96 Prozent der mobilen Ladetarife mit App-Nutzung

96 Prozent der mobilen Ladetarife mit App-Nutzung
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Beim Laden von Elektroautos im öffentlichen Raum ist neben den Kosten selbst ein möglichst komfortables Nutzererlebnis der Ladestationen ein entscheidender Faktor. Mehr als 200 Anbieter von Ladestromtarifen haben sich bereits heute im deutschen Markt für mobile Ladestromtarife positioniert. Wie die nutzbaren Ladestationen bei den Anbietern und jeweiligen Tarifen zu erreichen sind, geben Apps an, die für die Tarifnutzung bei 96 Prozent der Tarife zur Verfügung gestellt werden. Die EUPD Studie „Vergleichsanalyse mobiler Ladestromtarife 2021“ gibt tiefere Einblicke in die Marktstrukturen des öffentlichen Ladestromangebots.

An öffentlichen Ladesäulen wird demnach aktuell durchschnittlich 0,2 Mal pro Tag an normalen Ladestationen geladen, 0,6 Ladevorgänge pro Tag finden an Schnellladesäulen statt. Dies entspricht insgesamt mehr als 5000 Ladevorgängen pro Tag. Wann welche Ladesäule genutzt werden kann, entscheidet die Tarifwahl der mehr als 425.000 deutschen Elektroautofahrer.

Damit die Nutzer der unterschiedlichen Ladetarife nicht ungewünscht an Ladestationen stehen, die sie nicht mit ihrem Tarif nutzen können, beinhalten die Tarifangebote meist eine App-Nutzung, damit sowohl der Tarif als auch das Laden optimal genutzt werden können. Dabei weisen die Apps unterschiedliche Funktionen auf. Fast alle verfügbaren Apps geben den Standort der Ladesäule an und bieten eine entsprechende Navigation. Darüber hinaus ist es dem Nutzer auch vor Ankunft an der Ladesäule ersichtlich, ob die ausgewählte Ladesäule oder der zu nutzende Ladepunkt gerade frei oder schon besetzt ist.

Mobile Elektroauto Ladetarife App
EUPD Research

Bei etwa der Hälfte der Tarife mit App-Verfügbarkeit kann direkt die Ladehistorie oder der aktuelle Ladestatus des Autos mit eingesehen werden. Dies liegt daran, dass eine App für den Tarif nicht immer als Zugangs- oder Bezahlmedium genutzt werden kann, sondern diese eher unterstützend zur Verfügung gestellt wird. Die Ladekosten und Ladehistorie werden dann vom Tarifanbieter separat per E-Mail oder einem Serviceportal zur Verfügung gestellt. Der Ladestatus kann oftmals nicht „live“ kommuniziert werden, sondern lediglich informiert werden, wann der Ladevorgang abgeschlossen ist oder noch anhält. Den Live-Service können oft nur Angebote der Autohersteller erfüllen.

„Das Wissen, welche Ladesäule mit dem Tarif genutzt werden kann ist vor allem dann entscheidend, wenn sich der Elektroautofahrer fern des alltäglichen Umfeldes bewegt. Um dann nicht mit fast leerer Batterie in eine Kostenfalle zu tappen, sind die Apps notwendig, um den Nutzern zu helfen Ihren gewählten Tarif optimal nutzen zu können.“ – Christine Koch, Projektleiterin bei EUPD Research

Über die Vergleichsanalyse mobiler Ladestromtarife 2021

Die Vergleichsanalyse mobiler Ladestromtarife 2021 ist die dritte Ausgabe der Studie von EUPD Research. Die Studie liefert jährlich einen detaillierten, umfassenden Status quo zur Marktsituation der mobilen Ladestromtarife in Deutschland. In einer umfangreichen Analyse werden die aktuell verfügbaren Tarife erfasst und die jeweils 15 vorteilhaftesten Tarife unter den drei Fahrprofilen im Detail dargestellt und verglichen.

Quelle: EUPD Research – Pressemitteilung

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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