Volvo: „Klima-Vorteil eindeutig beim E-Auto“

Volvo: „Klima-Vorteil eindeutig beim E-Auto“
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Wolfgang Plank
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Pünktlich zum Marktstart des Volvo XC40 Recharge P8 AWD wirbt der schwedische Premium-Hersteller für mehr Offenheit und Transparenz. Nachdem Volvo Cars bereits das in den Hochvolt-Batterien verwendete Kobalt weltweit rückverfolgbar gemacht hat, informiert das Unternehmen nun auch über die genaue Klimabilanz seines ersten Elektrofahrzeugs. Demnach sind sie trotz einer zu Beginn verhältnismäßig großen CO2-Belastung über das gesamte Fahrzeugleben betrachtet umweltfreundlicher als konventionell angetriebene Autos – selbst beim ungünstigsten Energiemix.

Wer elektrisch fährt, ist lokal emissionsfrei unterwegs: Im Fahrbetrieb werden weder CO2 noch andere Schadstoffe wie Rußpartikel und Stickoxide freigesetzt. Damit tragen E-Autos aktiv zu einer Verbesserung der Luftqualität bei. Komplett klimaneutral sind die dennoch nicht. Der geladene Strom verursacht je nach Ursprung mehr oder minder viel CO2. Zusätzliche Emissionen entstehen bei der Produktion. So schlagen nicht nur die Lithium-Ionen-Batterien in der Ökobilanz zu Buche, auch der vermehrte Einsatz von Aluminium – etwa für die Sicherheitsstruktur des Akkus – macht sich bemerkbar.

Zu diesem Ergebnis kommen Experten der Lebenszyklus-Analyse beim Sustainability Center, einer Abteilung des Forschungs- und Entwicklungszentrums von Volvo. Bei dieser genormten Analyse wird jedes Bauteil daraufhin untersucht, wie es sich im Fahrzeug über seinen Lebenszyklus auf die Umwelt auswirkt – von der Rohstoffgewinnung über Logistikkette, Produktion, Montage und Nutzung bis hin zum Recycling.

„Elektrifizierte Fahrzeuge machen bereits rund 30 Prozent unseres Absatzes in Europa aus. Daher ist es wichtig, ihre Umweltauswirkungen in vollem Umfang zu verstehen“, sagt Anders Kärrberg, verantwortlich für globale Nachhaltigkeit bei Volvo. „Vollständige Transparenz hilft uns, CO2-intensive Materialien und Prozesse innerhalb unserer eigenen Betriebsabläufe und Lieferkette zu identifizieren.“

Der XC40 Recharge P8 AWD rollt mit einem vergleichsweise großen CO2-Fußabdruck vom Band, weil die Fertigung etwa 40 Prozent mehr Energie verschlingt als bei einem konventionellen Modell. Während der Nutzung jedoch arbeitet er diesen Rückstand nach und nach auf. Stammt der geladene Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energien, emittiere er bereits nach 47.000 Kilometern weniger CO2 als sein Benzin-Pendant, heißt es bei Volvo. Über das gesamte Autoleben führe das zu weniger als der Hälfte an CO2. Noch mit dem ungünstigsten, auf fossilen Brennstoffen basierenden, Strommix sei die Bilanz rund vier Tonnen besser als die vergleichbarer Benziner.

„Indem wir mit Mythen und Halbwahrheiten aufräumen steigern wir das Vertrauen in Elektroautos“, sagt Volvo-Deutschland-Chef Thomas Bauch. „Neben alltagstauglichen Reichweiten und einer entsprechenden Infrastruktur, mit der sich E-Fahrzeuge problemlos laden lassen, spielt das eine wichtige Rolle und vereinfacht die Entscheidung.“

Seit 2019 werden alle neu auf den Markt kommenden Volvos elektrifiziert. Bis 2025 soll jedes zweite als Hybrid unterwegs sein, der Rest sogar rein elektrisch. Der Volvo XC40 Recharge P8 AWD ist dabei nur das erste Modell. Für Vortrieb sorgen E-Motoren mit 150 kW an jeder Achse, die einen intelligenten Allradantrieb ermöglichen. Der tief im Boden platzierte Akku sorgt für Reichweiten von mehr als 400 Kilometern (WLTP) und kann an Schnellladestationen in 40 Minuten zu 80 Prozent aufgeladen werden.

Quelle: Volvo – Pressemitteilung vom 17. Februar 2021

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Wolfgang Plank

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Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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