Wie Sono Motors an der Zukunft seiner Solartechnologie arbeitet

Wie Sono Motors an der Zukunft seiner Solartechnologie arbeitet
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Sono Motors

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Seit 2021 arbeitet beim Münchner E-Auto-Startup ein immer weiter wachsendes Team an der Konstruktion, dem Design und der Feinabstimmung von verschiedenen Solar-Prototypen für den Sion, das Solar-Elektroauto, an dem das Unternehmen schon einige Zeit arbeitet. So lange, dass Spötter sagen, dass das Fahrzeug nie Realität werden wird. Die Solartechnologie soll künftig auch an B2B-Kunden verkauft werden. Sono Motors gewährt immer wieder Einblicke in seine Entwicklung, welche zeigen, dass etwas vorangeht. Wie in diesem Fall an der Solartechnologie.

Johannes, Werkstattleiter bei Sono Motors, hat sich in einem von dem Unternehmen selbst veröffentlichten Interview ausführlich über den Stand der Dinge geäußert. „Diese Halle wird hauptsächlich für die Prototypenfertigung und die verschiedenen Partnerschaftsprojekte von Sono Solar genutzt“, so Johannes über den Sono-Standort im Münchner Norden. „Hier arbeiten wir an allem, was bei Sono mit Technik, Homologation, Fertigung, Materialwissenschaft, Photovoltaik und elektrischer und mechanischer Integration zu tun hat“. Dazu gehören unter anderem Tests und verfahrenstechnische Aufgaben an allen Fahrzeugen, sei es am Sion oder für B2B-Solarkunden – also Busse, Lkw, Anhänger, E-Vans und Wohnmobile.

Das Werkstatt-Team arbeite eng mit den Ingenieuren zusammen und decke eine Vielzahl an Arbeitsbereichen ab, zum Beispiel Holz- und Schweißarbeiten oder Elektrik-Installationen. „Wir müssen sicherstellen, dass das, was unser Entwicklungsteam entworfen und konstruiert hat, auch in der Realität umsetzbar ist“, so Johannes weiter. Zusätzlich arbeite sein Team auch an Projekten, die das Unternehmen als Ganzes braucht, wie zum Beispiel Messestände oder Equipment für die Probefahrten-Touren.

Über die Solar-B2B-Kooperationen sagt Johannes, sein Team habe schon an vielen verschiedenen Fahrzeugen wie Bussen, Anhängern und Last-Mile-Fahrzeugen gearbeitet. Um die Reichweite zu erhöhen, habe das Team etwa für ARI Motors die Sono-Solartechnologie in die Ladebox eines Prototyps integriert. Die Steigerung der Reichweite sei „ein klarer Vorteil der Solarmobilität, denn dadurch können enorme Kosten eingespart werden“, so Johannes. „Zum Vergleich: Ein normaler Lkw legt in seinem Lebenszyklus etwa eine Million Kilometer zurück. Das birgt ein großes Potential.“

Da es eine große Vielfalt an Fahrzeugtypen gibt, sei jedes Projekt anders: „Kein Fahrzeug ist wie das andere. Alle Fahrzeuge werden unterschiedlich nach den jeweiligen Bedürfnissen gestaltet und spezifiziert“. Bei einem Fahrzeug etwa könne sich die Antenne zum Beispiel hinten befinden, bei einem anderen vorne. Das eine habe umfangreiche elektronische Systeme, die zusätzliche Leistung benötigen, und so weiter und so fort. „Deshalb haben wir bei der Entwicklung unserer Vorgehensweise darauf geachtet, dass wir von Anfang an dabei sind.“ Das Team müsse zum Beispiel prüfen, wo die PV-Paneele und weitere Hardware-Komponenten installiert werden können und wie sich die Verbindung zur Fahrbatterie herstellen lässt. „Grundsätzlich passen wir unsere Installationsverfahren auf das jeweilige Projekt an“, so Johannes.

Quelle: Sono Motors – In dieser Halle entsteht die Zukunft unserer Solartechnologie

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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