Wie Toyota autonome e-Palette-Shuttles steuern will

Wie Toyota autonome e-Palette-Shuttles steuern will
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Der japanische Autohersteller Toyota hat ein Betriebsmanagementsystem angekündigt, das die Einführung von Mobilität als Dienstleistung (MaaS, Mobility as a Service) beschleunigen soll. Mit dem System will Toyota die praktische Nutzung des E-Palette genannten Fahrzeugs realisieren, ein batterieelektrisches Fahrzeug für autonome MaaS-Anwendungen. In Zusammenarbeit mit einer Reihe von Partnern ist geplant, die Fahrzeuge in Woven City, einer vollständig vernetzten Prototypstadt, zu betreiben und Anfang der 2020er Jahre den kommerziellen Einsatz in mehreren Gebieten und Regionen zu ermöglichen.

Als Präsident Akio Toyoda auf der CES im Januar 2018 sein Ziel bekannt gab, Toyota zu einem Mobilitätsunternehmen zu machen, kündigte er auch die E-Palette als Symbol für Mobilität an, die über Autos hinausgeht, um Kunden Dienstleistungen und neuen Wert zu bieten. E-Palette mit seinen automatisierten Fahrfunktionen feierte im Jahr 2019 auf der Tokyo Motor Show ihr Debüt. Bei den Olympischen und Paralympischen Spielen Tokio 2020, die Corona-bedingt auf Juli 2021 verschoben wurden, soll in den olympischen und paralympischen Dörfern ein Bus-Transportdienst für Sportler angeboten werden.

Toyota-Elektrofahrzeug-Autonom-E-Palette-Passagiere
Toyota

Die Verbreitung von COVID-19 im vergangenen Jahr hat unsere Lebensweise schon jetzt verändert und vielfältigere Mobilitätsbedürfnisse geschaffen, darunter Personentransporte, die einen angemessenen Abstand zwischen Passagieren ermöglichen, sowie einen gesteigerten Transportbedarf von Waren und Dienstleistungen. Das Schrumpfen und Altern der Gesellschaft wird ebenfalls eine Reihe von Mobilitätsproblemen mit sich bringen, sodass Städte und Gemeinden zunehmend neue Mobilitätsdienste wie die E-Palette und andere Autono-MaaS-Optionen benötigen dürften, um diese Probleme anzugehen.

Um diesen Erwartungen gerecht zu werden, möchte Toyota Just-in-Time-Mobilitätsdienste realisieren, die genau dort ankommen, wo und pünktlich genau dann, wann sie benötigt werden. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen ein Betriebsmanagementsystem für E-Palette-Fahrzeuge entwickelt, das auf der Ideologie des Toyota Production System (TPS) basiert. Dieses Betriebsmanagementsystem wird als neue Funktionen auf Toyotas Mobility Services Platform (MSPF) bereitgestellt und besteht aus dem autonomen Mobilitätsmanagementsystem (AMMS) für die Verbindung mit Fahrzeugen und der E-Palette Task Assignment Platform (e-TAP) für die Verbindung zu Menschen. Das System soll die Wartezeiten der Kunden reduzieren und eine die Überlastung der Fahrzeuge verhindern. So will Toyota sicherstellen, dass die Fahrdienste Entspannung, Sicherheit und Komfort vermitteln.

Mit dem Ziel, den ultimativen TPS-basierten Just-in-Time-Mobilitätsdienst zu erreichen, kann AMMS E-Palette-Fahrzeuge bei Bedarf in der erforderlichen Anzahl auf den Weg schicken. Betriebspläne können flexibel geändert werden, wobei Fahrzeuge automatisch angefordert und zurückgegeben werden, in Echtzeit und je nach den Mobilitätsanforderungen. Wenn zusätzliche Fahrzeuge in einen Dienst eingeführt werden, werden die Intervalle zwischen den Fahrzeugen angepasst, um einen gleichmäßigen Abstand der Dienste sicherzustellen.

Fahrzeuganomalien und Probleme sollen ebenfalls automatisch erkannt werden. In diesem Fall werden die Fahrzeuge automatisch zum Depot zurückgebracht und Ersatzfahrzeuge werden sofort auf die Strecke geschickt, um die Stabilität des Betriebs zu gewährleisten. Im Notfall können die Fahrzeuge angehalten und mit einem zusätzlichen Sicherheitsmanagement aus der Ferne wieder in Betrieb genommen werden, um den Fahrgästen ein beruhigendes Gefühl zu geben.

In Übereinstimmung mit dem Ansatz „Jidoka (Automatisierung mit menschlicher Note)“ von TPS wurde e-TAP als visuelle Verwaltungsfunktion eingeführt. Die Visualisierung von Anomalien bei Fahrzeugen ermöglicht es einer einzelnen Person, mehrere Fahrzeuge zu verwalten, anstatt dass eine Person kontinuierlich ein Fahrzeug überwacht, was den Betrieb mit weniger Personal ermöglicht. Arbeitsanweisungen werden automatisch an die für den Betrieb erforderlichen Mitarbeiter gesendet, einschließlich der Bediener an Bord und des Wartungspersonals. Das Aufgabenmanagement ermögliche kürzere Vorlaufzeiten für die Wartung und die Bereitstellung hochwertiger Dienste auch bei begrenzten Mitarbeitern.

Quelle: Toyota – Pressemitteilung vom 22.12.2020

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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