Warum eine Kaufprämie für E-Mopeds und E-Roller sinnvoll wäre

Warum eine Kaufprämie für E-Mopeds und E-Roller sinnvoll wäre
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Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 2 min

Er spricht sicher vielen motorisierten Zweiradfahrern aus der Seele: In seiner Kolumne „Drehmoment“ spricht sich Mobilitätsjournalist Don Dahlmann für die Einführung einer Kaufprämie für Elektro-Roller und -Mopeds aus. Die Zweiräder böten etliche Vorteile, so Dahlmann, fristen aber dennoch aus vielerlei Gründen ein Nischendasein. E-Roller und E-Mopeds der sogenannten 50er-Klasse seien „auch außerhalb der Stadt praktisch und zudem ökologisch sinnvoll“, sie sparen Platz und man sei mit ihnen auf vielen Strecken genauso schnell wie mit einem Auto.

Vorteilhaft sei auch, dass sie allen Autoführerscheininhabern gefahren werden dürfen. Ihre Begrenzung auf 45 km/h allerdings sei problematisch, da sie unterhalb der Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h in Städten liegt, was Moped-Fahrer in Augen von Pkw-Lenkern zu einem Verkehrshindernis macht. „Die Realität ist, dass die meisten Autofahrer eher im Bereich von 55 bis 60 Stundenkilometern unterwegs sind. E-Moped-Fahrer setzen sich damit überflüssigen Gefahren aus, wenn sie mit wenig Seitenabstand überholt werden“, kritisiert Dahlmann und greift damit einen Sachverhalt auf, der 50er-Fahrern schon lange und bei quasi jeder Fahrt ein Dorn im Auge ist.

E-Mopeds wären „im Zusammenspiel mit einem Ausbau von ÖPNV, Carsharing und Ridesharing eine ideale Ergänzung“, setzt Dahlmann seine Argumentation fort. „Sie könnten viele Stadtbewohner davon überzeugen, das eigene Auto gänzlich abzuschaffen“. Zumal die Fahrzeuge mit Preisen ab gut 2500 Euro durchaus erschwinglich sind. Dennoch wäre eine staatliche Förderung sinnvoll, findet der Kolumnist: „Eine deutschlandweite Förderung könnte den bisher wenigen Anbietern von E-Mopeds weiteren Aufwind geben.“

Dahlmann sieht dabei auch die Chance, in Europa einen attraktiven Industriezweig aufzubauen, denn bislang kommen die meisten Modelle aus China, wo Mopeds mit Verbrennungsmotoren schon seit vielen Jahren nicht mehr erlaubt seien, „sodass eine florierende Industrie entstehen konnte. Etwas Ähnliches sollte in der EU auch möglich sein“, findet er. „Die Politik müsste sich nur entschließen, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen: Eine Anhebung der Höchstgeschwindigkeit auf 55 oder 60 Stundenkilometer – kombiniert mit einer staatlichen Förderung – könnte die Fahrzeuge in Städten schnell zum Verkaufsschlager machen. Es wäre ein Gewinn für alle Beteiligten.“

Quelle: BusinessInsider – Wir brauchen dringend eine Kaufprämie für E-Mopeds

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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