VW ID.3 und die Software-Probleme – „weit entfernt von Marktreife“

VW ID.3 und die Software-Probleme – „weit entfernt von Marktreife“
Copyright ©

Volkswagen

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Herbert Diess, CEO von Volkswagen gab zu verstehen, dass “der ID.3 auf die Straße muss”. Zwischenzeitlich schien es, dass man ihn nicht ganz so schnell wie ursprünglich geplant auf die Straße bekommt. Bisher stand stets Sommer 2020 im Raum, auch September/ Oktober 2020 war im Gespräch, wurde dann aber wieder dementiert. Doch wann können wir nun mit dem ID.3 rechnen? Wohl doch später als gedacht, wie nun Informationen der Süddeutschen vermuten lassen.

VW ID.3 noch weit entfernt von Marktreife

Denn laut deren Informanten läuft es beim ID.3 mehr als nur ruppig: „Das ist nicht mehr zum Lachen, das Auto ist weit entfernt von der Marktreife“, so die Aussage von Insider. Eine Aussage, welcher der von Mitte Januar 2020 widerspricht. Damals hieß es, “der Zeitplan bleibt bestehen: Die Markteinführung ist für Sommer 2020 geplant”, so ein VW-Sprecher. Gemeint war hiermit die “First Edition” – bei der alle 30.000 Stück parallel auf die Straße kommen sollen. Der gleiche Sprecher gab ebenfalls zu verstehen, dass das Unternehmen noch in diesem Jahr rund 100.000 Elektroautos in seinem Werk in Zwickau bauen wolle. Auch das scheint mittlerweile fraglich.

Außen vor ist, dass eine Verspätung der ID.3 Einführung nicht nur zu wesentlichen Problemen hinsichtlich der CO2-Flottenwerte führt, sondern auch, dass sich VW-Vorstand Herbert Diess Sorgen um seinen Job machen muss. Offiziell wird das Ganze gar nicht oder kaum kommentiert. Lediglich intern scheint das Thema immer wieder und immer stärker aufzukochen. So heißt es beispielsweise intern: „Es ist ein absolutes Desaster. Wir kriegen einfach die Leute nicht.“ Gemeint sind Softwareentwickler, welche dringend benötigt werden, wenn man den ID.3 rechtzeitig auf die Straße bringen möchte.

VW vor großen Herausforderungen bei ID.3 Serienfertigung

Wenn VW weiterhin seine Pläne umsetzen möchte, dann haben sie einen steinigen Weg vor sich. Dabei dürfte mittlerweile klar sein, dass der VW ID.3 nur in abgespeckter Version auf die Straße kommt. Man werde „die eine oder andere geplante Funktion“ erst mal streichen und dann später über ein Update nachliefern, so Interna aus dem VW Konzern. Von einem industriellen Fertigungsprozess sei man aber immer noch weit entfernt. Derzeit werden die E-Autos in Handarbeit gebastelt, damit man überhaupt etwas vorzeigen könne.

Ein Konzerninsider geht aber noch weiter und sagt, man sei nicht mal in der Nähe eines industriellen Fertigungsprozesses beim ID.3. Diess werde im Sommer ganz bestimmt ein paar Autos haben, die er herzeigen könne, „aber die basteln wir in Handarbeit hin, damit irgendwas dasteht. Das hat mit Serienproduktion nichts zu tun“. „Derzeit werden die ID.3-Fahrzeuge jedenfalls als leere Blechhüllen vorproduziert und auf einem riesigen Parkplatz in Sachsen zwischengelagert – in der Absicht, die Software einzuspielen, wenn irgendwann zumindest eine einigermaßen taugliche Basisversion fertig ist“, so die Süddeutsche in ihrem Artikel.

Wir beobachten die Situation weiterhin und sind gespannt, ob der ID.3 im Jahr 2020 noch den Durchbruch der E-Mobilität für VW bringen kann.

Quelle: Süddeutsche Zeitung – „Das ist nicht mehr zum Lachen“

worthy pixel img
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto Hersteller

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Bidirektionales Laden (V2G): Polestar arbeitet an virtuellem Kraftwerk

Felix Katz  —  

Polestar entwickelt für das bidirektionale Laden ein virtuelles Kraftwerk. So sehen die Potenziale und Herausforderungen der Vehicle-to-Grid-Technologie aus.

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Caterham Project V: bildschön und leicht, aber teuer

Felix Katz  —  

Caterhams Project V soll 2026 auf die Straßen kommen – für mindestens 90.000 Euro. Das Konzeptmodell kommt von einem bekannten Designer.

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

VW setzt auf lokale Kooperationen in China

Maria Glaser  —  

Um sich weiterhin erfolgreich auf dem chinesischen Markt für Elektroautos zu behaupten, arbeitet VW eng mit Unternehmen vor Ort zusammen.

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

EnBW feiert 1000 Schnellladestandorte für E-Autos

Michael Neißendorfer  —  

1000 Standorte in ganz Deutschland: EnBW betreibt eines der größten Schnellladenetze für Elektroautos bundesweit.

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Zeekr 001 und X: Bestellstart in Schweden und den Niederlanden

Felix Katz  —  

Die Zeekr-Modelle 001 und X können in Schweden und den Niederlanden vorbestellt werden. Der Auslieferungsstart ist im Herbst.

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

„Kaum erfüllbar und realitätsfern“: Widerstand gegen Euro 7 wächst

Felix Katz  —  

Die geplante Euro-7-Abgasnorm scheint auf der Kippe zu stehen. Mehrere EU-Staaten und Autohersteller wollen eine weitere Senkung der Grenzwerte verhindern.

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Batterieproduktion in Europa in Gefahr?

Hannes Dollinger  —  

Eine neue Studie besagt, dass bis zu 68 Prozent der bis 2030 in der EU geplanten Lithium-Ionen-Batterie-Produktionen gefährdet sind.