten. Auch die ADAC-Ladekarte, in Kooperation mit EnBW, erfreue sich hoher Beliebtheit und wurde laut Helten bereits mehr als 150.000 Mal ausgegeben. Unser Angebot soll im Tarif-Dschungel dazu beitragen, „dass unsere Mitglieder mit der höchstmöglichen Transparenz ihr E-Fahrzeug laden können: Keine Grundgebühr, einheitliche, klar ausgewiesene Tarife und transparente kWh-Abrechnung“.

Unbedingt!“, so Helten, wolle der ADAC ein Full-Service-Anbieter in der Elektromobilität werden: „Der ADAC möchte seinen Mitgliedern ein möglichst umfassendes Portfolio aus einer Hand anbieten“, welches bereits „aktuell Fahrzeug-Angebote inkl. Leasing, Finanzierungen und Versicherungen, Informationen zu etwaigen Fördermitteln, ausgewählte Wallboxen sowie Ladekarten“ umfasst. Auch im THG-Quotenhandel wolle der Automobilclub demnächst aktiv werden.

Damit die Elektromobilität noch attraktiver für Verbraucher wird, hat Helten einige Vorschläge, etwa „dass die Preise für das Ad-Hoc-Laden sinken“. Außerdem seien Fortschritte „jenseits der öffentlichen Ladestruktur beim privaten Laden sowie dem Laden beim Arbeitgeber für den Hochlauf der E-Mobilität ganz entscheidend“.

Quelle: Electrified – „Wir hören eben nicht mit dem Denken beim Auto auf“

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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