Warum es den VW ID.3 nur in wenigen Farben gibt

Warum es den VW ID.3 nur in wenigen Farben gibt
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Volkswagen AG

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Weiß, türkis, silber und drei Grautöne. Und das Dach ausschließlich in Schwarz. Eine größere Auswahl an Außenfarben hat Volkswagen bei seinem neuen Elektroauto ID.3 nicht vorgesehen. Wer es gerne etwas bunter möchte, hat ab Werk keine Möglichkeit dazu. „Viele unserer Kunden ordern ihre Autos in Weiß und unbunt“, erklärte Designchef Klaus Bischoff bei einer Pressekonferenz im Internet das für manchen wohl langweilig erscheinende Farbkonzept.

Außerdem würden weitere Lack-Optionen die Komplexität in der Fertigung und somit die Kosten erhöhen, erklärt Volkswagens Chefdesigner. Wer es ein wenig individueller haben möchte, könne in einem kleinen aufpreispflichtigen Kontrastprogramm stöbern. Und sich zum Beispiel für das „Kupferpaket“ entscheiden, unter anderem mit einer roségoldenen Dachrahmenlinie. Auch im Innenraum trifft Grau auf Grau in verschiedenen Schattierungen und auch hier bietet VW nur gegen Aufpreis ein etwas frischeres Kontrastprogramm an.

Großen Wert habe VW hingegen darauf gelegt, im ID.3 möglichst viele umweltverträgliche, nachhaltige und tierfreie Materialien zu verwenden. Echtes Leder findet sich im ersten MEB-Stromer deshalb nur noch an einer Stelle, dem Lenkradkranz, und das nur der Haptik wegen und da es keine Alternative gebe, wie Bischoff erklärt. Bewusst habe VW auch darauf verzichtet, Innenraum-Flächen in der Optik und Anmutung auf Leder zu trimmen.

Der ID.3 soll mit seiner neuen Designsprache den Aufbruch in eine neue Zeit markieren: „Da verschiebt sich alles“, erklärte Bischoff bei den Gespräch. Deshalb habe der Stromer auch andere Proportionen als der in etwa gleich große VW Golf und ein „gelassenes Design“ ohne Sicken und aufgesetzte Kanten. Trotzdem sei der ID.3 „sofort als Volkswagen zu erkennen“, unter anderem da sich seine Schnauze, die ohne Kühlergrill auskommt, an VW-Klassikern wie dem Käfer oder dem T1 orientiert. Die Vielzahl an Sensoren sei „so gut wie möglich versteckt“, da VW „die Technik nicht in den Vordergrund stellen“ wolle, erklärt der Designchef des Wolfsburger Autokonzerns.

Volkswagen ID.3 gewinnt branchenführenden Designpreis

Dass Bischoff einiges richtig gemacht hat, zeigte sich bereits vor einigen Wochen: Anfang Mai erhielt der ID.3 die „Best of Best“- Auszeichnung in den Kategorien „Exterior Volume Brand“ und „Interieur Volume Brand“ beim „Automotive Brand Contest 2020“, der in der Branche als einziger, unabhängiger und internationaler Designwettbewerb für Automobilmarken gilt.

In der offiziellen Begründung der Jury heißt es dazu: „Der ID.3 ist ausdrucksstark, mit einer geschwungenen, gleichzeitig straffen Linie – Interieur und Exterieur sind aus einem Guss. Der ID.3 überzeugt mit seiner Weiterentwicklung der typischen Designsprache von Volkswagen mit moderner Interpretation – er ist der lang erwartete, junge Volkswagen mit dem nötigen Mut zu einer neuen Bewegung.“

„Der ID.3 ist für uns ein Aufbruch in ein neues Zeitalter der Mobilität. Gleichzeitig ist es der Aufbruch in ein digitales Zeitalter des Designs, in dem wir mit neuesten Arbeitsweisen virtuell und teamübergreifend die bestmögliche User Experience kreieren wollen. Die Anerkennung der Jury zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ — Klaus Bischoff, Leiter Volkswagen Konzern Design

Der „Automotive Brand Contest“ wurde 2011 ins Leben gerufen. Mit dem Wettbewerb prämiert der Rat für Formgebung, eine vom Bundestag 1953 initiierte Stiftung, herausragendes Produkt- und Kommunikationsdesign und lenkt den Blick auf die elementare Bedeutung von Marke und Markendesign in der Automobilbranche. Die interdisziplinäre Jury setzt sich aus Vertretern von Medien, Design, Industrie, Hochschule und Architektur zusammen. Die offizielle Preisverleihung ist im Herbst in Frankfurt geplant.

Quelle: Edison — Volkswagen ID.3: Weiß, Türkis – und ganz viel Grau // Volkswagen — Pressemitteilung vom 04.05.2020

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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