510 Tonnen-Großmuldenkipper fährt elektrisch

510 Tonnen-Großmuldenkipper fährt elektrisch
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Anglo American

Iris Martinz
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  —  Lesedauer 2 min

Bei Elektromobilität denken alle zuerst einmal an E-Autos, vielleicht noch an E-LKWs oder E-Busse. Kaum jemand denkt dabei an Intralogistik, Sonderfahrzeuge oder Baufahrzeuge, oder sogar an die größten Fahrzeuge der Welt: die Großmuldenkipper im Tagebau! Der britische Bergbau- und Rohstoffkonzern Anglo American zeigt nun, dass auch diese PS- und Gewichtsmonster emissionsfrei betrieben werden können. Der Prototyp eines Großmuldenkippers mit Brennstoffzellenantrieb wurde kürzlich in der Mogalakwena-Mine im Nordwesten Südafrikas in Betrieb genommen, wo Platinerz abgebaut wird.

Wer schon einmal einen solchen Großmuldenkipper aus der Nähe gesehen hat, kann nur staunen: die mehrere Hundert Tonnen schweren Geräte können bis zu 300 Tonnen Nutzlast aufnehmen und sind beinahe 10 Meter hoch. Auf dem steirischen Erzberg – einem Eisenerz-Tagebau – kann man sogar mit einem umgebauten Kipper mitfahren – sofern man schwindelfrei ist. Die Elektrifizierung eines solchen Monsters scheint daher wenig naheliegend, und ist dennoch möglich. Der emissionsfreie Kipper von Anglo American kombiniert mehrere Brennstoffzellen mit einem 1,2 Megawattstunden Batteriepaket für eine Gesamtleistung von 2 Megawatt. Die Brennstoffzellen leisten allein etwa 800 Kilowatt. Bei 220 Tonnen Eigengewicht kann er 290 Tonnen Nutzlast transportieren, was ein Gesamtgewicht von 510 Tonnen ergibt.

Der emissionsfreie Muldenkipper ist aber nur Teil eines vollständig integrierten Wasserstoffsystems, bestehend aus Produktions-, Betankungs- und Transportsystem für grünen, also mithilfe von erneuerbaren Energiequellen hergestellten Wasserstoff. Am Standort der Mine sollen dafür der größte Elektrolyseur Afrikas und ein Solarkraftwerk entstehen. Unter dem Schlagwort „Future Smart Mining“ verfolgt der Konzern einen innovationsorientierten Ansatz für nachhaltigen Bergbau. Anglo American setzt dabei voll auf Wasserstoff. „Wir glauben, dass der aufstrebende Wasserstoffsektor das Potential hat, das Wachstum und die Entwicklung vieler Volkswirtschaften dramatisch zu verbessern,“ wird Anglo American CEO Duncan Wanblad zitiert. Bis 2040 will Anglo American CO2-neutral arbeiten, dafür wird die gesamte Diesel-LKW-Flotte sukzessive auf Wasserstoff umgerüstet oder durch entsprechende Fahrzeuge ersetzt.

Klar, dass für so eine Anforderung die Komponenten speziell entwickelt werden müssen, sowohl die Hard- als auch die Software und das gesamte Energiemangement. An dem Projekt beteiligt sind demnach Konzerne wie Engie (Wasserstoffproduktion), First Mode (Wasserstoffantrieb), Ballard (Brennstoffzellen) und NPROXX (Infrastruktur). Der Muldenkipper wurde in nur drei Jahren von einem Dieselmotor auf Wasserstoff-elektrischen Antrieb umgerüstet. Der zusammen mit First Mode aus Seattle entwickelte Antrieb kann auch rekuperieren, vor allem bei den Bergabfahrten in der Mine.

Quelle: angloamerican.com – Pressemitteilung vom 6. Mai 2022

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Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

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